• Login
  • Registrieren
Windinfo.eu
  • NEWS
  • CHAT
  • WINDWARNER
  • WETTER
    • Regenradar
    • Isobarenkarte Europa
    • Föhndiagramme
    • Wassertemperatur in Europa
    • Wettervorhersage Videos
    • Langzeitprognose
    • Windskala – Windrechner
  • WEBCAMS + SPOTS
    • Webcam Finder
      • Webcam Ostsee
      • Webcam Nordsee
      • Webcam Alpsee
      • Webcam Altmühlsee
      • Webcam Ammersee
      • Webcam Bodensee
      • Webcam Bostalsee
      • Webcam Brombachsee
      • Webcam Brückelsee
      • Webcam Chiemsee
      • Webcam Edersee
      • Webcam Eibsee
      • Webcam Epplesee
      • Webcam Forggensee
      • Webcam Förmitztalsperre
      • Webcam am Kochelsee
      • Mandichosee – Lechstaustufe
      • Webcam Norderney
      • Webcam Rügen
      • Webcam Simssee
      • Webcam Staffelsee
      • Webcam Starnberger See
      • Webcam Tegernsee
      • Webcam Walchensee
      • Webcam Wörthsee
    • Webcam Finder
      • Webcam Achensee
      • Webcam Attersee
      • Webcam Mattsee
      • Webcam Mondsee
      • Webcam Millstättersee
      • Webcam Neusiedlersee
      • Webcam Ossiachersee
      • Webcam Traunsee
      • Webcam Wolfgangsee
      • Webcam Zell am See
      • Webcam Genfer See
      • Webcam Luganersee
      • Webcam Silsersee
      • Webcam Silvaplaner See
      • Webcam Urnersee
      • Webcam Zürichsee
      • Webcam Comersee
      • Webcam Gardasee
      • Webcam Kalterer See
      • Webcam Lago Maggiore
      • Webcam Lago di Santa Croce
      • Webcam Reschensee
      • Webcam Sardinien
      • Webcam Trieste
      • Webcam Vieste – Gargano
  • ACTIVITY
  • GROUPS
    • MEMBERS
  • Menü Menü

Tag des Bikinis

5. Juli 2024/in Klima, Thema des Tages/von WINDINFO

Vor 78 Jahren wurde der erste Bikini der Öffentlichkeit präsentiert. Erfinder war/ist der französische Modedesigner Louis Réard. Er wählte damals das Pariser Schwimmbad Piscine Molitor für seine Modenschau. Große Schwierigkeiten bereitete ihm das Finden eines Modells. Sein Bikini – der Name ist angelehnt an das Bikini-Atoll, auf dem zu der Zeit Atomtests stattfanden – war für damalige Zeiten zu freizügig und so musste er auf Micheline Bernardini zurückgreifen. Die damals 19-jährige verdiente ihr Geld als Stripperin im Casino de Paris.

Der durchaus knappe Zweiteiler, den Louis Réard am 05. Juli 1946 vorstellt, entsetzte vor allem die internationale Presse. Das männliche Publikum erfreute sich zu einem Großteil an der dargebotenen Mode. Im Ergebnis an den Aufschrei der Medien wurde der Bikini für einige Jahre an öffentlichen Stränden und in Badeeinrichtungen verboten. Erst in den späten 60er Jahren begann sich diese Art von Bademode durchzusetzen.

Zugegeben, das aktuelle Wetter lädt kaum zum Tragen eines Bikinis im Freien ein. Die letzten Tage und Wochen waren unbeständig mit wiederholten Schauern und Gewittern – bei denen man ein Bad im Freien unbedingt vermeiden sollte – und nur mäßig warmer Temperatur. Die wenigen Tage, an denen sich die Luft auf über 25 Grad erwärmte, schafften es kaum, die Seen adäquat aufzuheizen. Die Wassertemperatur an Nord- und Ostsee liegt aktuell bei 17 bis 19 Grad. Auch die deutschen Binnenseen warten selten mir mehr als 20 Grad auf.

Leider sind die Aussichten für die kommenden Tage nicht besser. Zwar wird es am morgigen Samstag in der Osthälfte sehr warm mit Höchstwerten bis 31 Grad, von Westen her ziehen aber Schauer und Gewitter auf und ostwärts durch. Grund dafür ist Tiefdruckgebiet DELIA – aktuell mit Zentrum bei den Britischen Inseln – die aus Südwesten feuchte und warme Luft ins Land führt. Hochdruckgebiet CLAUDIO über Osteuropa hält mit feuchter und warmer Luft dagegen (siehe auch Bild unter diesem Abschnitt). Es bildet sich eine Konvergenz, die die feucht-warme Luftmasse hebt und so für Schauer und Gewitter sorgt. Eine zweite Gewitterzone stellt die Kaltfront des Tiefs dar. Sie passiert unser Land in den Nachmittags- und Abendstunden. Dahinter fließt dann deutlich kühlere Luft ein, die am Sonntag nur noch für Maxima zwischen 18 und 23 Grad sorgt.

Die Gewitter am Samstag sind für einmal keine Wasserbomben. Die grundsätzlich mäßige bis frische Strömung sorgt für Zug der Schauer- und Gewitterzellen. Das lässt nicht genug Zeit, um viel Wasser an einem Ort abzuregnen. Dennoch sind Mengen um 20 l/qm in kurzer Zeit möglich. Bei Mehrfachtreffern von Gewittern an einem Ort können die Mengen auch höher ausfallen. Neben Starkregen kann sich kleinkörniger Hagel bilden, der örtlich in größeren Mengen auftreten kann. Hagelansammlungen sind also möglich. Zudem sind in der frischen Strömung häufiger Sturmböen an den Gewittern wahrscheinlich. Vereinzelt lassen sich auch schwere Sturmböen (um 100 Kilometer pro Stunde) nicht ausschließen.

In der neuen Woche wird mit südwestlicher Strömung wieder wärmere Luft zu uns geführt, zeitgleich gelangt aber auch feuchte Luft zu uns und nach kurzer Zwischenhochphase am Montag wir müssen uns im Wochenverlauf wieder vermehrt auf Schauer und Gewitter einstellen.

Diplom Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.07.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/07/DWD-Tag-des-Bikinis.png 664 936 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-07-05 13:32:362024-07-05 13:33:03Tag des Bikinis

Wahlwetter in Großbritannien

4. Juli 2024/in Klima, Thema des Tages/von WINDINFO

Großbritannien wählt ein neues Parlament, das im Vereinigten Königreich als Unterhaus bezeichnet wird. Seit dem Jahr 1935 fanden alle Unterhauswahlen an einem Donnerstag statt. Damit unterscheidet sich der Wahltermin bei den Untertanen von König Charles III von den Terminen in den meisten westlichen Demokratien. Dort wird überwiegend an Wochenenden gewählt, wie dies vor kurzem auch in Frankreich der Fall war.

Das heutige Wahlwetter gibt sich dabei, zumindest aktuell und gebietsweise, gar nicht wirklich britisch. Denn über weiten Teilen Englands scheint die Sonne. In der ist dazu als Zahlenwert der Sonnenschein zwischen 09 und 10 Uhr MESZ (in Minuten) angegeben. Diesbezüglich schafft es England auf 40 bis 60 Minuten, ebenso übrigens wie die Ostküste Schottlands und die beiden südschottischen Großstädte Edinburgh und Glasgow. Warum ausgerechnet der Südosten und Osten Großbritanniens so viel Sonne abbekommen, wird beim Blick auf die kleine, eingebettete Karte (entnommen aus wikipedia.de) klar. An den Gebirgszügen in Schottland, Nordengland und Wales stauen sich die von Westen und Nordwesten hereinziehenden Wolken, was an der Westküste und den dortigen küstennahen Gebieten dichte Wolken, entsprechend wenig Sonne und auch etwas Regen bedeutet (graue Wolkenbedeckung und grün-gelb-orange Radarreflektivitäten in). Insofern gibt sich das Wetter in Schottland und Wales britischer als in England.

 

Ein kleines Schmankerl zeigt sich beim Blick auf die Wolkenstrukturen über Wales. Diese zeigen ein streifenförmiges Muster, wobei die Streifen von Nord-Nordost nach Süd-Südwest verlaufen und damit senkrecht zur Windrichtung orientiert sind. Ähnliche, wenn auch nicht ganz so scharf ausgeprägt, zeigen sich die Wolkenmuster über der Irischen See. Es handelt sich dabei um, also stationäre Wellen, die bevorzugt auf der windabgewandten Seite von Gebirgen entstehen. Das wellenförmige, durch das Gebirge erzwungene Auf und Ab der Luftpakete sorgt dafür, dass in gleichmäßigen Abständen vom Gebirgskamm streifenförmige Wolken entstehen. Nebenbei bemerkt: Solche  nutzen Gleitschirm- oder Segelflieger gerne, um Höhe zu gewinnen, was sie dadurch erreichen, dass sie wolkenparallel entlang der Aufwinde der  fliegen.

Aber zurück zum Wahlwetter. Für die westliche bis nordwestliche Strömung sorgt das Tief CAPRICE, das heute Mittag vor der Küste Südnorwegens zu finden ist . Sein Frontensystem überquert den Norden Deutschlands heute von West nach Ost, auf der Rückseite der Front wird Polarluft in einem großen Bogen über Island nach Großbritannien transportiert, wobei sie sich erwärmt (schraffierte Pfeile). Auf der Karte, die von unseren britischen Kollegen stammt, ist südwestlich von Irland auch schon ein neues Tief zu erkennen, welches auf den Namen DELIA hört. DELIA sorgt insbesondere am Samstag über Deutschland für turbulentes Wetter, aber das ist eine andere Geschichte.

Für die Briten, auf denen heute unser Hauptaugenmerk liegt, stellt sich natürlich die Frage, ob der Regenschirm, möglicherweise mit Union-Flag-Muster, mit zum Wahllokal genommen werden muss. Diesbezüglich bringt mehr Klarheit.

Auf der linken Seite sind die 12stündigen Niederschlagsmengen bis heute Abend um 20 Uhr MESZ nach dem britischen Vorhersagemodell UK10, rechts die nach dem DWD-Modell ICON–EU abgebildet. Abgesehen vom Norden sollte es in England wohl trocken bleiben, relativ wenig Regen wird auch in Wales und Nordirland erwartet. In Schottland sieht dies dagegen deutlich anders aus. Kräftige Stauniederschläge haben die Modelle vor allem für den Nordwesten auf der Agenda, punktuell rechnen unsere Kollegen sogar mit mehr als 25 mm (Liter pro Quadratmeter) an Regen. Da ist ein adäquater Regenschutz sicherlich angebracht.

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.07.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/07/DWD-Wahlwetter-in-Grossbritannien.png 628 732 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-07-04 16:20:162024-07-05 13:33:37Wahlwetter in Großbritannien

Wenn Druckgradienten die arktische Meereisbedeckung beeinflussen

3. Juli 2024/in Klima, Thema des Tages/von WINDINFO

Der letzte Blick auf die Meeresbedeckung rund um die Polregionen liegt an dieser Stelle schon etwas zurück. Zeitlich gesehen näher wir uns Anfang Juli schon langsam der Mitte des nordhemisphärischen Sommer- und südhemisphärischen Winterhalbjahres an.

Zunächst schauen wir auf die Entwicklung in Arktis in den letzten Monaten. Am 13. März 2024 erreichte das arktische Meereis mit 15,12 Millionen Quadratkilometern seine maximale winterliche Ausdehnung in diesem Jahr. Dieser Wert war der vierzehntniedrigste seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen im Jahr 1979. Nach dem Höchststand der Meereisausdehnung trat das Eis in der zweiten Märzhälfte zunächst nur langsam den Rückzug an. Verantwortlich dafür zeichnete sich das vorherrschende atmosphärische Zirkulationsmuster im März 2024. Dieses war gekennzeichnet durch einen starken Druckgradienten (hoher Druck bei Grönland steht niedrigem Druck über West- und Nordosteuropa gegenüber) über der Framstraße östlich von Grönland . Aus dieser Konstellation resultierten starke Winde aus nördlichen Richtungen, womit ein reger Meereisexport aus der Arktis nach Süden begünstig wurde, sodass eine relativ hohe Flächenausdehnung über den arktischen Gewässern erhalten blieb.

Die Meereisverluste im April und Mai lagen insgesamt im Bereich des langjährigen Durchschnitts, wobei die größten Verluste im April im Beringmeer und im Ochotskischen Meer zu verzeichnen waren. Der Mai war vor allem durch eine ungewöhnlich frühe Öffnung der östlichen Hudson Bay gekennzeichnet. Ursächlich dafür dürfte die Luftdruckverteilung im Mai gewesen sein. Hoher Druck über dem kanadischen Archipel stand niedrigerem Druck südlich davon gegenüber. Dies bedingte vermehrt östliche Winde über der Hudson Bay, die das Meereis nach Westen drückten.

Einschließlich des Mai 2024 beträgt der lineare Abwärtstrend der arktischen Meereisausdehnung für den Monat Mai 31.000 Quadratkilometer pro Jahr bzw. 2,3 Prozent pro Jahrzehnt im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Basierend auf dem linearen Trend seit 1979 hat der Mai 1,61 Millionen Quadratkilometer an Meereis eingebüßt, was in etwa der Größe von Alaska entspricht. Im Juni 2024 war vor allem in der ersten und dritten Dekade eine Beschleunigung des Meereisrückganges zu verzeichnen, während in der Monatsmitte der Eisverlust etwas langsamer von statten ging. Zum aktuellen Zeitpunkt beträgt die Meereisausdehnung 9,62 Millionen Quadratkilometer (01.07.2024). Visuell zeigt die folgende Animation den Meereisrückgang seit dem jahreszeitlichen Maximum Mitte März.

Von der Arktis legen wir nun gedanklich eine weite Strecke zur Antarktis zurück. Dort schreitet das Wachstum mit dem australischen Winter voran. Im Mai und Juni war die Wachstumsrate im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 zwar langsam, aber immer noch viel schneller als im zurückliegenden negativen Rekordjahr 2023. Am 1. Juli betrug die antarktische Meereisausdehnung 13,12 Millionen Quadratkilometer, was 1,75 Millionen Quadratkilometer unter dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 aber deutlich über der für den 01. Juli 2023 gemessenen Ausdehnung von 12,57 Millionen Quadratkilometern liegt.

Die Eiskante im Mai und Juni lag viel weiter südlich (unter der durchschnittlichen Ausdehnung) im östlichen Rossmeer-Sektor und der Amundsen-See sowie nördlich von Dronning Maud Land. Im Weddellmeer und unmittelbar westlich des Rossmeeres war die Ausdehnung höher (weiter nördlich) als im Durchschnitt. Dies hat zu einem ungewöhnlich asymmetrischen Ausdehnungsmuster um den antarktischen Kontinent geführt.

Das Negativrekordjahr 2023 beschäftigt derweil weiterhin die Wissenschaft. Eine  untersuchte das extrem niedrige antarktische Wintermaximum des vergangenen Jahres anhand von Modelldaten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein solches Ereignis ohne Klimaerwärmung äußerst unwahrscheinlich ist. Wird der Treibhausgasantrieb mit einbezogen, wird das Ereignis wahrscheinlicher, ist aber immer noch selten. Die Modelle deuten darauf hin, dass es nach einem solchen extremen Tiefpunkt zu einer gewissen Erholung kommt, die in der Regel im folgenden Jahrzehnt eintritt, aber zu einer neuen, niedrigeren langfristigen durchschnittlichen Ausdehnung führt.

M.Sc. (Meteorologe) Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.07.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/07/DWD-Wenn-Druckgradienten-die-arktische-Meereisbedeckung-beeinflussen.png 683 679 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-07-03 22:01:112024-07-04 10:56:11Wenn Druckgradienten die arktische Meereisbedeckung beeinflussen

Deutschlandwetter im Juni 2024

2. Juli 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juni 2024*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 19,4 °C +1,6 Grad
2 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 19,2 °C +2,5 Grad
3 Dresden-Hosterwitz Sachsen 19,1 °C +2,7 Grad

Besonders kalte Orte im Juni 2024*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Kahler Asten Nordrhein-Westfalen 12,2 °C +1,1 Grad
2 Wasserkuppe Hessen 13,2 °C +1,9 Grad
3 Kleiner Feldberg/Taunus Hessen 13,3 °C +1,3 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juni 2024**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Untrasried-Maneberg Bayern 322,3 l/m² 197 %
2 Raubling-Pfraundorf Bayern 307,8 l/m² 184 %
3 Aschau-Innerkoy Bayern 296,5 l/m² 121 %

Besonders trockene Orte im Juni 2024**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Wusterwitz Brandenburg 24,4 l/m² 41 %
2 Uckerland-Karlstein Brandenburg 25,2 l/m² 42 %
3 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt 26,3 l/m² 40 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juni 2024**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 262 Stunden 98 %
2 Berlin-Dahlem Berlin 246 Stunden 111 %
3 Ueckermünde Mecklenburg-Vorpommern 246 Stunden 102 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juni 2024**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oberstdorf Bayern 144 Stunden 85 %
2 Garmisch-Partenkirchen Bayern 153 Stunden 89 %
3 Meßstetten Baden-Württemberg 163 Stunden 75 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int Referenzperiode 1961-1990)
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-07-02 23:27:382024-07-04 11:00:49Deutschlandwetter im Juni 2024

Hurrikan BERYL

1. Juli 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Bereits vor einigen Wochen wurde eine ereignisreiche Hurrikan-Saison für dieses Jahr prognostiziert (siehe dazu Thema des Tages vom 25.06.2024). Nach Tropensturm ALBERTO, der am 20.06.2024 auf Mexiko traf, sind nun gleich zwei tropische Stürme gleichzeitig aktiv und ein dritter könnte weiter östlich im Nordatlantik in den nächsten Tagen entstehen. Der tropische Sturm CHRIS ist verhältnismäßig schwach ausgeprägt und sehr kurzlebig. Er befindet sich momentan an der Küste Mexikos und wird bereits in den nächsten Stunden zur tropischen Depression herabgestuft werden. Er bringt dem zentralamerikanischen Land vor allem viel Regen und an der Küste auch orkanartige Böen.

Anders verhält es sich mit dem Hurrikan BERYL, der schon einige Rekorde geknackt hat. Gestern wurde der extrem gefährliche Tropensturm auf der Saffir-Simpson Skala zu einem Kategorie 4 Hurrikan hochgestuft. Er gilt damit als der erste Kategorie 4 Hurrikan der jemals im Juni im Nordatlantik aufgetreten ist. Zudem ist die Entwicklung von BERYL ungewöhnlich, da er für die Jahreszeit untypisch, sehr weit im Osten entstanden ist (bei 49,3° westlicher Länge). Bis jetzt gab es vermutlich keinen Hurrikan der im Juni östlicher seinen Ursprung fand. Den aktuellen Rekord hielt bis jetzt der Trinidad Hurrikan aus dem Jahr 1933 inne. Dieser entstand etwa auf dem 59. Längengrad westlicher Länge.

Grund für die Entwicklung des Hurrikans waren die außergewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik und der damit verbundenen sehr feuchten Atmosphäre. Durch geringe Windscherung konnten sich initiierte Gewitter gut organisieren und formierten eine tropische Depression. Diese entwickelte sich rapide innerhalb von nur wenigen Stunden zum Tropischen Sturm. Die rasante Entwicklung setzte sich weiter fort und führte schließlich zum stärksten Juni-Hurrikan im Nordatlantik. Damit wurde Hurrikan Audrey aus dem Jahr 1957 von ihrem Platz verdrängt.

Am heutigen Montag beeinflusst Hurrikan BERYL Barbados, die südlichen karibischen Inseln Grenada sowie St. Vincent und die Grenadinen. Dabei treten Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde auf. Der tiefste Druck im Zentrum des Sturms lag bis jetzt bei 958 Hektopascal. Es werden für die südliche Karibik Regenmengen zwischen 80 und 150 Litern erwartet. Im weiteren Verlauf verlagert sich der Sturm mit etwa 30 Kilometern pro Stunde westwärts weiter über die Karibische See hinweg. Das Einflussgebiet umfasst einen Bereich mit Radius von 200 Kilometern um das Auge des Sturms. Dabei werden neben extremen Orkanböen, Sturmfluten, extrem heftigem Starkregen auch hoher Seegang erwartet.

Der Hurrikan befindet sich wahrscheinlich bereits auf seinem Höhepunkt. Bis Dienstagabend, soll er laut Prognosen „nur noch“ maximal Kategorie 2 auf der Saffir-Simpson Skala erreichen. Doch auch als nur noch mäßiger Hurrikan werden noch in Böen Windgeschwindigkeiten bis zu 170 Kilometern pro Stunde prognostiziert. Zum Wochenende erreicht der Sturm dann voraussichtlich die südliche Küste Mexikos oder die nördliche Küstenlinie Belizes.

Der Höhepunkt der Hurrikan-Saison liegt statistisch zwischen Mitte August und Ende September. In diesem Zeitraum traten am häufigsten Hurrikans der Kategorie 5 auf, was auch an den Wassertemperaturen liegt, die im Mittel vergleichbar mit den aktuellen Meeresoberflächentemperaturen sind. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die diesjährige Hurrikan-Saison weiterentwickelt.

MSc Sonja Stöckle
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.07.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/07/DWD-Hurrikan-BERYL.jpg 900 1200 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-07-01 18:53:272024-07-04 11:03:58Hurrikan BERYL

Die Bilanz von Unwettertief ANNELIE

30. Juni 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Tief ANNELIE sorgte in einigen Teilen Deutschlands für eine unruhige Nacht. Unwetterartige Gewitter mit heftigen Starkregen, Hagel, hohen Blitzraten und schweren Sturmböen sorgten für einige Turbulenzen. Betroffen davon war vor allem der Westen und gebietsweise auch der Norden Deutschlands.
ANNELIE hatte ihren Ursprung über Südostfrankreich und verlagerte sich im Laufe des gestrigen Samstags in den Westen Deutschlands. Dabei wurden auf der Vorderseite des Tiefs heiße und sehr feuchte Luftmassen herangeführt. Im Süden stiegen die Temperaturen in den Niederungen auf schweißtreibende Werte von deutlich über 30 Grad an. Spitzenreiter war Kitzingen mit 35,0 Grad. Zudem war die Luftmasse sehr feucht. Am Abend lagen die in der Südhälfte verbreitet bei über 20 Grad. Stellenweise wurden sogar Taupunkte um 25 Grad registriert.

In dieser schwülwarmen bis heißen Luftmasse fehlte aber zunächst der Hebungsantrieb, sodass sich die Gewitteraktivität bis zum Abend in Grenzen hielt und somit bestes Bade- und Grillwetter herrschte. Erst im Laufe des Abends mit Annäherung von Tief ANNELIE kamen von Frankreich und Benelux die ersten kräftigen Gewitter auf. Im Verlauf des Abends formierte sich über dem äußersten Westen Deutschlands ein erstes Gewittercluster. An dessen Südostseite entwickelte sich ein erstes unwetterartiges Gewitter mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen, welches für eine kurze Pause beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Dänemark sorgte.

Zur gleichen Zeit zog auch ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz ein größeres Gewittersystem, dass sich bis Mitternacht nach Hessen ausbreitete. Dabei kam es zu heftigen Starkregen und schweren Sturmböen. Örtlich wurden Niederschlagsmengen bis 50 Liter pro Quadratmeter innerhalb von wenigen Stunden gemessen. Im weiteren Verlauf der Nacht verlagerte sich der Gewittercluster unter Abschwächung weiter nach Nordosten. Gegen Morgen wurden dann aber kaum noch Unwetterschwellen erreicht.

Auch von Niedersachsen bis nach Brandenburg entwickelten sich bereits am Abend gebietsweise kräftige Gewitter. Dort trat neben heftigem Starkregen auch häufiger Hagel auf. Lokal eng begrenzt wurden innerhalb von wenigen Stunden Niederschlagssummen um 60 Liter pro Quadratmeter beobachtet.

Trotzdem blieb die Gewitterlage der vergangenen Nacht glücklicherweise etwas hinter den Erwartungen. Vor allem die Windentwicklung während der Gewitter war schwächer ausgeprägt als gedacht. Dies könnte zum einen daran gelegen haben, dass die atmosphärische Grundschicht feuchter war als von den Modellen prognostiziert. Dadurch entfalten Gewitterfallböen nicht ihr volles Potenzial. Durch eine stärkere Verdunstung von Wassertröpfchen kühlt das Luftpaket nämlich innerhalb des Abwindbereiches eines Gewitters stärker ab. Dadurch wird dieses beschleunigt, da kühlere Luftmassen relativ zur Umgebungsluft eine höhere Dichte aufweisen. Dies führt zu höheren Windgeschwindigkeiten am Erdboden in der Nähe des Gewitters. Zudem war der Organisationsgrad der Gewittersysteme nicht so stark ausgeprägt, wie von den Vorhersagemodellen prognostiziert. Dadurch ist der Transport höherer Windgeschwindigkeiten in niedrigere Luftschichten schwieriger. Beide Faktoren könnten eine entscheidende Rolle gespielt haben und erklären, warum an den amtlichen Wetterstationen gestern Abend und eingangs der Nacht keine Orkanböen gemessen wurden.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.06.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/06/DWD-Die-Bilanz-von-Unwettertief-ANNELIE.png 743 1518 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-06-30 20:03:472024-07-04 11:06:47Die Bilanz von Unwettertief ANNELIE

Mit Pauken und Trompeten in den Herbst?

29. Juni 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Okay, der Titel mag vielleicht etwas reißerisch klingen, aber so ganz aus der Luft gegriffen, ist er vielleicht auch nicht. Denn wie im gestrigen Thema des Tages bereits beschrieben, greift in den Abendstunden im Zusammenhang mit Tief ANNELIE ein mächtiger Gewitterkomplex auf den Südwesten Deutschlands über. Er verlagert sich in der Nacht zum Sonntag nordostwärts und zieht Sonntagvormittag über die Ostsee ab. Vor allem vom Südwesten bis in die Mitte ausgreifend drohen dabei regional (extrem) heftiger Starkregen, schwere Sturm- bis Orkanböen und größerer Hagel. Die Folge können Überschwemmungen, vollgelaufene Keller und Unterführungen sowie umstürzende Bäume sein. Weiter von der Mitte in den Nordosten sinkt das Risiko für heftige Böen und Großhagel deutlich ab, mit heftigem Starkregen und örtlichen Überflutungen muss aber weiterhin gerechnet werden.

Doch bevor der Gewitterkomplex zuschlägt, wird aus Süden zunächst einmal noch sehr feuchte und heiße Mittelmeerluft nach Deutschland geleitet. In der Süd- und Südosthälfte steigt die Temperatur verbreitet auf über 30 Grad, im Süden sogar auf Höchstwerte um 33 Grad.

Nach Abzug des Komplexes am Sonntagvormittag kann man zwar schon von einer Wetterberuhigung sprechen, es bleibt aber auch am Sonntag unbeständig mit schauerartigen Regenfällen und einzelnen Gewittern. Allerdings strömt von Westen mit Durchzug von ANNELIESs Kaltfront deutlich kühlere Meeresluft ins Land, wie man schön in den Abbildungen 1 bis 3 sehen kann. Am Sonntag sind in der Westhälfte nur noch Höchstwerte zwischen 19 und 24 Grad drin, was regional durchaus bis zu 10 Grad Unterschied im Vergleich zum heutigen Samstag darstellen. Im Osten werden zwar nochmals um 30 Grad erwartet, am Montag liegt dann aber auch dort die 25-Grad-Marke außer Reichweite. Generell stellt sich in der neuen Woche ein Temperaturniveau ein, das meist nur noch mäßig warme Höchstwerte

zwischen 17 bis 23 Grad erlaubt. Dazu bleibt es ziemlich unbeständig und es wird windig.

Was sich schon fast wie Herbst anhört, ist eigentlich nichts weiter als ein typischer mitteleuropäischer Sommer. Für alle, die es dann aber doch gerne eine Spur wärmer haben: Zum Ende der kommenden Woche gibt es Hinweise, dass das Temperaturniveau wieder etwas nach oben geht – genauso wie allerdings auch die Unsicherheiten.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.06.2024

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/06/DWD-Mit-Pauken-und-Trompeten-in-den-Herbst.png 720 716 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-06-29 22:11:582024-07-04 11:09:13Mit Pauken und Trompeten in den Herbst?

Annelie die Schreckliche

28. Juni 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Das Wetter beruhigt sich mit Durchzug einer Kaltfront heute nur langsam und auch nur vorübergehend. Vor allem im Osten und Süden treten heute Gewitter auf, die aufgrund von heftigem Starkregen und teils größerem Hagel auch unwetterartig ausfallen.

Am morgigen Samstag sorgen flache Druckgegensätze über Mitteleuropa für weitgehend ruhiges und sommerliches Wetter tagsüber. In den Nachmittagsstunden fließen aus Südwesten wieder zunehmend feuchte Luftmassen ins Land und über den Bergen können sich einzelne Schauer oder Gewitter bilden, die aber eher schwacher Natur sind.

Am Abend macht sich das Gewittertief ANNELIE von Frankreich her auf den Weg nach Deutschland. Es konnte sich bereits am Freitag und auch am Samstag tagsüber mit ordentlich Feuchtigkeit aus dem Mittelmeerraum anreichern. Das Tief erreicht in den Abendstunden den Südwesten Deutschlands und bringt dort erste schwere Gewitter, heftigen Starkregen und zu Beginn auch noch größeren Hagel. Am Südrand des Tiefs sind in Verbindung mit Gewittern schwere Sturmböen (Bft 10) wahrscheinlich. Auch Orkanböen um 120 Kilometer pro Stunde lassen sich nicht vollkommen ausschließen.

Im rot markierten Bereich in obiger Grafik besteht neben den üblichen Gefahren bei Gewittern eine erhöhte Gefahr von Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern und Unterführungen. Kleinere Bäche und Flüssen können rasch anschwellen und über die Ufer treten. Der Wind kann für Ast- und Baumbruch und somit für Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr sorgen. Wer kann, sollte sich in der Nacht vor allem in einem Streifen vom Südwesten bis in den Nordosten nicht im Freien aufhalten. Ein häufigerer Blick in die WarnWetter App rettet unter Umständen Leben.

In der Nacht zum Sonntag zieht das Tief über die Mitte Deutschlands langsam nordostwärts und erreicht voraussichtlich am Sonntagvormittag den Nordosten des Landes. Auf dem Weg von der Mitte in den Nordosten schwächt sich das Tief samt Begleiterscheinungen etwas ab, sodass die Wahrscheinlichkeit für schwere Sturmböen deutlich zurückgeht. Auch die Gefahr von Großhagel und extremen Regenmengen nimmt signifikant ab. Nichtsdestotrotz kann es auch über dem Nordosten Gewitter oder auch mehrstündigen Starkregen geben, der regional für Überschwemmungen sorgen kann.

Im Verlauf des Sonntags sickert aus Nordwesten langsam wieder stabilere, aber auch kältere Luft ins Land. Vor der Kaltfront gibt es weiterhin verbreitet Schauer und Gewitter, allerdings sind diese allenfalls noch lokal unwetterträchtig.

Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.06.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/06/DWD-Annelie-die-Schreckliche.jpg 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-06-28 20:53:502024-07-04 11:11:43Annelie die Schreckliche

Schwere Gewitter samt Überflutungen

27. Juni 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Eine schwülwarme Luftmasse hat sich quasi in ganz Deutschland ausgebreitet. Infolgedessen gab es am gestrigen Mittwoch und in der vergangenen Nacht vor allem in der Mitte, im Süden und Südosten einige heftige Gewitter. Diese gingen insbesondere mit heftigem Starkregen einher. Größerer Hagel und Sturmböen spielten eher eine untergeordnete Rolle, traten ganz vereinzelt aber ebenfalls auf. Mangels Dynamik, Scherung und Strömung verlagerten sich die Gewitter kaum. Dadurch, dass die Luftmasse sehr feucht war, konnten sich an einigen Orten sprichwörtliche „Wasserbomben“ entladen. Während es an einem Ort dabei schüttete wie aus Eimern, blieb es im Nachbarort quasi trocken. In der nachfolgenden Grafik ist die aus Radardaten abgeleitete Niederschlagsverteilung zwischen Mittwochfrüh und Donnerstagfrüh zu erkennen. Oftmals fielen die dargestellten Mengen innert kurzer Zeit.

Am Morgen war in etwa ein Bereich vom Allgäu über Oberschwaben und den Bodensee bis nach Südbaden von den stärksten Gewittern betroffen. In Gottmadingen (Baden-Württemberg) regnete es beispielsweise zwischen 8 Uhr und 9 Uhr 70 l/m². Aber auch in Singen (Baden-Württemberg) kamen 45 l/m² innerhalb einer Stunde vom Himmel. Vollgelaufene Keller und Überschwemmungen waren die Folge. Auch der Bahnverkehr musste rund um Singen zeitweise eingestellt werden. Im weiteren Tagesverlauf entwickelten sich im gesamten Süden und später auch in der Mitte und im Osten vermehrt teils heftige Gewitter. Den Vogel abgeschossen hat dabei Backnang (Baden-Württemberg), wo es am Nachmittag knapp 71 l/m² innerhalb einer Stunde gab. Örtlich waren die Niederschlagsmengen sicherlich noch höher, es wurde aber keine offizielle DWD-Messstation getroffen.

Auch am heutigen Donnerstag drohen lokal heftige Gewitter in Deutschland. Am wahrscheinlichsten treten diese vom Norden bis in die südliche Mitte auf. Dann stehen erneut vollgelaufene Keller und Überflutungen auf der Tagesordnung.

Etwas mehr Ruhe kehrt dann erst am morgigen Freitag ein. Dann treten nur noch im Süden und Osten letzte schwere Gewitter auf.

Neben den Gewittern war es gestern auch noch verbreitet sehr warm. In einem breiten Streifen quer über der Mitte wurden flächendeckend über 30 °C gemessen. Spitzenreiter war Genthin (Sachsen-Anhalt) mit 33,1 °C. Aber nicht nur am Tage war es sehr warm, sondern auch die vergangene Nacht fiel äußerst mild aus. An zehn Standorten in einem Streifen zwischen dem Großraum Berlin und der Nordseeküste wurde eine Tropennacht mit Tiefstwerten > 20 °C registriert. In Lindenberg (Brandenburg) lag die Tiefsttemperatur beispielsweise bei 21,2 °C.

In der kommenden Nacht kann es im Osten sowie am Oberrhein erneut eine Tropennacht geben. Nachdem die Höchstwerte morgen allenfalls im äußersten Südosten und Osten noch die 30-Grad-Marke knacken, ist dies am Samstag in der Südosthälfte wieder verbreitet der Fall. Örtlich sind in Südostbayern auch 35 °C möglich. Für die nächste Woche deutet sich dann deutlich weniger warmes Wetter an und selbst 25 °C sind dann eher die Ausnahme. Der Temperatursturz geht dabei ab Samstagabend mit einem Gewittertief einher, das sich von Frankreich nach Westdeutschland verlagert. Es drohen dann überregional schwere Gewitter mit hohem Unwetterpotenzial.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.06.2024

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/06/DWD-Schwere-Gewitter-samt-Ueberflutungen.jpg 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-06-27 22:31:402024-07-04 11:13:47Schwere Gewitter samt Überflutungen

Kennen wir bereits das Wetter der nächsten sieben Wochen?

26. Juni 2024/in Thema des Tages, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am morgigen Donnerstag, den 27.06.2024, ist der „Siebenschläfertag“, einer der meteorologischen Lostage. Damit einher geht die alljährliche Fragestellung, ob das Wetter am morgigen Siebenschläfertag Aufschluss über das Wetter der nächsten sieben Wochen geben kann. Einige bekannte Bauernregeln zu diesem Tag lauten nämlich:

„Ist der Siebenschläfer nass, so regnet’s ohne Unterlass.“

„Regnet’s am Siebenschläfertag, es noch sieben Wochen regnen mag / der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.“

„Wenn’s an Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.“

„Wenn’s am Siebenschläfer gießt, sieben Wochen Regen fließt.“

„Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“

„Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag.“

Doch was ist dran an diesen Regeln oder sind deren Inhalt eigentlich nur ein Mythos? Und was hat eigentlich das putzige gleichnamige Nagetier mit dem Siebenschläfertag zu tun?

Das Tierchen hat tatsächlich nichts mit dem Siebenschläfertag zu tun. Der Ursprung findet sich in einer frühchristlichen Legende aus der Zeit der Christenverfolgung. Nach dieser Legende flüchteten sieben Brüder, die christliche Schafhirten waren, in eine Höhle bei Ephesos, um sich so vor ihren Verfolgern zu verstecken. Daraufhin wurde die Höhle von den Verfolgern zugemauert, um die Männer verhungern zu lassen. Dort fielen sie in einen tiefen Schlaf. Nach etwa 200 Jahren wachten sie wieder auf, als ein Hirte auf der Suche nach einer Unterbringungsmöglichkeit für seine Schafe die Höhle entdeckte. Die Männer bezeugten daraufhin ihren Glauben, starben allerdings kurze Zeit später. Ihnen zu Ehren wurde in der katholischen Kirche der 27. Juni als Gedenktag gewidmet. In der griechisch-orthodoxen Kirche ist es der 04. August und in der Ostkirche der 23. Oktober.

Kann das Wetter am Siebenschläfertag Aufschluss über das Wetter der nächsten sieben Wochen geben? Das Wetter der nächsten sieben Wochen kann man tatsächlich nicht am Wetter eines einzelnen Tages festmachen. Vielmehr muss eher der Zeitraum zwischen Ende Juni und Anfang Juli als Kriterium herangezogen werden. Nach der Gregorianischen Kalenderreform wäre dieser Lostag zudem eigentlich am 07. Juli. Grundsätzlich besteht für großräumige Wetterlagen in diesem Zeitraum eine Erhaltungstendenz über mehrere Wochen. Bezieht man die Regel des Siebenschläfertages also nicht auf einen einzelnen Tag, sondern auf den genannten Zeitraum, dann bewahrheitet sich diese Regel in etwa zwei von drei Jahren.

Der Siebenschläfertag gehört damit zu den Singularitäten, also den Witterungsregelfällen in der Meteorologie. Andere bekannte Beispiele für solche Singularitäten sind die Eisheiligen, die Schafskälte, die Hundstage, der Altweibersommer oder das Weihnachtstauwetter.

Und wie wird das Wetter am morgigen Donnerstag? Interessant ist erst einmal auch noch, wie das Wetter am heutigen Mittwoch ist. Gewittertechnisch geht es heute nämlich auch schon zur Sache. Dies betrifft in erster Linie die beiden südlichen Bundesländer. Doch zunächst die guten Nachrichten. Im Norden und in der Mitte verspricht der Tag sommerlich zu werden: Sonne satt und Höchstwerte zwischen 27 und 32 Grad. Allenfalls direkt an den Küsten ist es etwas frischer. Verantwortlich für diesen sommerlichen Wetterabschnitt ist das Hoch BIE, welches sich nordöstlich von uns vorübergehend eingenistet hat.

Auch im Süden liegen die Höchstwerte bei meist sommerlichen 26 bis 30 Grad. Im äußersten Süden reicht es aufgrund der morgendlichen Gewitter allerdings „nur“ für 23 bis 26 Grad. Die Gewittertätigkeit ist insbesondere in den beiden südlichen Bundesländern bereits wieder in vollem Gange. Später können dann auch im zentralen Bergland einzelne Gewitter auftreten. Aufgrund der geringen Zuggeschwindigkeit steht bei diesen Gewittern hauptsächlich der (extrem) heftige Starkregen im Fokus. Dieser tritt zwar nur sehr lokal und eng begrenzt auf, dort kann es aber dann durchaus heftig werden. Dann ist mit vollgelaufenen Kellern und Tiefgaragen zu rechnen, kleine Bäche können kurzzeitig anschwellen. Verantwortlich für diese Gewitter ist ein Tief über Italien, welches vor allem in höheren Luftschichten ausgeprägt ist. Dieses transportiert feuchte und zu Gewittern neigende Luft in den Süden Deutschlands.

Nachfolgend verlagert sich dieses Tief dann allmählich nordostwärts. Am heutigen Mittwoch sind die beiden südlichen Bundesländer von den Gewittern betroffen, am morgigen Donnerstag sind es dann weite Teile des Landes. Im Norden, im Westen sowie entlang des Oberrheingrabens wird es zudem ein schwül-heißer Tag mit Höchstwerten von 30 Grad und etwas darüber.

Würde man die Siebenschläfer-Regel wortwörtlich nehmen, würden uns also sieben schwül-heiße Wochen mit wahren „Wasserbomben“ an Gewittern bevorstehen.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.06.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/06/DWD-Kennen-wir-bereits-das-Wetter-der-naechsten-sieben-Wochen.png 1025 1914 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-06-26 19:32:332024-06-27 09:12:41Kennen wir bereits das Wetter der nächsten sieben Wochen?
Seite 73 von 226«‹7172737475›»
Search Search

Neueste Beiträge

  • Sommer, Sonne, Hitze
  • Von Sonnenstand und Höchsttemperatur
  • Mitternachtsdämmerung
  • Große Hitze und auch schwere Gewitter?
  • Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig

Kategorien

  • Allgemein (85)
  • Brand News (45)
  • Stories (10)
  • Tipps & Tricks (4)
    • Gesundheit (3)
  • Wetter (2.270)
    • Thema des Tages (2.254)
    • Wetterlexikon (1.296)
      • Klima (1.015)
    • Wind (579)

Archiv

  • Juni 2026 (23)
  • Mai 2026 (32)
  • April 2026 (29)
  • März 2026 (32)
  • Februar 2026 (28)
  • Januar 2026 (31)
  • Dezember 2025 (31)
  • November 2025 (31)
  • Oktober 2025 (31)
  • September 2025 (30)
  • August 2025 (31)
  • Juli 2025 (31)
  • Juni 2025 (32)
  • Mai 2025 (31)
  • April 2025 (33)
  • März 2025 (36)
  • Februar 2025 (27)
  • Januar 2025 (32)
  • Dezember 2024 (31)
  • November 2024 (30)
  • Oktober 2024 (33)
  • September 2024 (30)
  • August 2024 (31)
  • Juli 2024 (32)
  • Juni 2024 (30)
  • Mai 2024 (30)
  • April 2024 (30)
  • März 2024 (32)
  • Februar 2024 (29)
  • Januar 2024 (31)
  • Dezember 2023 (31)
  • November 2023 (30)
  • Oktober 2023 (31)
  • September 2023 (29)
  • August 2023 (35)
  • Juli 2023 (34)
  • Juni 2023 (35)
  • Mai 2023 (32)
  • April 2023 (30)
  • März 2023 (30)
  • Februar 2023 (28)
  • Januar 2023 (33)
  • Dezember 2022 (30)
  • November 2022 (30)
  • Oktober 2022 (31)
  • September 2022 (30)
  • August 2022 (32)
  • Juli 2022 (31)
  • Juni 2022 (32)
  • Mai 2022 (32)
  • April 2022 (30)
  • März 2022 (32)
  • Februar 2022 (27)
  • Januar 2022 (31)
  • Dezember 2021 (31)
  • November 2021 (30)
  • Oktober 2021 (34)
  • September 2021 (30)
  • August 2021 (30)
  • Juli 2021 (33)
  • Juni 2021 (31)
  • Mai 2021 (30)
  • April 2021 (33)
  • März 2021 (33)
  • Februar 2021 (30)
  • Januar 2021 (38)
  • Dezember 2020 (39)
  • November 2020 (33)
  • Oktober 2020 (38)
  • September 2020 (32)
  • August 2020 (33)
  • Juli 2020 (22)
  • Juni 2020 (22)
  • Mai 2020 (16)
  • April 2020 (13)
  • März 2020 (15)
  • Februar 2020 (15)
  • Januar 2020 (16)
  • Dezember 2019 (9)
  • November 2019 (13)
  • Oktober 2019 (13)
  • September 2019 (16)
  • August 2019 (7)

Schlagwörter

Bodenseeschifferpatent Brand News Druckgradienten Eis Frost Gewitter Herbstwetter Hitzewelle Hochdruck Hochdruckgebiet Hochnebel Hurrikan Kaltfront Klimawandel Luftdruckmuster Meereisrückgang Nebel Niederschlag Polarluft Regen SBF-Binnen SBF-Binnen unter Segeln SBF-See Schnee Sommer Sommerzeit Sonnenschein Sportboot-Patente Sportbootführerschein Starkregen Sturm Sturmböen Sturmtief Temperatur Thema des Tages Tiedruckgebiet Tiefdruckgebiet Tiefdruckgebiete Trockenheit Wetter Wetterumschwung Wettervorhersage Wind Winter Winterwetter
Search Search
© Copyright - Windinfo.eu
  • Link zu Facebook
  • Link zu Youtube
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen