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Schlagwortarchiv für: Tiefdruckeinfluss

Nicht so schönes Wochenende?

11. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Aktuell zeigt die Bodenwetterkarte zwar den Einfluss eines Hochdruckgebietes, wer aber aus dem Fenster guckt, der sieht oft dichte und dunkle Wolken oder gar Regen und Gewitter. Dazu ist es recht frisch für fast Mitte Juni. Die Temperaturen liegen am Nachmittag meist zwischen 16 und 20 Grad.

Grund für das wenig sommerliche Wetter ist das Bodentief ROSI über der Norwegischen See. Es ist auch in höheren Luftschichten gut ausgeprägt und die Ausläufer reichen bis nach Deutschland. Dabei gelangt aus Westen subpolare Meeresluft zu uns, die nicht nur kühl sondern auch feucht ist.

links: Karte Europa und Nordatlantik mit Frontenanalyse des DWD vom 11.06.2026 6 UTC; rechts: Vorhersage Höhenwetterkarte aus ICON für den 11.06.2026 12 UTC

An der Konstellation ändert sich auch am morgigen Freitag wenig. Zwar wird ROSI dann unter Auflösungserscheinungen den Weg über Skandinavien ostwärts nehmen. Auf dem Atlantik stehen aber neue Tiefdruckgebiete bereit, um die Wetterregie bei uns zu übernehmen. Aus Westen breiten sich bereits in der Nacht zum Freitag schauerartige Regenfälle zu uns aus, die im Tagesverlauf auch den Osten und Südosten Deutschlands erreichen. In der Nacht zum Samstag ziehen die Niederschläge dann allmählich ostwärts ab. Bis dahin regnet es am Alpenrand recht langanhaltend, sodass regional über 30 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden zusammenkommen.

Am Samstag liegen wir zwischen Tiefdruckgebieten über Skandinavien und einem Hochdruckgebiet, das von der Biskaya bis nach Tunesien reicht, in einer straffen nordwestlichen Strömung. Dabei wird in den Norden und Osten kühle und feuchte Luft geführt, die immer wieder für Schauer und auch Gewitter sorgt. Im Südwesten kommt dagegen trockene und milde Luft an und bei viel Sonnenschein steigt die Temperatur verbreitet auf sommerliche Werte über 25 Grad. Etwas ungemütlich ist der bundesweit frische bis starke Wind, der in Böen auf den Bergen und an den Küsten durchaus stürmisch sein kann. Er dämpft das Wärmeempfinden, wobei im Norden bei Maxima von 16 bis 20 Grad kaum von Wärme gesprochen werden kann.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage von Isobaren und Fronten für Samstag, den 13.06.2026 12 UTC

Am Sonntag verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt nach West- und Nordwesteuropa und der Tiefdruckeinfluss aus Nordosten gewinnt. Damit wird die milde Luft wieder nach Frankreich und in die Schweiz gedrängt und auch im Südwesten setzt sich wieder kühlere Luft durch. Mit etwas Glück werden am Hochrhein noch knapp über 25 Grad erreicht. Da der Anteil an trockener Luft aber überwiegt, sind Schauer zwischen Eifel und Bodensee unwahrscheinlich. Anders sieht es nördlich des Mains aus. Da fließt die kühle und feuchte Luft weiter ungehindert ein und es kommt wiederholt zu Schauern, im Nordosten auch zu Gewittern. Die Höchstwerte liegen zwischen 16 und 20 Grad. Da der Druckgradient dort weiterhin recht hoch ist, ist auch der Wind noch frisch unterwegs. Nach Süden hin fächert der Gradient mit abziehendem Hoch auf und der Wind lässt deutlich nach.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage von Isobaren und Fronten für Sonntag, den 14.06.2026 12 UTC

Fazit: Wie immer ist die Ansicht des „schönen“ Wetters subjektiv. Für den Fan von Sonne und Wärme lohnt sich am Wochenende ein Ausflug in den Südwesten Deutschlands. Wen dichte Wolken und mindestens zeitweise Nässe nicht stören, der ist im Nordosten gut aufgehoben. Alle, die sich an wechselhaftem Wetter erfreuen, werden dazwischen sicher glücklich.

Dipl. Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Nicht-so-schoenes-Wochenende-1.png 802 2242 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-11 19:18:032026-06-15 22:47:59Nicht so schönes Wochenende?

Schwere Gewitterlage

4. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Sturmtief TIM sorgt in Deutschland für ordentlich „Action“ in der Wetterküche. Zwar liegt der Kern über dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland, jedoch reicht sein Einflussbereich bis nach Mitteleuropa. Das dazugehörige Frontensystem liegt zurzeit diagonal über Deutschland und trennt die schwülwarme und energiegeladene Luft im Südosten des Landes von der kühleren Luft im Nordwesten. 

Am heutigen Mittwoch stellt sich also im Südosten und in Teilen des Ostens eine schwere Gewitterlage ein. Bereits in den in den Mittagstunden zieht ein kräftiges, mit Gewittern durchsetztes Regengebiet an der Luftmassengrenze nach Nordosten. Später bilden sich daran teils heftige Gewitter, die sich in der energiereichen Luft ostwärts verlagern. Aber besonders im Südosten Deutschlands (östliches Baden-Württemberg und Südostbayern) muss man ab dem Nachmittag mit schweren Gewittern rechnen, die neben heftigem Starkregen auch Großhagel und schwere Sturm- oder gar orkanartige Böen mit sich bringen können. Zuvor sorgt dort der Föhn für aufgelockerte Bewölkung. Im südlichen Alpenvoland ist daher die Lage besonders tückisch, denn es kann passieren, dass der Föhn die Entstehung von Gewittern verhindert. Aber beim Föhnzusammenbruch frischt der Wind plötzlich bis auf Sturmstärke auf, ohne Anzeichen eines Gewitters. Es ist also Vorsicht geboten, vor allem für die Segler, die auf den südbayerischen Seen segeln. Im Nordwesten bleibt man von all dem verschont: Dort dominiert ein freundlicher Wechsel aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen.

 

Die markierten Bereiche zeigen die Gebiete, in denen Gewitter erwartet werden. Der rot markierte Bereich zeigt die Regionen mit der höchsten Unwettergefahr. 

Am Donnerstag macht sich hinter der Kaltfront deutlich ungemütlicheres und windiges Wetter breit. Die Sonne zeigt sich eher selten, stattdessen dominieren dichtere Wolkenfelder. Immer wieder ziehen Schauer und Gewitter durch. Es besteht aber keine Unwettergefahr mehr. Diese wechselhafte Wetterlage setzt sich auch am kommenden Wochenende fort. Dabei ziehen immer wieder Tiefausläufer durch, die Regen oder Schauer bringen, kurze Gewitter sind auch dabei. Die Temperaturen gehen etwas zurück, am Sonntag wird dann nur im Osten des Landes die 20-Grad-Marke überschritten. Ein eher unterkühltes, wechselhaftes und windiges Wochenende steht uns bevor. Am Pfingstmontag kommt voraussichtlich ein Hoch und sorgt wieder für freundlicheres Wetter und steigende Temperaturen.
 

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Schwere-Gewitterlage-teil-1.jpg 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-04 21:52:242025-06-09 18:39:07Schwere Gewitterlage

Endlich Regen – aber Vorhersage mit Tücken

13. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Heute ist der Tag auf den viele sehnsüchtig gewartet haben. Das Wetter stellt sich um, und endlich fällt auch mal wieder Regen. Tief Christian südöstlich von Island sorgt mit feuchter und milder Luft für wechselhaftes Wetter. Seine Kaltfront, in die auch noch das kleinräumige Tief Benedikt eingelagert ist, stand heute Morgen in den Startlöchern, um Deutschland ostwärts zu überqueren. Die Bodenanalysekarte in Abbildung 1 zeigt u.a. den Frontverlauf der Kaltfront um 08 MESZ. Zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich die Front über die Nordsee und die Maasmündung sowie Frankreich hinweg bis nach Galizien. 

Bodenanalyse vom 13.04.2025, 06 UTC 

Grundsätzlich bleibt Christian auch in den kommenden Tagen ein entscheidender Spielgestalter beim Wetter. Zeitweise bekommt er aber Unterstützung. So ist jetzt schon absehbar, dass am Montag und in der Nacht zum Dienstag Tief Darius von Südwesten über die Biskaya hinweg das Spielfeld betritt. In der zweiten Wochenhälfte soll dann ein weiteres Tief von Westen die Biskaya ansteuern und den Tiefdruckeinfluss bei uns regenerieren.

Wenn so viele Tiefs mitmischen (und es sind nicht nur die bisher genannten drei, sondern noch einige Teil- und Randtiefs mehr), dann ist ordentlich Wuling in der Wetterküche. Eine zuverlässige Prognose der Tiefs, ihrer Intensitäten, der Zugbahnen und der Wechselwirkungen ist den Vorhersagemodellen dann nicht möglich. In der Folge grübeln die Meteorologinnen und Meteorolog über der möglichen Wetterentwicklung.

Was die Vorhersagemodelle in der kommenden Woche bezüglich des Niederschlages so anbieten, ist in Abbildung 2 dargestellt. Zu sehen ist der akkumulierte Niederschlag bis in die Nacht zum Samstag, 19.04., links vom Vorhersagemodell IFS des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage in Reading, rechts dagegen von ICON-ART, einem Derivat des DWD-Modells ICON. 

Akkumulierter Niederschlag (Modellläufe vom 13.04.2025, 00 UTC) bis Samstag, 19.04.2025, 00 UTC (UTC = MESZ – 2 Stunden). IFS (Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage, links), ICON-ART (Deutscher Wetterdienst, rechts). 

Bei genauerem Hinsehen erkennt man durchaus Gemeinsamkeiten, z. B. einen Streifen recht hoher Niederschlagsintensitäten, der sich von Ostfrankreich über das Ruhrgebiet bis nach Schleswig-Holstein zieht. Er steht in Verbindung mit einem kleinräumigen Tief, dass sich am Mittwoch von den Ostalpen nordwärts in Bewegung setzen soll und am Donnerstag voraussichtlich die westliche Ostsee erreicht. Auf seiner Westflanke soll es kräftiger regnen, darüber herrscht – zumindest Stand jetzt – Einigkeit. Ganz anders sieht die Sache in Bayern aus. Während IFS dort von den Alpen bis nach Franken intensive Regenmengen avisiert, simuliert ICON dort nur geringen Regen, vom Inn bis nach Passau soll es nach ICON sogar praktisch trocken bleiben.

Wer diesbezüglich genauer nachforscht, kann nicht nur den Zeitraum eingrenzen, in dem diese Modellunterschiede greifen. Man kann sogar noch größere Unterschiede finden – wenn man die richtigen Modelle vergleicht. In Abbildung 3 sind entsprechend die 24-stündigen Niederschlagssummen von Freitag, 18.04., 02 MESZ bis Samstag, 19.04., 02 MESZ abgebildet, einerseits nach dem uns schon bekannten IFS, andererseits nach dem amerikanischen GFS. Während die Kolleginnen und Kollegen aus dem englischen Reading nach jetzigem Stand sogar warnwürdige Mengen (Dauerregen) vorhersagen, bleibt es nach GFS praktisch trocken. Wie kommt es dazu? 

24-stündiger Niederschlag von Freitag 18.04.2025, 02 MESZ, bis Samstag, 19.04.2025, 02 MESZ. IFS (oben) und GFS (US National Weather Service, unten) 

Der Antwort auf diese Frage kommt man mit einer detaillierteren Betrachtung des Bodendruckfeldes näher. Dieses ist für GFS und IFS (jeweils Freitag, 18.04., 14 MESZ) in der Abbildung 4 zu finden. 

Bodendruckverteilung nach IFS (oben) und GFS (unten) für Freitag, 18.04.2025, 14 MESZ 

Im oberen Teil der Abbildung 4, der die Druckverhältnisse (Isobaren, Linien gleichen Drucks) bei IFS beschreibt, zieht sich eine Tiefdruckrinne von der westlichen Ostsee über Polen hinweg bis nach Kroatien. Dieser steht eine Hochdruckzone gegenüber, die von der südlichen Nordsee über Benelux bis nach Südfrankreich reicht. Zwischen diesen Druckgebilden stellt sich eine nordwestliche Strömung ein. Der in der Grafik erkennbare Pfeil weist genau auf die Alpen, wo sich dann Staueffekte einstellen. Das IFS prognostiziert entsprechend kräftige Stauniederschläge.

Anders die Situation bei GFS. Bei diesem Modell zieht sich eine Zone hohen Luftdrucks von der westlichen Ostsee nach Süden zu den Ostalpen (die rote Farbe der Isobaren deutet zwar absolut betrachtet niedrigen Luftdruck an, relativ zur Umgebung ist der Druck aber hoch). Westlich dieser Hochdruckzone wird Luft nach Norden, östlich davon dagegen Luft nach Süden geführt (Pfeile). Die Region nördlich der Ostalpen, zu denen auch Bayern gehört, ist in diesem Szenario von geringer Dynamik geprägt. Entsprechend bleibt es bei GFS am Freitag trocken.

Solche Modelldifferenzen lassen sich in den kommenden Tagen in unterschiedlicher Intensität in vielen Regionen finden. Und dies nicht nur zwischen verschiedenen Vorhersagemodellen. Auch die aufeinander folgenden Prognosen ein und desselben Modells weisen teils eine deutliche Spreizung auf. Was ganz nebenbei auch dazu führt, dass die auf ihren Aussagen basierenden Wetter-Apps mitunter stattliche Sprünge vollführen. Soll man sich darüber ärgern? Das kann man natürlich ganz nach Gusto tun. Aber mit den Apps verhält es sich wie mit einem Navi: Eine neue Route wird selbstverständlich angezeigt, und eine Wetter-App zeigt natürlich die neuen „Vorstellungen“ des Wettermodells an. Und diese sind, das darf man sich gerne in Erinnerung rufen, immer wahrscheinlicher als die alten Lösungsvorschläge. 

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Endlich-Regen-–-aber-Vorhersage-mit-Tuecken-teil-1-.png 632 889 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-13 11:05:592025-04-24 11:20:09Endlich Regen – aber Vorhersage mit Tücken

Von der Kälte direkt in die „Hitze”

21. Februar 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

So schnell kann es gehen: Zu Wochenbeginn fröstelten größere Teile Deutschlands bei zweistelligen Minusgraden in der Nacht. Jetzt das Gegenteil: Am heutigen Freitag klettern die Werte auf deutlich zweistellige Plusgrade. Und auch in den kommenden Tagen wird es zumindest tagsüber sehr mild.

Heutige Spitzenreiter sind dabei einzelne Orte in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit Temperaturen von über 18 Grad. Aber auch insgesamt sind heute verbreitet äußerst milde Werte zu finden. Diese liegen vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands zwischen 15 und 17 Grad. Nicht ganz so glimpflich davon kommen dagegen der Nordosten und äußerste Osten Deutschlands sowie das thüringische Werratal. Hier hält sich die zuvor eingeflossene Kaltluft noch ziemlich hartnäckig. So sind im thüringischen Meiningen bei Dauernebel nur sechs Grad zu vermelden. Auch zwischen Zittauer Gebirge und Stettiner Haff zeigt das Thermometer weiterhin nur einstellige Plusgrade. Auf der Insel Rügen hat es teilweise gar nur drei Grad.

Doch wie kommt’s? Nach länger anhaltender Hochdruckphase (sog. Blockierungslage), bei der arktische Kaltluft nach Mitteleuropa gelangte, übernehmen nun atlantische Tiefdruckgebiete wieder das Zepter. Dabei hat die Strömung mittlerweile auf südliche Richtungen gedreht, sodass milde Luftmassen aus Südwesteuropa direkt den Weg zu uns finden und uns diese frühlingshaft anmutenden Temperaturen bescheren. Die Hauptrolle spielt dabei ein mächtiger und ausgedehnter Tiefdruckkomplex bei Island („Nico” und „Orkan”), dessen Ausläufer sich bis zu uns nach Deutschland erstrecken. Gleichzeitig wirken noch die letzten Reste von Hoch „Fenja” über Osteuropa. Zum einen bemerkbar durch die letzten Reste kalter Luft im Osten, zum anderen dadurch, dass die Erwärmung ohne große Niederschläge, stattdessen aber mit oftmals heiterem und trockenem Wetter einhergeht. 

Aktuelle Großwetterlage mit Frontensystemen, bezeichneten Druckgebieten und Luftmassenzufuhr (Quelle: DWD) 

Diese milde Witterung bleibt uns auch in den kommenden Tagen erhalten. Die atlantischen Tiefdruckgebiete bleiben nun erstmal wetterbestimmend und lenken auch in der kommenden Woche weiterhin milde Luftmassen nach Deutschland. Unbeständiges Wetter ist dabei aber zunächst nicht zu erwarten. Der Hochdruckblock östlich von uns wirkt diesem noch entgegen.

Erst ab Montagabend sorgt ein durchziehendes Frontensystem verbreiteter für etwas Niederschlag. Aber auch nach dessen Durchzug bleibt es zunächst weiterhin relativ mild. Nachtfröste sind zwischenzeitlich kaum noch ein Thema. Vor allem mit Beginn der kommenden Woche sinken die Temperaturen nachts nur noch ganz vereinzelt unter den Gefrierpunkt. Erst ab der zweiten Wochenhälfte deutet sich wieder ein Trend zur Abkühlung an. 

Prognose der Höchsttemperaturen für die kommenden Tage (Quelle: DWD)  

M.Sc. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/02/Von-der-Kaelte-direkt-in-die-„Hitze-teil-1-1.png 1125 1586 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-02-21 12:29:342025-02-24 13:55:30Von der Kälte direkt in die „Hitze”

Tag des Handtuchs

25. Mai 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Vor mehr als 50 Jahren hatte der britische Schriftsteller Douglas Adams die Idee für eine Science-Fiction Reihe basierend auf den Reiseratgebern „Per Anhalter durch Europa“. Mit einer Mischung aus Komik und Satire schrieb er in insgesamt fünf Bänden über Abenteuer im Weltall. Der erste Band ist „Per Anhalter durch die Galaxis“. In ihm soll die Erde von Außerirdischen zerstört werden. Auf der Flucht nimmt einer der Hauptakteure den nützlichsten Gegenstand aus seinem Haus mit – ein Handtuch.

So ein Handtuch ist in der Tat sehr praktisch: Es trocknet und schützt in vielerlei Hinsicht. Gerade bei dem derzeit eher wechselhaften Wetter kann sich ein Handtuch als sehr nützlich erweisen. Bis zu einem gewissen Grad schützt es vor Regen, kann aber auch nach einem Schauer zum Abtrocknen verwendet werden. Die Sonne zeigt sich derzeit zwar nur kurz, im Falle eines Falles spendet ein Handtuch aber auch Schatten. Ist es einmal frischer, so dient es als wärmende Decke. Leicht befeuchtet kann es an warmen Tagen für Abkühlung auf der Haut sorgen. Man kann es als Unterlage verwenden oder etwas darin verpacken. So vielseitig wie ein Handtuch ist kaum ein zweiter Gegenstand.

Neben dem nützlichsten Gegenstand werden in den Bänden auch andere weltumspannende Themen erörtert. So gibt es zum Beispiel die Antwort auf die letzte aller Fragen und den wichtigsten Rat an die Menschheit überhaupt. Im Jahre 2001 verstarb Douglas Adams überraschend an einem Herzinfarkt. Sein Werk jedoch ist bis heute Kult. Ihm zu Ehren ist der 25. Mai seit 2001 der Tag des Handtuchs.

Wenn Sie sich nicht als Fan von „Per Anhalter durch die Galaxis“ outen und dennoch einen lieben Gruß an Douglas Adams senden möchten, dann tragen Sie heute einfach ein Handtuch bei sich. Sie können es benutzen, um sich vor der Sonne zu schützen. Aber auch nach einem Schauer oder Gewitter kann es Ihnen nützliche Dienste erweisen. Auf das Handtuch angesprochen, finden Sie sicher eine plausible Erklärung.

Auch in den Folgetagen müssen Sie das Handtuch nicht weit weg hängen, es kommt in feuchter Luft und mit Tiefdruckeinfluss immer wieder zu Schauern und Gewittern. Örtlich können diese kräftiger ausfallen und sich zu wahren Wasserbomben entwickeln. Dann sind in kurzer Zeit hohe Regenmengen möglich und Sie brauchen vermutlich mehr als nur ein Handtuch.

Es empfiehlt sich also, hin und wieder in die Wetter- und Warnlage zu schauen und den aktuellen Stand in Sachen Schauern und Gewittern zu verfolgen. Es wird nicht jeden treffen, aber da, wo sich kräftige Gewitter entladen, sind Überschwemmungen möglich.

So long und 42.

Dipl.Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.05.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-05-25 18:14:422024-06-25 10:53:19Tag des Handtuchs

Die Tiefs ELFI 1 und 2 bringen zumindest vorübergehend die unbeständige Witterung zurück!

10. März 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Nach ein paar frühlingshaften Tagen mit recht viel Sonnenschein ist nun wieder Tiefdruckeinfluss am Zug. In diesem Kontext ist die Rede von Tief ELFI, welches die Gabe hat, als eine Art Dipoltief sowohl im Golf von Biskaya als auch über dem Alpenraum einen Schwerpunkt zu bilden. In den Tiefdruckkomplex um ELFI wabert schließlich auch noch ein Tiefausläufer (vgl. Abb. 1).

Am heutigen Sonntag spüren die meisten Bürger des Landes aber noch wenig vom aufziehenden Tiefdruckkomplex um ELFI 1 und 2. Vielfach kann die Sonne abgesehen von mehr oder weniger dichten Schleierwolken noch häufiger scheinen. Erst ab dem Mittag schickt ELFI schließlich als Vorhut eines Tiefausläufers dichtere Wolken von Westen und Südwesten her ins Land, die schließlich eine unbeständige Witterungsperiode einläuten. Da auf der Ostflanke von ELFI die Luft direkt aus dem zentralen Mittelmeerraum herumgeholt bis nach Deutschland gelangt, sind die Temperaturen für die Jahreszeit weiter ungewöhnlich warm. Mit Föhnunterstützung am östlichen Alpenrand sind Höchstwerte bis 20 Grad möglich, aber auch sonst muss man bei meist zweistelligen Werten nicht frieren. Nur im Küstenumfeld, wo die noch kühle See die Temperaturen dämpft, fühlt es sich bei einem stark böigen Ostwind doch sehr frisch an. Resultierend liegen die aktuellen positiven Abweichungen ausgewählter Städte in Deutschland zwischen 1,7 und 3,8 Grad. In der Fläche werden derzeit im Vergleich zum vieljährigen Mittel von 1991 bis 2010 eine positive Anomalie von rund 2,4 Grad verzeichnet (vgl. Abb. 2).

Zum Wochenstart am Montag und Dienstag schwingt dann Tief ELFI den Löffel in der Wetterküche Deutschlands. Dabei erhält sie aber auch Unterstützung aus höheren Luftschichten. Somit muss in weiten Teilen Deutschlands wieder mit Regen gerechnet werden. Vor allem im Westen und der Mitte kann es auch kräftiger und länger anhaltend nass bleiben (Dauerregen). Der Osten bekommt dagegen kaum etwas vom ungemütlichen Wetter ELFIs ab. Ab Mittwoch soll sich dann wieder vorübergehend ein Hoch über Mitteleuropa einnisten. Wie stetig dieses ist oder ob ab Freitag von Westen rasch wieder neue Tiefausläufer atlantischer Tiefs auf das Land übergreifen, muss noch abgewartet werden. Zumindest der Donnerstag scheint nach aktuellem Stand nahezu landesweit wieder freundlich und trocken zu sein.

Da kurz- und mittelfristig polare Kaltluft nicht angezapft wird und stattdessen die Luft eher vom Atlantik oder dem westlichen Mittelmeerraum nach Deutschland strömt, bleiben die Temperaturen für die Jahreszeit überdurchschnittlich. In der zweiten Dekade weist z.B. das IFS des europäischen Zentrums für mittelfristige Vorhersagen (ECMWF) eine positive Abweichung von 1 bis 6 Grad aus (vgl. Abb. 3). Auch nach dem GFS bzw. CFSR des National Centers for Environmental Prediction (NCEP) soll es 2 bis 6 Grad zu warm sein (ohne Abb.). Bis Ende März geben die mittel- und langfristigen Modellprognosen im Vergleich zu den typischen klimatischen Bedingungen schließlich einen positiven Temperaturoffset von rund 1 bis 4 Grad an (ohne Abb.). Somit würde sich auch der März in die überdurchschnittlich temperierten Monate einreihen.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.03.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/03/DWD-Die-Tiefs-ELFI-1-und-2-bringen-zumindest-voruebergehend-die-unbestaendige-Witterung-zurueck.png 722 1016 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-10 18:26:092024-07-04 14:11:12Die Tiefs ELFI 1 und 2 bringen zumindest vorübergehend die unbeständige Witterung zurück!
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