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Deutschlandwetter im April 2022

2. Mai 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im April 2022*

1. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 10,7 °C – Abweich. +0,8 Grad 2. Platz Freiburg (Baden-Württemberg) 10,6 °C – Abweich. +1,6 Grad 3. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 10,5 °C – Abweich. +0,4 Grad

Besonders kalte Orte im April 2022*

1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 3,0 °C – Abweich. -0,3 Grad 2. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 3,3 °C – Abweich. +0,1 Grad 3. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 3,8 °C – Abweich. +0,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im April 2022**

1. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 174,8 l/m² -99 Prozent 2. Platz Todtmoos (Baden-Württemberg) 172,3 l/m² -117 Prozent 3. Platz Anger-Stoißberg (Bayern) 168,2 l/m² -110 Prozent

Besonders trockene Orte im April 2022**

1. Platz Wiesenburg (Brandenburg) 8,6 l/m² -19 Prozent 2. Platz Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) 10,6 l/m² -26 Prozent 3. Platz Boltenhagen (Mecklenburg-Vorpommern) 11,6 l/m² -29 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im April 2022**

1. Platz Arkona (Mecklenburg-Vorpommern) 284 Stunden -156 Prozent 2. Platz Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern) 256 Stunden -128 Prozent 3. Platz Rostock-Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) 255 Stunden -147 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im April 2022**

1. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 139 Stunden -99 Prozent 2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 145 Stunden -107 Prozent 3. Platz Zwiesel (Bayern) 147 Stunden -99 Prozent

oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahreszeitmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990). ** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitwertes zum vieljährigen Jahreszeitmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

M.Sc.-Met. Sebastian Altnau

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 02.05.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-05-02 16:00:422022-05-02 16:02:29Deutschlandwetter im April 2022

Weltlachtag

1. Mai 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Im Jahre 1998 hat der Gründer der Lachyoga-Bewegung, Madan Kataria, den Weltlachtag ins Leben gerufen. In diesem Jahr steht der Weltlachtag im Zeichen von „Weltfrieden durch Lachen“. Am Nachmittag gegen 14 Uhr soll durch gemeinschaftliches lautes Lachen ein Friedenszeichen in den Himmel gesendet werden.

Weltweit erfreut sich das Lachyoga großer Beliebtheit. In sogenannten „Lachclubs“ kann man zusammen lachen und Lachen ist nachgewiesenermaßen gesund. Es erhöht den Spiegel des Wachstumshormons HGH und stärkt so das Immunsystem. Die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol wird vermindert und die Muskeln entkrampfen sich. Durch die Erweiterung der Blutgefäße beim Lachen soll verstopften Arterien und somit Herzerkrankungen vorgebeugt werden.

Damit Ihnen das Lachen auch ohne entsprechende Yogaübungen gelingt, haben wir ein paar Witze und lustige Sprüche zum Wetter zusammengetragen:

Der Hotelchef hört wie der neue Portier telefoniert: „NEIN“, sagt der Portier, „das haben wir nicht. Ganz bestimmt nicht. Und kriegen wir auch in den nächsten Tagen nicht.“ Da reißt der Chef ihm die Hörer aus der Hand und schreit in die Muschel: „Natürlich, das haben wir, und das werden wir auch morgen haben. Und wenn es nicht reicht, besorgen wir Neues.“ Und dann flüstert er dem Portier zu: „Man sagt nie zu den Gästen, dass etwas nicht da ist, sie Trottel! Was will der Mann überhaupt?“ „Er fragt, ob wir schlechtes Wetter haben.“

—

Zwei Golfer spielen bei Wind und Regen. Sagt der eine: „Stell dir vor, meine Frau hat mich doch tatsächlich gefragt, ob ich ihr nicht mit im Garten helfen könnte?“ Sagt der andere: „Bei dem Sauwetter!“

—

In der Schule fragt der Lehrer: „Wer kann mir die drei Eisheiligen nennen?“ Meldet sich Fritzchen: „Langnese, Schöller und Mövenpick!“

—

Anruf beim Wetteramt: „Ihre leichte Bewölkung wird gerade von der Feuerwehr aus meinem Keller gepumpt!“

—

Wie nennt man den Tag nach zwei Regentagen? Montag!

—

Der Frühling ist wie ein Makler: Zeigt dir kurz, wie nett es sein könnte und nervt dann nur noch.

—

Was ist die gefährlichste Zeit des Jahres? Der Sommer: Die Sonne sticht, die Salatköpfe schießen, die Bäume schlagen aus und der Rasen wird gesprengt.

—

Mut ist, wenn man ohne Regenschirm auf die Straße geht, obwohl der Wetterbericht gutes Wetter angesagt hat.

—

Was ist ein Keks unter einem Baum? Ein schattiges Plätzchen.

—

Pilot: „Wie ist das Wetter bei Ihnen?“ Turm: „Wir haben zehn achtel Bewölkung“ Pilot: „Wie können Sie zehn Achtel haben?“ Turm: „Ganz einfach. Gestern hatten wir acht Achtel – und heute sieht es viel schlechter aus.“

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 01.05.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-05-01 15:59:442022-05-01 16:01:50Weltlachtag

Trockenheit im Norden und Osten sowie die Krux mit der Niederschlagsstatistik

30. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Schaut man auf die Niederschlagsstatistik des fast vergangenen Aprilmonats, so ergibt sich im Vergleich zur Klimareferenzperiode von 1991 bis 2020 im Flächenmittel über Deutschland ein Plus von nahezu 25 %. Und auch im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990, als die Aprilmonate im Schnitt noch deutlich nasser waren, zeigen sich nur leicht negative Abweichungen.

Gleichzeitig mehren sich Meldungen in der Presse, die eine andere Sprache sprechen. Der RBB schreibt: „In fast allen Brandenburger Landkreisen besteht hohe Waldbrandgefahr.“ Und die Lübecker Nachrichten melden: „Landwirte in Schleswig-Holstein sehnen Regen herbei.“

Wie passt das eigentlich zusammen?

Ein wichtiger Punkt sind die vorhandenen großen regionalen Unterschiede in Deutschland. So gibt es Regionen in Deutschland, wo nicht einmal 50 % der zu erwartenden Niederschlagsmengen im Gesamtmonat gefallen sind (z.B. in der Leipziger Tieflandsbucht, Flughafen Leipzig/Halle:14.4 l/m² (33 %), während andernorts sogar fast das Doppelte der durchschnittlichen Monatsmenge erreicht wurde (z.B. in der Nordhälfte von Baden-Württemberg, Stuttgart-Schnarrenberg: 98.2 l/m² (183 %). Im Flächenmittel über Deutschland heben sich diese Unterschiede dann wieder auf.

Setzt man die regionale Brille auf, fällt also auf, dass besonders der Osten des Landes, der Alpenrand und die Regionen in Richtung Eifel unterdurchschnittliche Mengen bekommen haben.

Aber was ist mit dem dringend herbeigesehnten Regen im Norden Deutschlands? Die Niederschlagsbilanz weist für den Monat April sogar klar überdurchschnittliche Mengen selbst für die Referenzperiode von 1961 bis 1990 aus. Und damit gelangt man zum zweiten Problem mit der Monatsstatistik. Diese liefert nämlich keinerlei Aussage darüber, wann die Niederschläge gefallen sind und wie oft es geregnet hat. Theoretisch könnten sogar ein oder zwei kräftigere Gewitter die Monatsmenge bringen und in der Gesamtmonatsbilanz unauffällig erscheinen.

Greift man sich den Norden heraus, so sieht man, dass in Schleswig-Holstein der letzte nennenswerte Regen noch vor Ende der ersten Dekade gefallen ist. So ist es beispielhaft in St. Peter-Ording seit einschließlich des 11. April durchgehend trocken und häufig ganztags sonnig. Oder anders gesagt: Seit drei Wochen hat es in Schleswig-Holstein nicht mehr geregnet. Gleichzeitig befindet sich die Vegetation im Frühlingsmodus und der Wasserbedarf steigt deutlich an.

Und es gibt noch einen dritten Punkt. Die Monatsbilanz sagt nichts über die Vorgeschichte aus. Der vorangegangene März war nicht nur der mit Abstand sonnigste seit Aufzeichnungsbeginn, sondern zählte auch zu einen der trockensten Märzmonate mit einem Flächenmittel über Deutschland von nur 35 % (im Vergleich zu 1961 bis 1990). In größeren Regionen im Osten und Nordosten des Landes ist so gut wie gar kein Regen gefallen.

Zusammengefasst resultiert die vorangegangene und aktuelle Entwicklung insbesondere im Osten und Norden des Landes in einer teils erheblichen Trockenheit. Dies spiegelt sich auch in der geringen Bodenfeuchte in den oberen Bodenschichten und dem zum Teil hohen Waldbrandgefahrenindex wider.

Und wie geht es weiter? Zwar kann es heute und auch in den nächsten Tagen vor allem in der Südhälfte des Landes Schauer und auch einzelne Gewitter geben. Die zu erwartenden Regenmengen fallen aber regional sehr unterschiedlich aus. In vielen Regionen bleibt es bei nur geringen Mengen. Der Norden und Nordosten, wo Regen dringend gebraucht wird bleibt bis auf Weiteres nahezu komplett trocken. Die Trockenheit in diesen Regionen wird sich also nicht entspannen, sondern sogar noch verschärfen.

Dipl.-Met. Marcus Beyer

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 30.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWD-Trockenheit-im-Norden-und-Osten-sowie-die-Krux-mit-der-Niederschlagsstatistik.png 1003 1545 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-30 16:06:352022-04-30 16:09:33Trockenheit im Norden und Osten sowie die Krux mit der Niederschlagsstatistik

Ufos und Rüssel

29. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Es gibt nur wenige Regionen auf der Erde, in denen sich ausgeprägte Gewittersysteme in Gestalt von formvollendeten Superzellen mit allen nur denkbaren Begleiterscheinungen so gut beobachten und studieren lassen wie im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Die flache und nur spärlich bewachsene Graslandschaft der dortigen Prärielandschaft eignet sich besonders gut für einen störungsfreien Blick über die weiten Ebenen hinweg auf die darüber hinwegziehenden Gewitter. In der Regel beginnt die Saison im Süden der USA Ende April, wenn sich die Wassermassen im Golf von Mexiko soweit erwärmt haben, dass sich die Luft entsprechend erwärmen und mit Feuchte anreichern kann, um anschließend nordwärts ins Landesinnere zu ziehen. Dort kann sich die Energie der Luftmasse in Form von schweren Gewittern entsprechend „entladen“. Im Mittleren Westen der USA ist dies besonders gut möglich, da dies dort quasi störungsfrei über die Bühne geht. Von Ost nach West verlaufende Gebirge, die das Wettergeschehen in irgendeiner Art und Weise beeinflussen, wie es in Europa zum Beispiel die Alpen tun, sind dort Fehlanzeige.

Diese Störungsfreiheit ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich oft sehr gute Scherungsbedingungen einstellen. Das heißt, dass die nötigen Winde für die Entstehung von Superzellen aus unterschiedlichen Richtungen und Geschwindigkeiten wehen können, ohne von Hindernissen aufgehalten oder beeinflusst zu werden. Diese guten Scherungsbedingungen sind schließlich dafür verantwortlich, dass dort solche ausgeprägten Mesozyklonen – also rotierende Gewitterzellen – und schließlich auch Tornados entstehen können.

Aus diesem Grund ist der Mittlere Westen im Spätfrühling bzw. Frühsommer auch der Hauptanlaufpunkt für zahlreiche Stormchaser auf der Jagd nach den besten Fotomotiven und Filmaufnahmen. Dabei pflegt die Stormchaser-Community auch ihren eigenen Slang, um die Phänomene einer Gewitterzelle oder einer Gewitterlage zu beschreiben. So wird zum Beispiel der freistehende Aufwindturm aufgrund seiner runden Struktur als „Ufo“ bezeichnet. Ein Tornado wird schnell mal zum Rüssel. Auch gerne benutzt wird der Begriff „Tail End Charlie“ für die südlichste oder letzte Zelle entlang einer Gewitterlinie. Eine – zugegeben – vielleicht etwas martialische Metapher, entstammt dieser Begriff doch aus der Zeit des zweiten Weltkriegs…

Man darf gespannt sein, was die diesjährige Gewittersaison zu bieten hat. Einige vielversprechende Ansätze gab es bereits in den letzten Tagen und Wochen. Leicht fündig wird man auf der Suche nach entsprechendem Bildmaterial in den sozialen Medien. Facebook, Twitter, Instagram und Co. liefern einen schönen Rundumschlag über alles, was „über dem Teich“ geschieht. Und es ist mitunter ziemlich beeindruckend, was so mancher Stormchaser Jahr für Jahr auf die Beine stellt.

M.Sc. Felix Dietzsch

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 29.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWD-Ufos-und-Ruessel.png 565 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-29 13:20:422022-04-29 13:23:43Ufos und Rüssel

Wetter und Wein

28. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Ob ein schönes Glas Weißwein an lauen Sommerabenden oder ein kräftiger Rotwein zu einem gegrillten Lammkotelett, Wein passt in vielen Lebenssituationen. In Deutschland wird an über 100 000 Hektar Wein angebaut. Das ist zwar fast die Fläche von Berlin und Potsdam zusammen, aber entspricht nicht mal dem Anbaugebiet, an der beispielsweise in der Region Bordeaux (Frankreich) Weintrauben in edle Tropfen verwandelt werden. Der Anbau in Deutschland erfolgt annähernd zu zwei Drittel aus Weißweinsorten und zu einem Drittel aus Rotweinsorten. Der Schwerpunkt liegt dabei im Südwesten des Landes und das größte Anbaugebiet ist Rheinhessen mit einer Anbaufläche von etwa 27000 Hektar. Doch was hat das Wetter nun mit dem Wein zu tun und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um einen möglichst guten Wein zu keltern?

Für einen guten Wein muss vieles stimmen. Da wären zum einen die Bodenbeschaffenheit, die Lage, die Hangneigung, das Ausbleiben von Krankheiten und zum anderen die Temperatur, die Sonneneinstrahlung und die Wasserverfügbarkeit. Das Wetter und das Klima spielen also eine sehr wichtige Rolle. Am besten baut man Wein sowohl nördlich als auch südlich des Äquators zwischen dem 30. und 50. Breitengrad an. Nur dort sind die Bedingungen gegeben, dass es einerseits nicht zu heiß und andererseits nicht zu kalt ist. Als Faustregel dient der Gradmesser, dass ein Rebstock bei einer Temperatur unter 10 Grad nicht wachsen kann. Daher erfolgt im Winter eine Ruhephase, bevor im Frühling der Austrieb erfolgt.

Nun spielt nicht nur die Temperatur eine Rolle, sondern auch das Sonnenlicht. Durch die Entfernung zum Äquator bleibt es im Sommer länger hell und die Weinreben profitieren davon. Es kann dann unter anderem mehr Photosynthese stattfinden, wodurch sich die Produktion von Glucose erhöht, die für das Wachstum und die Traubenreifung benötigt wird. Die Hanglage ist dabei ebenfalls entscheidend, wodurch Südhänge auf der Nordhalbkugel besonders gut geeignet sind. Es herrschen beispielsweise in der Moselregion durch das Zusammenspiel zwischen Hangneigung, günstigen Windverhältnissen, wärmespeicherndem Gestein und mineralhaltigen Böden sehr gute Bedingungen für die Herstellung eines Weines von hoher Qualität.

Nur Sonne ist für den Rebstock jedoch auch nicht gut, denn er braucht ebenfalls Wasser. Leiden die Pflanzen im Sommer beispielsweise unter Trockenstress, dann fallen die Blätter vertrocknet zu Boden und die so wichtige Photosynthese ist dann immer weniger möglich. Betroffen hiervon sind vor allem junge Traubenstöcke, denn sie wurzeln noch nicht so tief. Ältere Rebstöcke hingegen strecken ihre Wurzeln mehrere Meter tief in den Boden. Teilweise sind die Wurzeln noch in 20 Meter Tiefe zu finden. Manchmal lässt sich dieses Phänomen im eigenen Garten erkennen, wenn viele Pflanzen schon vertrocknet sind, der alte Weinstock jedoch in voller Pracht erscheint, weil er beispielsweise in großer Tiefe eine Wasserader mit seinen Wurzeln erwischt hat. Zu viel Wasser ist jedoch auch nicht das Gelbe vom Ei, denn dann werden die Trauben zwar groß, aber es fehlt ihnen die Süße. Außerdem führt zu viel Feuchtigkeit vermehrt zu Fäulnis und die ungeliebte Kirschessigfliege lässt sich auf den Trauben nieder und macht diese ungenießbar. Ein weiteres Problem ist Hagelschlag, der nicht nur die Trauben zerstören kann, sondern ebenso die wichtigen Blätter förmlich von den Pflanzen peitscht. Sie sehen also, für einen guten Jahrgang muss vieles stimmen. Einen tollen Effekt zum Klimaschutz leisten die Reben übrigens auch noch. Beispielsweise werden an einem sonnigen Sommertag auf einem Hektar Steilhang rund 80 Kilogramm Sauerstoff produziert und 100 Kilogramm Kohlenstoffdioxid abgebaut.

Na dann mal Prost und auf ein gutes Weinjahr 2022.

Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 28.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWD-Wetter-und-Wein-scaled.jpg 1920 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-28 17:28:102022-04-28 17:31:22Wetter und Wein

Tim und die Störenfriede

27. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Mit einer Hochdrucklage verbindet man häufig störungsfreies Wetter, also kein Regen und viel Sonne. Grundsätzlich ist das richtig, da das Absinken in einem Hochdruckgebiet normalerweise für Wolkenauflösung sorgt. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, da neben den Vorgängen am Boden auch die in den höheren Luftschichten zu beachten sind. Darüber hinaus ist die Position des Hochs wichtig. Alle diese Faktoren spielen neben vielen weiteren eine große Rolle in der Wettervorhersage.

So macht sich auch am heutigen Mittwoch ein Hoch Namens „Tim“ mit Schwerpunkt über Schottland in Deutschland bemerkbar. Der Luftdruck ist mit 1020 hPa im Süden und knapp 1030 hPa an der Nordsee relativ hoch und man denkt sofort an meist störungsfreies Wetter mit viel Sonnenschein. Jedoch gibt es zwei „Störenfriede“, sodass diese einfache Behauptung diesmal nicht stimmt.

Der erste Störenfried ist ein Tief in höheren Luftschichten über dem Südosten Deutschlands, das mit kälterer Luft angefüllt ist. Dies sorgt dort mit Unterstützung der Sonne für Wolkenbildung und Schauer. Grund dafür ist ein großer Temperaturunterschied, der sich zwischen dem Boden und der Höhe aufbaut und den die Natur mit Konvektion ausgleichen will. Für die Südosthälfte Deutschlands heißt das: Trotz des relativ hohen Luftdrucks viele Wolken und einzelne Schauer.

Der zweite Störfaktor (Störenfried) ist die Position des Hochs, das heute bei den Britischen Inseln liegt. Für uns bedeutet das eine nördliche Strömung, in der feuchte Nordseeluft herangeführt wird. Häufig ist diese Luft aber auch feucht genug, sodass sich tiefe Wolken bilden, die dann mit der Strömung von der Nordsee ins Landesinnere ziehen. Genau das ist auch heute der Fall für die Nordseeküste und das angrenzende Binnenland.

Von Rheinland-Pfalz und dem Saarland bis zur Ostsee dagegen sorgt der Hochdruckeinfluss für heiteres Wetter und stützt die oben eingangs erwähnte Behauptung.

Am Donnerstag zieht der erste Störenfried nach Südosten ab und das Bodenhoch bekommt somit Unterstützung auch aus der Höhe. Am Boden steigt der Luftdruck in Deutschland im Mittel dann auf 1030 hPa. Folglich lacht die Sonne bei meist nur lockeren Wolkenfeldern häufig vom Himmel. Einzige Ausnahme bleibt die Nordseeküste mit immer noch tiefhängenden Wolken.

Zum Wochenende, auch wenn am Boden weiterhin Hochdruckeinfluss herrscht, sorgt der nächste Störenfried in Form eines neuen Höhentiefs für Schauer und Gewitter vor allem in der Mitte und im Süden des Landes. Also ist eine komplett störungsfreie Hochdrucklage mit reinem Sonnenschein zunächst nicht in Sicht.

Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-27 15:58:592022-04-27 16:02:26Tim und die Störenfriede

Ein Höhentief wirbelt in der Wetterküche bevor erneut ein Hoch das Zepter übernimmt.

26. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Am heutigen Dienstag ist es schon Hoch TIM zwischen Island und Norwegen, dessen Einfluss bis nach West- und Mitteleuropa reicht und dabei die schwach ausgeprägte Tiefdruckrinne, die zuvor über Mitteleuropa lag, Richtung Mittelmeer schiebt. Potentielle Niederschläge aufgrund von Tiefs oder Tiefausläufern würden in Deutschland demnach eigentlich nicht auf dem Speiseplan stehen. Doch ein Tief in höheren Luftschichten, welches im Bodenniveau kaum zu erkennen ist, wirbelt die Wetterküche in weiten Teilen des Landes noch durcheinander.

Ein Höhentief ist besonders in einem Höhenniveau von 5000 bis 6000 Metern über dem Boden ausgeprägt. Dabei ist dieses meistens mit reichlich Kaltluft angereichert, die im Kern absinkt und so das Tief generiert. Ist bodennah kein Tief mit entsprechenden Ausläufern vorhanden, spricht man auch von einem Kaltlufttropfen. Höhentiefs und insbesondere die Kaltlufttropfen sind meist kleinräumig und in ihrem Verhalten unberechenbar. Vor allem deren Zugbahn ist häufig schwierig zu prognostizieren. Durch das Absinken der Höhenkaltluft im Kern des Tiefs im Vergleich zur deutlich wärmeren Luft im Bodenniveau setzen vertikale Umlagerungen ein. Diese führen abhängig von der verfügbaren Luftfeuchte schließlich zu kräftigen, schauerartigen und teils gewittrigen Niederschlägen.

Schon am gestrigen Montag war das Höhentief zusammen mit der abwandernden Tiefdruckrinne im Süden des Landes für teils kräftige Niederschläge verantwortlich. Aufgrund des schauerartigen Charakters ist die Regenausbeute jedoch inhomogen verteilt und auch ungleichmäßig intensiv ausgefallen. Die Regionen nordöstlich einer Linie Bremen-Magdeburg-Leipzig-Dresden bekamen von dem wichtigen Element nichts ab. Dagegen fielen im südlichen NRW, in Hessen, dem Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg häufig 5 bis 15 l/m², gebietsweise auch bis 25 l/m². Besonders nass war es in den vergangenen 24 Stunden in Korschenbroich (NRW) mit 31 l/m², Offeringen (BW) mit 30 l/m² und Malsburg-Marzell (BW) mit 44 l/m².

Da das aktuelle Höhentief bis zum morgigen Mittwoch etwa von Luxemburg bis in den Osten Österreichs zieht, werden hierzulande auch vor allem in der Südhälfte weitere schauerartige, teils gewittrige Regenfälle erwartet, die sich am Mittwoch zunehmend in den Südosten des Landes zurückziehen.

Mit dem Abziehen des Höhentiefs ist dann aber endgültig der Weg für das Hoch TIM frei. Dieses verlagert seinen Schwerpunkt zunehmend zu den Britischen Inseln, sodass auch hierzulande der Hochdruckeinfluss steigt. Allerdings liegt Deutschland auf der Südostflanke des Hochs. Somit gelangt mit einer nördlichen Strömung nur erwärmte Meeresluft ins Land. Damit die Temperaturen die 20-Grad-Marke knacken können, braucht es also die Sonnenunterstützung sowie die Vorzüge regionaler Beschaffenheit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass von Donnerstag bis Samstag zunächst vor allem am Rhein und seinen Zuflüssen, später auch im Donauumfeld und am Alpenrand Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad möglich sind. Anders sieht es im Norden aus, wo der Wind auflandig von der Nord- und Ostsee ins Land weht. Die See ist derzeit noch kühl, sodass die Temperaturen dort nur auf Werte zwischen 10 und 15 Grad ansteigen können.

Zum Wochenende könnte dann ein neuer Koch in der Wetterküche auftauchen. Denn auf der Südflanke des Hochs soll sich ein Tief von der Iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeerraum Richtung Alpen aufmachen. Dieses hat dann feuchtere und wärmere Luft im Gepäck und würde zudem die Atmosphäre in Schwung bringen. Unterstützung bekommt das Tief wohl auch noch aus höheren Luftschichten, sodass die Schauer- und Gewitterneigung vom Südwesten und dem Alpenrand bis in die Mitte des Landes ansteigen sollte.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 26.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWD-Ein-Hoehentief-wirbelt-in-der-Wetterkueche-bevor-erneut-ein-Hoch-das-Zepter-uebernimmt..png 723 1320 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-26 15:42:572022-04-26 15:48:24Ein Höhentief wirbelt in der Wetterküche bevor erneut ein Hoch das Zepter übernimmt.

Wieder extreme Frühlingshitze in Indien und Pakistan

25. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

In Indien und Pakistan türmt sich aktuell eine massive Hitzewelle auf. Die Temperaturen steigen im Laufe der Woche auf Höchstwerte von verbreitet 40 bis 45 Grad, vereinzelt sogar bis knapp 50 Grad. Besonders betroffen sind dabei der Osten Pakistans sowie der Norden, Westen und die zentralen Gebiete Indiens.

Eigentlich werden die beiden Länder erst im nordhemisphärischen Spätfrühling und Frühsommer vor Einsetzen des Monsuns ab Juni und Juli von vergleichbaren Hitzewellen heimgesucht. Höchsttemperaturen von zum Teil deutlich über 45 Grad sind für den April außergewöhnlich, ja sogar extrem. Möglicherweise werden im Wochenverlauf sogar Rekorde gebrochen. Diese Hitzewelle ist der vorläufige Höhepunkt einer bereits seit Wochen andauernden Periode viel zu hoher Temperaturen. So war der März 2022 nach Angaben des Indischen Wetterdienstes („India Meteorological Department“, IMD) der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in 1901. Vor allem im Nordwesten des Landes wurden Abweichungen von zum Teil mehr als 3 °C registriert. Nur 2010 war es noch heißer. Blickt man auf die großräumigen Temperaturabweichungen des Monats, fällt auf, dass der komplette süd- und ostasiatische Raum vom Iran bis nach Japan einen ungewöhnlich warmen März erlebte.

Die Frühlingshitze ist allerdings nicht nur eine singuläre „Laune der Natur“, sondern ein immer häufiger auftretendes Symptom der globalen Klimaerwärmung. Erst im vergangenen Jahr 2021 stöhnte Indien unter extremer Hitze im März. Der Monat reihte sich auf Platz 3 der wärmsten seiner Art ein. Einer Studie des IMD nach zu urteilen nimmt die Frequenz der Hitzewellen in Indien dramatisch zu – und das vor allem in den inländischen Regionen. Traten im Zeitraum von 1981 bis 1990 lediglich 413 Tage mit Höchsttemperaturen von mindestens 40 Grad auf, waren es von 2011 bis 2020 bereits 600. Dazu kommt ein teilweise extremes Niederschlagsdefizit. All das macht Indien zu einem der Hotspots des globalen Klimawandels.

Der mit den extremen Temperaturen verbundene physische Stress trifft besonders die arme Bevölkerung Indiens, die der Hitze nichts entgegenzusetzen hat, hart. Fast die Hälfte der Berufstätigen ist im landwirtschaftlichen Sektor angesiedelt und arbeitet die meiste Zeit draußen in der sengenden Sonne. Folglich nimmt die auf die Hitze zurückzuführende Sterblichkeit im Land stark zu. Eine Studie aus dem Jahre 2017 („Increasing probability of mortality during Indian heat waves“, Mazdiyasni et. al.) zeigte, dass die Anzahl an tödlichen Hitzewellen mit mehr als 100 Opfern zwischen 1960 und 2009 um 146% anstieg.

Die aktuelle Hitzewelle hält bis mindestens zum kommenden Wochenende an. Aber auch danach deutet sich nur eine leichte Entspannung an. Es ist zu befürchten, dass auch der April am Ende einer der heißesten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Indien wird.

Dipl.-Met. Adrian Leyser

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 25.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWD-Wieder-extreme-Fruehlingshitze-in-Indien-und-Pakistan.png 720 1517 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-25 14:55:532022-04-25 14:59:00Wieder extreme Frühlingshitze in Indien und Pakistan

Sonnenbrand hinter Glas?

24. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Bereits vor einigen Tagen wurde an dieser Stelle auf die nun wieder deutlich erhöhte Sonnenbrandgefahr durch zunehmende UV-Strahlung im Zuge der immer höher stehenden und länger scheinenden Sonne hingewiesen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich hinter Glas befindet? Kann man dann auch einen Sonnenbrand bekommen?

Die für den Sonnenbrand ursächliche UV-Strahlung besteht zum einen aus gefährlichen kurzwelligen UVC-Strahlen, vor denen wir normalerweise durch die Ozonschicht in der Stratosphäre geschützt sind (sofern kein Ozonloch vorhanden ist). Zum anderen gibt es aber auch noch UVB- und UVA-Strahlen, die bis zur Erdoberfläche und damit bis zum Menschen gelangen. UVB-Strahlen stimulieren an der Hautoberfläche die Pigmentbildung, wodurch bei Menschen mit heller Hautfarbe die Bräunung und möglicherweise ein Sonnenbrand ausgelöst werden. UVA-Strahlen dagegen dringen tiefer in die Haut ein.

Glas hält die Wirkung von Sonnenstrahlen nicht komplett ab, so können zum Beispiel Kleidung oder Stoffe sogar in der Wohnung ausbleichen. Allerdings wird durch Glas die UVB-Strahlung nahezu komplett absorbiert, sodass dahinter kaum eine Bräunung oder ein Sonnenbrand möglich ist. Die weniger energiereichen UVA-Strahlen hingegen dringen durch die Scheibe durch, der durchgelassene Anteil wird auf rund 60 % geschätzt. Diese Strahlen können bei längerer Bestrahlung bzw. in hoher Dosis die Haut bis in tieferen Schichten schädigen, was beispielsweise eine vorzeitige Alterung der Haut und im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs zur Folge hätte. Und auch Sonnenallergien sind durch UVA-Strahlen möglich. Bei sehr hohen UVA-Dosen kann die Haut laut Wissenschaftlern sogar braun werden, dann zeigt sich jedoch ein eher gräuliches Braun. Und wenn die Haut theoretisch braun werden kann, ist auch ein Sonnenbrand nicht gänzlich ausgeschlossen.

Im Auto ist die Gefahr allerdings gering. Windschutzscheiben werden heutzutage meist aus Verbundglas hergestellt. Die darin eingearbeiteten Folien halten das gesamte UV-Spektrum ab. Für Seiten- und Rückfenster gilt dies jedoch nicht, daher sind bei längeren Fahrten durchaus Schutzmaßnahmen empfehlenswert, vor allem bei Kindern. Sonnenschutzfolien am Fenster oder lange Kleidung dürften in den meisten Fällen aber ausreichen, weil man durch die wechselnden Fahrtrichtungen in Deutschland selbst bei längeren Fahrten wohl meist keiner höheren Dosis ausgesetzt ist. In anderen Ländern mit langen geraden Straßen, wie es sie beispielsweise in den USA oder Australien gibt, ist die Gefahr größer.

Schade hingegen ist, dass Glas durch das Abhalten der UVB-Strahlen auch verhindert, dass der Mensch Vitamin D bildet. Für die Eigenproduktion werden UVB-Strahlen gebraucht. Diese werden von der Haut aufgenommen und zu Vitamin D umgewandelt. Ein Spaziergang in der Natur ist also unerlässlich, allerdings macht sich die Sonne in den kommenden Tagen vor allem in der Südhälfte erst einmal rar und zudem regnet es dort sogar zeitweise. Im Norden ist die Sonne dagegen häufiger zu sehen.

Dipl.-Met. Simon Trippler

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 24.04.2022

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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-24 13:15:242022-04-24 13:17:26Sonnenbrand hinter Glas?

High over low: Wenn die Druckverhältnisse Kopf stehen

23. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

„High over low“ heißt die Wetterlage, die derzeit in Europa vorherrscht: Dabei hat sich über dem Nordmeer mit Zentrum über Island – nein, nicht wie sonst häufig ein Tiefdruckgebiet, sondern – ein umfangreiches Hoch („High“) namens SPIRO etabliert. Über Süd-/Südwesteuropa herrscht mit THALKE und SIMONE hingegen tiefer Luftdruck („Low“). Deutschland liegt genau zwischen diesen Druckgebilden in einer östlichen Strömung, mit der vor allem in die Nordhälfte des Landes recht trockene Festlandsluft aus Osteuropa gelangt.

Trockene Luft ist gemeinhin die Spaßbremse für Schauer und Gewitter, sodass Gewitterfans am heutigen Samstag eher schlechte Karten haben. Eine Ausnahme gibt es jedoch: In die Regionen Deutschlands, die dem Tief THALKE über Südfrankreich am nächsten sind (sprich Süddeutschland), gelangt feuchtere Luft. Etwa vom Schwarzwald bis zum Alpenrand besteht also die Chance, dass die ein oder andere Cumulonimbuswolke (=Gewitterwolke)am Nachmittag und Abend in die Höhe schießen kann.

Im großen Rest des Landes schießen weniger hochreichende Exemplare aufwärts – im Norden und Osten bei viel Sonne wenn überhaupt ein paar flache Schönwetter-Cumuli. Die Temperaturspanne ist dabei wie auch schon in den vergangenen Tagen beträchtlich: Während man an der Ostseeküste bei auflandigem Wind nur mit ach und krach über die 10-Grad-Marke kommt, klettert das Thermometer am Niederrhein auf bis zu 20 °C.

Am Sonntag rückt uns das französische Tief THALKE (pünktlich zur dortigen Präsidentschaftswahl) auf die Pelle. Das bewirkt zum einen, dass sich über dem Alpenraum der Gradient verschärft (zwischen Bozen und Innsbruck stellt sich eine Druckdifferenz von 7 hPa ein, zwischen Lugano und Zürich sogar von knapp 10 hPa), was in der Nacht zum Sonntag den Föhn aufleben lässt.

Zum anderen kommt die etwas feuchtere Luft nun Richtung Mitte des Landes voran. Wettertechnisch resultiert das in einer Dreiteilung am Sonntag: Im Norden und der nördlichen Mitte (von NRW bis in den Berliner Raum und nördlich davon) steht bei einem Mix aus Sonne und Wolken dem Sonntagsausflug zumindest mit Blick aufs Wetter nichts entgegen. Im Süden (südlich der Donau) sollte bei Schauern und Gewittern doch besser ein regelmäßiger Blick auf die Radarapp erfolgen. Und dazwischen erstreckt sich ein Streifen über der südlichen Mitte (etwa vom Saarland bis nach Nordbayern und Sachsen), in der zwar der Sonntagsausflug vielleicht ganz ins Wasser fällt, dafür aber die Regentonnen durch länger anhaltenden Regen zumindest oftmals zufriedenstellend gefüllt werden dürften. Die Temperaturen liegen zwischen 11 Grad im regnerischen Dauergrau und 18 Grad am sonnigen Niederrhein.

Montag und Dienstag verlaufen dann unter dem Label „unbeständig“, denn der Tiefdruckeinfluss gewinnt mit Wolken, Regen, Schauern und einzelnen Gewittern die Überhand. Ausgenommen ist Norddeutschland – liegt es an der norddeutschen Unaufgeregtheit, die sich aufs Wetter überträgt oder doch an der Nähe zum Island-/Grönland-Hoch? – auf jeden Fall sind dort keine Wetterkapriolen und die längsten Sonnenanteile zu erwarten. Bei 12 bis 17 Grad startet die letzte Aprilwoche gebietsweise recht frisch.

Ab Mittwoch geht’s mit den Höchstwerten dann aber langsam wieder aufwärts und auch die Sonnenanteile nehmen landesweit wieder zu, während sich die Wachstumsraten in den Regentonnen im Sturzflug der Null-Linie nähern.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 23.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWDssHigh-over-low-Wenn-die-Druckverhaeltnisse-Kopf-stehen.png 661 966 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-23 17:56:222022-04-23 17:58:59High over low: Wenn die Druckverhältnisse Kopf stehen
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