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Schlagwortarchiv für: Gewitter

Deutschlandwetter im Juni 2026

2. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juni 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 23,0 °C +5,2 Grad
2 Ohlsbach Baden-Württemberg 22,6 °C +6,2 Grad
3 Bad Dürkheim Rheinland-Pfalz 22,5 °C +5,7 Grad

Besonders kalte Orte im Juni 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Kahler Asten Nordrhein-Westfalen 15,8 °C +4,7 Grad
2 Carlsfeld Sachsen 15,9 °C +4,6 Grad
3 Schierke Sachsen-Anhalt 16,2 °C +3,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juni 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Aschau-Stein Bayern 214,4 l/m² 79 Prozent
2 Ruhpolding-Seehaus Bayern 204,4 l/m² 83 Prozent
3 Bischofswiesen-Winkl Bayern 196,5 l/m² 96 Prozent

Besonders trockene Orte im Juni 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Kitzingen Bayern 13,3 l/m² 20 Prozent
2 Holzdorf Brandenburg 13,5 l/m² 21 Prozent
3 Loburg Sachsen-Anhalt 15,1 l/m² 28 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juni 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Konstanz Baden-Württemberg 300 Stunden 138 Prozent
2 Passau-Fürstenzell Bayern 300 Stunden 139 Prozent
3 Weihenstephan Bayern 297 Stunden 142 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juni 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Schwarzburg Thüringen 187 Stunden 91 Prozent
2 Oberstdorf Bayern 195 Stunden 115 Prozent
3 Garmisch-Partenkirchen Bayern 201 Stunden 118 Prozent

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit 08/2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Diplom-Meteorologe Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-02 12:31:092026-07-13 22:48:32Deutschlandwetter im Juni 2026

Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

1. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Ein Blick auf die Wettervorhersage: Die App der Wahl – im besten Fall natürlich unsere WarnWetter-App – zeigt an, dass mit einem Schauer oder Gewitter gerechnet werden muss. Die Entscheidung lautet, das Regencape mitzunehmen. Wie sich herausstellt eine gute Wahl, denn tatsächlich regnet es zeitweise und in der Ferne ist sogar ein Blitz zu sehen. Abends wird aus reiner Neugierde ein bisschen zur Gewittervorhersage herumgestöbert und plötzlich springt das Wort „CAPE“ ins Auge. Huch, was hat denn nun mein Regenschutz mit Gewittern zu tun? Die Antwort ist natürlich: Eigentlich gar nichts außer der gleichen Buchstabenkombination.

In der Meteorologie ist CAPE nämlich die Abkürzung für „Convective Available Potential Energy“, zu deutsch „Konvektiv Verfügbare Potentielle Energie“. Konvektiv bedeutet hierbei, dass es zu vertikalen Luftbewegungen, wie zum Beispiel in einem Gewitter kommt. Beim Aufsteigen eines Luftpakets dehnt es sich aus und kühlt dabei ab. Wenn es dann im Vergleich zu der umgebenden Luft immer noch wärmer ist, dann beschleunigt es und steigt schneller auf. CAPE beschreibt nun für solche Fälle die maximale zur Verfügung stehende Energie, die in der Atmosphäre „gespeichert“ ist. Mathematisch wird das durch ein Integral über die Höhe beschrieben. Es beginnt am sogenannten Niveau der freien Konvektion, ab dem die Umgebungstemperatur kleiner ist als die des betrachteten gesättigten Wolkenteilchen. Endpunkt ist der Gleichgewichtspunkt, an dem die Temperaturen wieder gleich sind. Im Integral selbst fließt der Quotient der virtuellen Temperatur des Luftpartikels zu der der Umgebung ein. Was komplex und verwirrend zu beschreiben ist, lässt sich anhand eines Radiosondenaufstiegs ganz einfach graphisch interpretieren. Denn in einem Radiosondenaufstieg entspricht das CAPE ganz einfach der Fläche, die in der Skizze (Bild 1) rot gestreift ist. Die gelbe Fläche ist sozusagen der Gegenspieler des CAPEs und wird CIN (Convective INhibition, zu deutsch konvektive Hemmung) genannt. Dieses gibt die Energie an, die erst überwunden werden muss, damit ein Luftteilchen von alleine aufsteigt und es zur Wolken-/Gewitterbildung kommen kann.

Abb. 1: Skizze zur graphischen Bestimmung von CAPE (und CIN) anhand eines Radiosondenaufstieges. Quelle: Wikimedia Commons

Das CAPE ist stark abhängig von der Bodentemperatur und dem bodennahen Feuchtigkeitsgehalt. Das heißt, wie auch unsere Erfahrungswerte schon vermuten lassen, je heißer und schwüler die Luft, desto größer das CAPE und desto stärker können sich ausbildende Gewitter werden. Ganz grob lässt sich eine Einordnung wie folgt vornehmen.

CAPE [J/kg] Gewitterstärke
0 – 500 Schwach
500 – 1000 Mäßig
1000 – 2000 Stark
2000 – 3000 Sehr stark
3000+ Extrem

Jedoch ist CAPE nur eine „Zutat“, die Gewitter benötigen, um sich ausbilden und entwickeln zu können. Doch das ist eine Geschichte für ein andermal.

M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Von-Regenbekleidung-und-Gewitterenergie.jpg 1123 794 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-01 16:22:242026-07-13 22:48:28Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

30. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Dienstag (30.06.) liegt eine Luftmassengrenze diagonal über der Mitte Deutschlands und trennt schwül-heiße Subtropikluft im Süden und Südosten von weniger warmer Meeresluft im Nordwesten (siehe Abbildung 1). Erst in der Nacht zum Mittwoch bekommt die Luftmassengrenze Schub und zieht als Kaltfront bis Mittwochnachmittag südostwärts durch.

Abb. 1: Satellitenbild, Fronten und Luftmassen am 30.06.2026, 10 Uhr.

Dieser Luftmassenwechsel geht – wie so oft – nicht geräuschlos über die Bühne. Schon ab Dienstagnachmittag und -abend bilden sich in der schwül-heißen Luft in der Südosthälfte vom Bergland ausgehend einzelne, teils heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen sowie lokalem Unwetterpotenzial. Richtig turbulent wird es aber erst in der Nacht zum Mittwoch. Dann werden die Gewitter von Südwesten her immer häufiger und schließen sich zu mehreren größeren Gewittersystemen zusammen. Dann besteht vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen erhöhte Unwettergefahr, insbesondere durch heftigen Starkregen (siehe Abbildung 2). Es können Mengen von 30 bis 50, örtlich sogar extreme Mengen um 80 l/qm auftreten. Das entspricht dem ein- bis anderthalbfachen einer üblichen Monatssumme an Niederschlag – binnen weniger Stunden wohlgemerkt. Dabei kann es zu Sturzfluten, Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern und Hochwasser an kleinen Bächen und Flüssen sowie Erdrutschen kommen.

Abb. 2: Unwettergefahr Dienstagnacht und Mittwoch, 30.06./01.07.2026

Am Mittwoch ziehen die gewittrigen Starkniederschläge im Südosten und Osten nur langsam ostwärts ab. Besonders vom Alpenrand bis zur Oder und Neiße besteht dabei weiterhin Unwettergefahr durch heftigen Starkregen.

Wie üblich bei einer Unwetterlage durch konvektive Umlagerungen (Schauer und Gewitter) bestehen selbst unmittelbar vor dem Ereignis noch Unsicherheiten. Wenn Sie in den betroffenen Regionen leben oder dort hinreisen, ist es deswegen ratsam, dass Sie sich stets über die aktuelle Wetter- und Warnlage informieren, beispielsweise im Internet unter www.dwd.de oder in unserer WarnWetter-App.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Luftmassenwechsel-bringt-teils-heftige-Gewitter-und-Starkniederschlaege-1.png 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-30 14:09:312026-07-13 22:48:24Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

29. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wer in den letzten Tagen Zeitung gelesen oder Nachrichten geschaut hat, dem dürften die gehäuften Meldungen über Waldbrände in verschiedenen Regionen der Bundesrepublik aufgefallen sein. So brach am Samstagnachmittag am Rotenfels bei Bad Münster am Stein-Ebernburg in Rheinland-Pfalz ein Feuer aus, in einem Gebiet in dem schon häufiger alte Kampfmittel gefunden wurden – derartige Munition führte dann auch zu diversen Explosionen in dem vom Waldbrand betroffenen Gebiet. In der Gohrischheide im Landkreis Meißen an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg breitete sich ebenfalls am Samstagnachmittag ein Waldbrand aus, auch hier mit erschwerten Löschbedingungen durch Munitionsbelastung. Weitere Brände gab es beispielsweise in den Landkreisen Stendal und Harz in Sachsen-Anhalt sowie in der Oberpfalz.

Die Deutschlandkarte des Waldbrandgefahrenindex für den gestrigen Sonntag, den 28.06.2026.

Ein Blick auf die Deutschland-Karte des Waldbrandgefahrenindex des DWD zeigt, dass am Sonntag für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Gefahrenstufe bestand, im Osten und Süden Deutschlands sogar gebietsweise die höchste Warnstufe. Am Samstag hatte sich bereits ein ähnliches Bild ergeben, was nicht verwundern dürfte, da wir uns am Wochenende mitten im Höhepunkt der historischen Hitzewelle befanden. So wurden am Samstag verbreitet Tageshöchsttemperaturen zwischen 37 und 41 °C gemessen (41,5 °C in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt), erwähnungswürdig niedriger blieb es nur an der Küste und in Hochlagen, wobei selbst auf Helgoland 30,4 °C und auf dem Brocken in 1135 m Höhe 29,3 °C gemessen wurden. Etwas niedriger blieben die Temperaturen ebenfalls im Nordwesten, wo hereinziehende hohe Bewölkung von Gewittern aus den Niederlanden sowie die teils schweren Gewitter im Nordosten Deutschlands die Einstrahlung dämpften. Am Sonntag hatte sich der Hochdruckschwerpunkt des Hitzedoms noch weiter in den Osten verlagert, der Tageshöchstwert von 41,7 °C wurde in Neißemünde-Coschen an der polnischen Grenze gemessen, während im Nordwesten niedrigere Temperaturen um 32 °C dazu beitrugen, dass hier verbreitet nur die Waldbrand-Gefahrenstufe 3 (mittlere Gefahr) herrschte. Ein weiterer Faktor für Letzteres war die Verteilung der Luftfeuchtigkeit. So wurden in besagter Region insbesondere am Samstag nicht nur die höchsten Taupunkte als absolutes Feuchtigkeitsmaß gemessen, sondern es herrschte auch aufgrund der weniger heißen Temperaturen die höchste relative Luftfeuchte. Hinzu kam insbesondere im Norden noch der gefallene Niederschlag aus der Schwergewitterlage in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag. Hier sei erwähnt, dass mitunter eben jene hohe Luftfeuchtigkeit am Sonntag dazu beitrug, dass auch im Nordwesten, trotz der vergleichsweise niedrigen Temperaturen, verbreitet vor sehr starker Wärmebelastung gewarnt wurde.

Die Berechnung des Waldbrandgefahrenindex (WBI), welcher fortlaufend weiterentwickelt wird, ist komplexer als die einheitliche Abschätzung über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag. Eine einfließende Größe ist zum Beispiel das Gewicht der brennbaren Biomasse, welche abhängt von der Feuchte der Schicht aus Blatt- und Nadelresten am Waldboden, der Bodenfeuchte in Abhängigkeit von der Wald- und Bodenart und dem Blattflächenindex als Maß dafür wie dicht die Vegetation mit Blättern bedeckt ist. Über diese Größen wird eine Bilanz für die dreidimensionale Verteilung von Wasser und Ein- und Ausstrahlung errechnet, quasi ein Mikroklima des Waldes. Des Weiteren wird die Laufgeschwindigkeit einer potenziellen Feuerfront mit einbezogen, wobei die Windgeschwindigkeit maßgeblich mit einfließt. Letzten Endes wird der WBI anhand von stündlichen Messwerten von Temperatur, relativer Feuchte, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate sowie der lang- und kurzwelligen Strahlung berechnet. Die Karten und Tabellen auf dem DWD Portal werden dann als maximale Gefahrenstufe für den jeweiligen Tag herausgegeben, welche generell aufgrund des Tagesgangs von Temperatur und relativer Feuchte am Nachmittag zu erwarten ist.

Der Waldbrandgefahrenindex ausgehend vom Sonntag (28.06.2026) und für die darauf folgenden vier Tage.

Der Blick auf die Verteilung des Waldbrandgefahrenindex als Vorhersage ausgehend vom gestrigen Sonntag zeigt eindrücklich, dass mit dem heutigen Montag das Ende der Hitzewelle eingeläutet wurde und dass wechselhafteres Wetter bevorsteht. Die am heutigen Montag erwarteten Maximaltemperaturen liegen verbreitet zwischen 25 und 28 Grad, an der Küste darunter, nur im äußersten Südosten wird bei Temperaturen über 30 Grad weiterhin vor starker Wärmebelastung gewarnt. Da trotz der vergleichsweise niedrigen Temperaturen weiterhin sehr viel Wasser in der Luft enthalten ist, liegt die relative Feuchte recht hoch, was für das schwülwarme Wetterempfinden verantwortlich ist – insbesondere in Gewitternähe. Stichwort Gewitter: Ein weiterer Faktor für das verbreitete Herunterstufen des Waldbrandgefahrenindex – vor allem im Süden und Osten von der höchsten auf die niedrigste Warnstufe – sind die bereits gefallenen und noch erwarteten Niederschläge in den kommenden Tagen. In der vergangenen Nacht und am heutigen Montag sind in einem breiten Streifen quer über Deutschland verbreitet zwischen 5 und 20 l/m² zusammengekommen, teils auch deutlich darüber – entsprechend der andauernden Schwergewitterlage. Außen vor sind dabei bisher noch der Nordwesten sowie der äußerste Osten und Südosten, was sich auch im Waldbrandgefahrenindex abbildet. Am Dienstag und Mittwoch werden im Westen die höchsten Temperaturen erwartet – vom Oberrhein bis nach Rheinland-Pfalz und Südhessen teils über 30 Grad. Außerdem steht im Westen kaum Niederschlag an. Im Süden und Osten hingegen werden ab Dienstagabend erneut schwere Gewitter erwartet, die sich im Verlauf der Nacht voraussichtlich zu größeren Gewitter-Clustern zusammenschließen und potenziell mit extrem heftigem Starkregen über 40 l/m² in kurzer Zeit aufwarten. Auch der Mittwoch gestaltet sich insbesondere in der Südhälfte der Republik äußerst wechselhaft mit verbreitet auftretenden Gewittern sowie Dauerregen vor allem im Alpenvorland. Und am Donnerstag geht es wechselhaft weiter, wenn die Kaltfront eines Tiefs über der Nordsee Deutschland überquert. Soweit dieser Rück- und Ausblick auf den Zusammenhang zwischen Wetter und Waldbrandrisiko.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Wie-das-Wetter-die-Waldbrandgefahr-bestimmt-1.png 564 392 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-29 13:00:292026-07-13 22:48:13Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

Hitze, Blitz und Donner!

27. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit Tagen ächzt Deutschland unter der andauernden Hitze. Nahezu ungestörter Hochdruckeinfluss hat die Temperaturen kontinuierlich ansteigen lassen, sodass die Hitze jetzt zum Wochenende ihren Höhepunkt erreicht.

Aber schon gestern ist der Temperaturrekord gebrochen worden. Die endgültige Überprüfung steht noch aus, jedoch zeigte die Station Saarbrücken-Burbach eine Höchsttemperatur von 41,3 °C. Der vorherige höchste jemals vermeldete Rekord lag knapp darunter: Die Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst hatten im Juli 2019 41,2 °C gemessen. Die Modelle haben für heute und Sonntag stellenweise 41 °C prognostiziert und kommen damit dem gerade eben erst erreichten Rekordwert ein weiteres Mal bestürzend nahe!

Also heißt es: Durchhalten! Es stehen uns zwar großflächig Tropennächte bevor, das heißt die nächtliche Temperatur sinkt nicht unter 20 °C. Am Montag sollen die Temperaturen jedoch größtenteils unter 30 Grad sinken. Leider steigt bis dahin die Feuchte und die Schwüle wird sich auch nicht ganz so angenehm anfühlen.

Doch nicht nur Hitze, sondern auch eine zunehmende Gewitter-/Unwettergefahr steht an. Schon heute Nachmittag haben sich einzelne, aber durchaus kräftige Gewitter gebildet. In der heißen Luftmasse steht den Gewittern viel Energie zur Verfügung und wenn es einmal anfängt, kann es ordentlich Krachen und wie aus Kübeln schütten. Potentiell schadensträchtigste Entwicklungen stehen in der heutigen Nacht zum Sonntag im Nordwesten an. Eine offizielle Vorabinformation ist schon herausgegeben. Es soll ein sogenanntes mesoskaliges konvektives System (MCS) von den Niederlanden in nordöstliche Richtung ziehen. Diese hoch organisierte Gewitterstruktur kann auch nachts lange bestehen. Ein ganzes Potpourri an Begleiterscheinungen geht damit einher. Schwere Sturmböen bis 100 km/h können beispielsweise Äste brechen lassen, lokal sind sogar Orkanböen nicht ausgeschlossen. Dazu besteht die Möglichkeit, dass Hagelkörner etwa auf die Größe eines Tischtennisballs anwachsen. Außerdem können kleinräumig auch über 40 l/m² Regen in einer oder wenigen Stunden herunterprasseln.

Was den Sonntag betrifft, so wird auch dieser nicht ruhig. Es geht relativ gemäßigt mit nur einzelnen Gewittern los, am Nachmittag sollen sich aber wieder kräftige Gewitter entwickeln. Dieses Mal steht der Westen im Fokus. Im Laufe der Nacht bis in die Frühstunden des Montags zieht dieser Komplex nach Nordosten. Unwettergefahr besteht dabei erneut, lokal ist mit dem in rauen Mengen anzapfbaren Wasserdampf und der verfügbaren Energie auch extremes Unwetter nicht ausgeschlossen.
Das Wetter hält also noch einiges für uns bereit. Hoffen wir, dass die Gewitter glimpflich verlaufen und die Abkühlung zur nächsten Woche Linderung bringt!

Temperaturaussichten für die nächsten Tage. (Quelle:DWD)

M.Sc. Met.Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Hitze-Blitz-und-Donner.png 924 1886 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-27 16:53:262026-07-04 14:21:47Hitze, Blitz und Donner!

Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig

18. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Derzeit rollt eine Hitzewelle auf Deutschland zu. Tageshöchstwerte von bis zu 38 Grad Celsius im Südwesten bringen uns in den kommenden Tagen ganz schön ins Schwitzen. Mit einer südwestlichen Strömung wird aber nicht nur heiße, sondern auch feuchte und energiereiche Subtropikluft nach Mitteleuropa geführt. In der Folge können sich in den kommenden Tagen teils kräftige Gewitter entladen.

Bereits ab der kommenden Nacht zum Freitag (19. Juni 2026) treten erste Gewitter im Nordwesten und Norden auf. Dabei ist die Unwettergefahr aber zunächst noch gering. Ab Freitagnachmittag bilden sich dann insbesondere über den westlichen und südwestlichen Mittelgebirgen sowie an den Alpen teils schwere Gewitter, die bezüglich Starkregen und Hagel auch unwetterartig ausfallen können. Innerhalb kurzer Zeit können kleinräumig Niederschlagsmengen erreicht werden, die einer halben Monatssumme oder mehr entsprechen. Darüber hinaus können lokal eng begrenzt auftretende (schwere) Sturmböen Äste abbrechen lassen oder vereinzelt Bäume umstürzen.

Am Wochenende breitet sich die Gewittergefahr dann landesweit aus. Lediglich im Südwesten könnten die Bedingungen für kräftige konvektive Entwicklungen aufgrund geringerer Feuchte und fehlender Auslöse weniger günstig sein. Am Sonntag lässt die Schauer- und Gewittergefahr in der im Norden einfließenden kühleren Nordseeluft dann nach. In der Mitte und im Süden muss aber weiterhin mit teils kräftigen Hitzegewittern gerechnet werden.

Cumulonimbus-Wolke bei Ernstthal am Rennsteig am 27. Juni 2020.

Wie so häufig bei sommerlichen Gewitterlagen gilt, dass nicht jeder Ort in Deutschland getroffen wird. Bilden sich die kräftigen Gewitter oder ziehen diese auf, erkennt man diese anhand der mächtigen, sich auftürmenden Wolkenformationen. Durch komplexe Prozesse innerhalb der Gewitterwolke werden elektrische Ladungen getrennt. Dadurch können Spannungen von mehreren Millionen Volt entstehen. Der Abbau dieser Spannung erfolgt dann in Form von Blitzen, vor denen man wohl besser in Deckung geht. Dort, wo die kräftigsten Entwicklungen auftreten, muss zudem mit Überschwemmungen, Hagelschlag und lokalen Sturmschäden gerechnet werden. Aber wie verhalte ich mich denn am besten, wenn ich im Freien von einem aufziehenden Gewitter überrascht werde?

Natürlich wäre die beste Lösung, Schutz in Gebäuden mit Blitzableitern oder Fahrzeugen mit metallener Karosserie zu suchen. Diese wirken nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs: Der elektrische Strom fließt über die Außenhülle und nicht durch den Innenraum, sodass die Gefahr von Verletzungen minimiert werden kann. Hat man im Moment des Gewitteraufzugs allerdings kein Gebäude oder Fahrzeug „zur Hand“, ist man dann dem Gewitter hoffnungslos ausgeliefert?

Der Volksmund rät im Allgemeinen dazu, „vor Eichen zu weichen und Weiden zu meiden“. Stattdessen sollte man „Buchen [auf]suchen“. Davon ist allerdings abzuraten. Blitze suchen sich häufig hohe Objekte als Ziel aus, vor allem, wenn diese frei stehen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich dabei nun um eine Eiche oder eine Buche handelt. Ob ein Baum getroffen wird, hängt vor allem von seiner Höhe, seinem Standort und seiner Umgebung ab.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich von offenem Gelände, Berggipfeln sowie frei stehenden Objekten wie Bäumen, Antennen und ähnlich hohen Objekten fernzuhalten. Zu Überlandleitungen sollte ein Mindestabstand von 50 Metern unbedingt eingehalten werden. Schutz findet man möglichst in Bodensenken, sozusagen am niedrigsten Punkt der Umgebung. Dabei empfiehlt es sich, mit eng zusammengestellten Füßen in die Hocke zu gehen, damit die sogenannte Schrittspannung möglichst gering bleibt. Außerdem sollte man den Kopf und Nacken schützen, da Gewitter unter Umständen Hagelschlag verursachen. In leeren Flussläufen oder engen Schluchten sollte man jedoch bedenken, dass hier womöglich die Gefahr von Überschwemmungen aufgrund von Starkregen besteht. Außerdem empfiehlt es sich, nach Möglichkeit metallische Gegenstände vom eigenen Körper zu entfernen (z. B. Regenschirme, Golfschläger, Wanderstöcke, etc.). Diese erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit eines Blitztreffers, können aber bei einem Einschlag Verletzungen verursachen und sollten daher abgelegt werden.

Übersicht über geeignete Verhaltensregeln bei Gewittern im Freien.

Und falls ich mich nun zufällig in einem Wald befinde, wenn mich das Gewitter überrascht? Am besten suche ich dann Bereiche auf, an denen jüngere und kleinere Bäume stehen. Aber auch hier gilt, einen möglichst großen Abstand zu den höheren Bäumen einzuhalten. Denn dort kann nicht nur der Blitz einschlagen, kräftige Böen können Bäume auch durchaus zu Fall bringen.

Grundsätzlich sollte man bei einem Aufenthalt in der Natur immer aufmerksam sein und bei den ersten Anzeichen eines Gewitters, das heißt bei aufziehenden dunklen Wolken mit Blitz und Donner in der Ferne, möglichst einen sicheren Zufluchtsort suchen. Denn auch wenn sich das Gewitter nicht direkt über dem eigenen Standort befindet, ist Vorsicht geboten. Zum einen können Gewitterwolken eine große horizontale Ausdehnung erreichen, theoretisch ist darunter überall Blitzschlag möglich. Zum anderen können sich Blitze über mehrere Kilometer seitlich aus einer Gewitterwolke heraus ausbreiten und anschließend den Erdboden erreichen. Daher kann es in seltenen Fällen passieren, dass am Himmel die Sonne scheint und trotzdem ein Blitz aus dem Randbereich einer Gewitterwolke einschlägt – aus „heiterem Himmel“ sozusagen. Bevor man sich nach einem Gewitter wieder ins Freie wagt, sollte man entsprechend möglichst so lange warten, bis sich die Wolke verzogen hat und man keinen Donner mehr hört.

Für den Ausflug ins Freie empfiehlt es sich natürlich, bereits im Vorfeld Informationen über mögliche Wettergefahren unter www.dwd.de einzuholen. Unterwegs lassen sich Wetterwarnungen auch bequem mit dem Smartphone über die DWD-WarnWetter-App empfangen.

M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Gewitter-im-Anmarsch-1-scaled.jpg 1001 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-18 12:55:422026-06-21 19:53:43Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig

Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?

14. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Tief SABINA sorgt am heutigen Sonntag vor allem im Nordosten für wechselhaftes Wetter. Im Tagesverlauf treten dort immer wieder Schauer und vereinzelt auch Gewitter auf. Zwischen Hoch FALK über Westeuropa und Tief SABINA stellt sich ein relativ starker Druckgradient ein. Dies hat einen lebhaften Nordwestwind zur Folge. In Schauer- und Gewitternähe sowie in exponierten Lagen sind zudem stürmische Böen bis Stärke 8 Beaufort möglich. Insgesamt ergibt sich damit eher ein frühherbstlicher Eindruck. Der Südwesten befindet sich dagegen bereits unter dem Einfluss von Hoch FALK. Dort scheint heute häufiger die Sonne, und die Temperaturen erreichen frühsommerliches Niveau. Am Oberrhein werden Höchstwerte von bis zu 26 Grad erwartet.

Vorhersagekarte für Sonntag, den 14.06.2026 um 12 UTC. Tief SABINA beeinflusst vor allem den Nordosten mit wechselhaftem und kühlem Wetter. (Quelle:DWD)

In den kommenden Tagen verlagert sich Tief SABINA allmählich nach Nordwestrussland und macht damit Platz für hohen Luftdruck. Allerdings bleibt die Nordhälfte zunächst im Einflussbereich von Frontensystemen, die neben vielen Wolken auch immer mal wieder schauerartige Regenfälle mit sich bringen. Örtlich sind auch Gewitter mit von der Partie. Dies ändert sich aber allmählich zur Wochenmitte. Dann baut sich von Südwesten ein Höhenrücken auf. Dieser ist mit hohem Luftdruck am Erdboden und absinkenden Luftmassen verbunden. Dadurch nehmen die Sonnenscheinanteile auch im Norden zu. Gleichzeitig strömt von Südwesten heiße und zunehmend auch sehr feuchte Luft nach Deutschland.

Am Donnerstag steigen die Temperaturen damit landesweit deutlich an. Dann werden in der Südhälfte in den Niederungen verbreitet Temperaturen um oder über 30 Grad erreicht. Entlang des Oberrheins sind auch bereits Spitzenwerte bis 36 Grad möglich. Auch im Hinblick auf die zunehmende Schwüle und die zunehmend warmen Nächte steigt die Wärmebelastung deutlich an. Am Freitag dehnt sich die Zone der schweißtreibenden Temperaturen noch etwas nach Norden aus. Damit sind dort nun abseits der Küstengebiete verbreitet Höchstwerte um 30 Grad zu erwarten. In der Mitte und im Süden liegen die Höchsttemperaturen voraussichtlich um 35 Grad. Örtlich auch darüber.

Unsicherheiten bezüglich der Spitzenwerte ergeben sich aber vor allem noch dadurch, dass am Freitag im Tagesverlauf hauptsächlich im Westen das Gewitterrisiko steigen wird. Grund dafür ist die sehr energiereiche Luftmasse. Zudem ist die Troposphäre recht labil geschichtet, da der über Mitteleuropa liegende Keil in der Höhe nicht sehr stark ausgeprägt ist. Somit sind vor allem über dem Bergland und im weiteren Verlauf durch einen von Westen heranrückenden Trog auch im Nordwesten kräftige Gewitter möglich. Diese können nicht nur die Höchsttemperaturen etwas dämpfen, sondern auch für Unwettergefahr sorgen!

Modellvergleich der prognostizierten Großwetterlage für Sonntag, den 21.06.2026 um 00 UTC. Die Verlagerung des herannahenden Troges über Nordwesteuropa ist noch mit einigen Unsicherheiten verbunden. (Quelle:DWD)

Für den weiteren Verlauf des Wochenendes wird entscheidend sein, wie schnell ein von Westen heranrückender Trog auf Deutschland übergreift. Dies wird von den Modellen noch sehr unterschiedlich berechnet. Es deutet sich im Norden damit bereits zum Sonntag hin eine deutliche Abkühlung an. Im Süden stehen die Chancen auf eine Fortsetzung der Hitzewelle aber durchaus gut. Damit sind dort in den Niederungen ab Donnerstag sogar mehrere sehr heiße Tage mit Spitzenwerten von über 35 Grad möglich! Eine längere Hitzewelle scheint somit insbesondere im Südwesten sehr wahrscheinlich. Im Norden dürfte die Hitze allerdings maximal nur von kurzer Dauer sein, während es an den Küsten voraussichtlich sogar komplett hitzefrei bleibt.

Ensemblevorhersagen der Temperatur in 1500 Metern Höhe, des Niederschlags und des Geopotentials für die nächsten zehn Tage für Stuttgart und Hamburg. Während im Süden eine längere Hitzewelle recht wahrscheinlich ist, ist die Andauer und Intensität der Hitze im Norden voraussichtlich stark begrenzt. (Quelle:ECMWF)

Damit ist ab der Wochenmitte vor allem in der Südhälfte Schwitzen angesagt. Erschwerend zu den hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchte kommt auch noch der Sonnenhöchststand hinzu. Der Sonnenhöchststand wird zur Sommersonnenwende am 21. Juni erreicht. Dadurch fühlen sich die ohnehin schon sehr hohen Temperaturen bei Aufenthalt in der Sonne noch höher an. Wer der Hitze entfliehen möchte und kann, für den bietet sich ein Ausflug an die Nordseeküste an.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Erwartet-uns-eine-intensive-Hitzewelle-1.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-14 15:23:522026-06-15 22:49:12Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?

Radau am Himmel

30. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Das tagelang ruhige und gebietsweise heiße Wetter unter der Regie von Hoch BORIS ist größtenteils Geschichte, weil das Hoch von Tiefdruckgebieten nach Südosten abgedrängt wird. Wie so oft geht dieser Wetterwechsel aber nicht geräuschlos über die Bühne, sondern wird von Blitz und Donner und weiteren starken Wettererscheinungen wie Starkregen, Sturmböen oder Hagel begleitet.

Gewitternachlese Freitag, 29. Mai 2026

Bereits am gestrigen Freitag, als die Tiefdruckgebiete MECHTHILD über Frankreich und LAUDINE über Skandinavien eine Kaltfront und feuchte Luftmassen nach Deutschland brachten, gab es entsprechenden Radau am Himmel. Am Nachmittag kamen im Nordwesten teils kräftige Schauer und Gewitter auf, die sich bis in die Nachtstunden hinein mit Verlagerung der Front bis in die Mitte ausbreiteten.

Dabei öffnete der Himmel seine Pforten und sorgte örtlich für Platzregen. Am meisten Regen fiel 24-stündig gesehen in Bornheim/Eichenkamp (NRW) mit 42 Liter pro Quadratmeter (siehe Bild 1), jeweils 36 l/m² gab es in Reichshof-Eckenhagen sowie in Steinfurt-Burgsteinfurt (beide NRW). Davon fiel ein Großteil meist in einer oder zwei Stunden vom Himmel.

24-stündige Niederschlagssummen (links) und 24-stündige Windböen (rechts) am Freitag 29.05.2026 (Quelle: DWD)

Neben den starken Regenfällen waren lokal auch größerer Hagel bis 3 cm sowie gebietsweise Sturmböen bzw. schwere Sturmböen zwischen 75 und 90 km/h (Bft 9 bis 10) mit von der Partie. Am Flughafen Köln-Bonn wurde sogar eine Orkanböe von 123 km/h (Bft 12) registriert. Bei solchen Windgeschwindigkeiten verwunderten die zahlreichen Meldungen über umgestürzte Bäume oder herabgebrochene Äste kaum.

Gewitter am Samstag, 30. Mai 2026

Am heutigen Samstag befindet sich die Kaltfront weiterhin über der Mitte des Landes. In ihrem Einflussbereich sind weitere Schauer und Gewitter unterwegs, die allerdings nicht mehr ganz das hohe Potenzial wie am Vortag aufweisen. Dennoch muss in einem Streifen vom Westen bis in den Südosten Bayerns mit starken Gewittern mit Starkregen um 20 l/m² in kurzer Zeit, Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9) und kleinem Hagel gerechnet werden. Lokal können bis zu 40 l/m² Regen in kurzer Zeit fallen.

Gewittergefahren am Samstag, 30.05.2026 (Quelle: DWD)

Gewitter am Sonntag, 31. Mai 2026

Am Sonntag greift Tief MECHTHILD auf Deutschland über und verstärkt die Gewitteraktivität wieder. Bereits in den Morgenstunden tauchen im Westen neue Schauer und Gewitter auf, wobei ähnliche Begleiterscheinungen wie am Samstag zu erwarten sind. Im Laufe des Tages breiten sich die Gewitter in die Mitte und den Süden aus, im Nordosten bleibt es vermutlich trocken. Im Westen setzt zum Nachmittag hin eine Wetterberuhigung ein. Im Süden besteht zusätzlich jedoch ein erhöhtes Sturmrisiko, sodass dort auch schwere Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) vorkommen können. In der Mitte und im Norden steht dagegen mehr der Starkregen im Fokus. Wo genau sich die Schwerpunkte der Gewitter herausbilden, ist nach heutigem Stand aufgrund größerer Modellschwankungen aber noch unsicher.

Gewittergefahren am Sonntag, 31.05.2026 (Quelle: DWD)

Und in der neuen Woche?

In der geht es nach einer kurzen Pause am Montag mit Zwischenhocheinfluss ab Dienstag wechselhaft mit gebietsweisen Schauern und Gewittern weiter. Diese können erneut teils kräftig ausfallen, sodass neuer Radau am Himmel zu erwarten ist. Ruhe kehrt also vorerst nur kurzzeitig ein, dafür verschwindet aber bei etwas zurückgehenden Temperaturen die Hitze.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Radau-am-Himmel-1.jpg 602 1328 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-30 12:41:212026-06-15 20:34:41Radau am Himmel

Unwetterpotenzial in der Mitte: Starkregen und Gewitter

5. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In den vergangenen Tagen hat man vielerorts nicht nur an den Temperaturen gemerkt, dass sich die Atmosphäre auf Sommerbetrieb umgestellt hat. Regional kam es zu teils kräftigen Gewittern mit Starkregen und Hagel. Spitzenreiter der einstündigen Regenmengen war am gestrigen Montag die Station Schmallenberg-Sellinghausen im Hochsauerland mit 23,8 l/m² zwischen 17 und 18 Uhr.

Vorhersage Bodendruck mit Fronten für den 06.05.2026 14 Uhr (Quelle:DWD)

Aktuell lenken die beiden Tiefdruckgebiete ANNE über Frankreich und BABETTE über Bayern feuchtwarme Luft in den Süden und in die Mitte des Landes. Dort entstehen heute Nachmittag und Abend einige Schauer und Gewitter, die lokal zu kräftigem Starkregen führen. In einer Stunde können dann erneut um 20, vereinzelt auch um 30 l/m² fallen. Im Norden merkt man davon nichts. Am Nachmittag und Abend ist es zwar meist bedeckt und hier und da fällt etwas Regen. Viel ist das aber nicht und nahe der Nordsee scheint sogar längere Zeit die Sonne.

12-stündige simulierte Niederschlagsmengen bis 06.05.2026 08 Uhr. Dargestellt sind verschieden Wettermodelle. (Quelle:DWD)

In der Nacht zum Mittwoch wachsen die Schauer und Gewitter über der Mitte des Landes zu einem größeren Regengebiet zusammen. Vor allem von Ostwestfalen und dem Sauerland ostwärts bis nach Sachsen regnet es länger anhaltend und teils kräftig. Der Schwerpunkt der Niederschläge liegt wahrscheinlich im Norden Thüringens und im Umfeld des Harzes. Flächig fallen wahrscheinlich 20 bis 40, lokal bis zu 60 l/m² in etwa 12 Stunden. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagssumme für den Monat Mai im Raum Erfurt liegt bei 65 l/m². Infolgedessen können Bäche und kleine Flüsse in kurzer Zeit stark anschwellen.

Wahrscheinlichkeiten für mehr als 25 bzw. 40 l/m² in 12 Stunden bis 06.05.2026 08 Uhr laut dem Wettermodell ICON. (Quelle:DWD)

Der Mittwoch zeigt klare Ähnlichkeiten zum heutigen Dienstag. Erneut kommt der nächtliche Regen in den Norden voran und schwächt sich dort ab, erreicht aber nicht den äußersten Norden und Nordwesten. In der Südhälfte entstehen am Nachmittag und Abend abermals kräftige Schauer und Gewitter. Mit den Gewittern kann es zu Starkregen, Hagel und stürmischen Böen kommen.

Schauer und Gewitter bilden in der Nacht zum Donnerstag dann wieder ein größeres Regengebiet, das sich in die mittleren Landesteile verlagert und dort zu länger andauernden und teils kräftigen Niederschlägen führt. Der Schwerpunkt liegt wahrscheinlich etwas weiter südlich als in der Vornacht. Die Intensität reicht sehr wahrscheinlich nicht an die der Vornacht heran.

Am Donnerstag bilden sich dann erneut Schauer und Gewitter im Süden, ab der Nacht zu Freitag setzt sich anschließend nach und nach Hochdruckeinfluss durch. Der Rest der Woche verläuft dann deutlich sonniger und auch wieder wärmer als die kommenden Tage.

M.Sc. Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/05/Unwetterpotenzial-in-der-Mitte-1.gif 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-05 16:08:572026-05-11 14:15:50Unwetterpotenzial in der Mitte: Starkregen und Gewitter

Heftige Regenfälle im Osten und Nordosten

20. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am gestrigen Sonntag (19.04.) leiteten teils kräftige Gewitter und Starkregenfälle endgültig die konvektive Saison des Jahres 2026 ein. Entlang und im Vorfeld einer Kaltfront entwickelten sich in einer für die Jahreszeit ungewöhnlich feuchten und instabilen Luft insbesondere über der Mitte und an den Alpen sowie in Teilen des Ostens Gewitter, die neben örtlichem Hagel und stürmischen Böen vor allem Starkregen brachten. Dieser trat zunächst noch eher lokal auf. Das änderte sich ab dem Nachmittag. Die Gewitter „verclusterten“ zunehmend und bildeten entlang der stationär gewordenen Front ein größeres, zusammenhängendes Regengebiet über dem Osten und Nordosten aus. Die Niederschläge nahmen demnach eher Dauerregencharakter an und hielten über die Nacht bis weit in den Montag hinein an (siehe Radar-Animation in Abbildung 1).


Radar-Animation von Sonntag (7 Uhr) bis Montag (12 Uhr).

Die DWD-Wetterstationen registrierten im Osten und Nordosten verbreitet Mengen von 30 bis 50 l/qm, in Brandenburg und Mecklenburg stellenweise sogar bis zu 80 l/qm (siehe Abbildung 2, rechts). Ansonsten brachten Gewitter und Starkregen meist Mengen von 15 bis 30 l/qm, allerdings häufig in kurzer Zeit. Im linken Teil der Abbildung sind die Blitze dargestellt, anhand derer man die Gewittertätigkeit erahnen kann. Insgesamt traten binnen 24 Stunden über 43.000 Blitze auf, mit Schwerpunkten über der Mitte und am Alpenrand.

24-stündige Blitze bis Sonntag (21 Uhr) und 48-stündiger Niederschlag bis Montag (13 Uhr).

Angesichts der hohen Niederschlagsmengen mag es erstaunen, dass keine größeren Schäden aufgetreten sind. Aber zum einen fielen die Mengen relativ gleichmäßig über einen längeren Zeitraum, zum anderen ist die betroffene Region durch ihre orographischen Eigenschaften wie Relief und Bodenbeschaffenheit nicht so anfällig gegenüber größeren Niederschlagsmengen wie beispielsweise der Mittelgebirgsraum. Dazu kommt noch die sehr trockene Vorgeschichte, wodurch Böden, Bäche und Flüsse verhältnismäßig große Wasseraufnahmekapazitäten aufwiesen.
Generell dürften viele, insbesondere die Landwirte, angesichts dieser unverhofft ergiebigen „Bewässerung“ erleichtert sein, verläuft das Frühjahr doch gerade im Osten bisher außerordentlich niederschlagsarm. Leider war es das auch erst mal: Nach Abzug letzter Regenfälle setzt sich im Wochenverlauf wieder trockenes Hochdruckwetter ein – und nennenswerte Niederschläge deutet sich auch mittelfristig erst mal nicht mehr an.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Heftige-Regenfaelle-im-Osten-und-Nordosten-1.gif 928 1307 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-20 19:20:512026-04-20 19:32:34Heftige Regenfälle im Osten und Nordosten
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