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Schlagwortarchiv für: Landregen

Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

17. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Große Hitze und kaum Niederschlag – so gestaltete sich das Wetter vor allem im Südwesten des Landes in den vergangenen Wochen häufig. Dabei gab es in weiten Teilen des Südwestens ein großes Niederschlagsdefizit. So verzeichneten insgesamt 279 Wetterstationen im Land im Juli neue Monatsminima. Darunter auch die Station in Offenbach am Main. Und auch der August startete größtenteils sehr trocken.

Am vergangenen Wochenende und zu Wochenbeginn stellte sich die Wetterlage allerdings grundlegend um. Ein kräftiger Höhenrücken über dem östlichen Atlantik breitet sich nach Norden aus. Gleichzeitig gerät Mitteleuropa unter den Einfluss eines Troges. Damit erfassen uns von Nordwesten her immer wieder Frontensysteme, die gebietsweise für Niederschläge sorgen.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der Feuchte für Montag, den 17.08.2026. Ein Trog befindet sich über Mitteleuropa. Dabei wird feuchtere Luft herangeführt.

Am heutigen Montag treten im äußersten Süden in der dort noch verbliebenen warmen und feuchten Luftmasse vermehrt Schauer und teils kräftige Gewitter mit Starkregen auf. Örtlich kann es dabei auch zu heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen um 40 l/qm innerhalb weniger Stunden kommen. Aufgrund der trockenen Vorgeschichte und der niedrigen Pegelstände der Flüsse ist jedoch nicht mit signifikanten Auswirkungen zu rechnen.

Auch im äußersten Osten, vom Osterzgebirge bis in die Lausitz, bleiben noch Reste der feuchtwarmen Luftmasse erhalten. Dort kommt es bis in den Nachmittag hinein zu kräftigen Schauern und Gewittern. Ansonsten treten aber in der eingeflossenen mäßig warmen Luftmasse nur regional schauerartige Niederschläge auf. Nach Westen und Südwesten setzt sich im Tagesverlauf größtenteils wieder trockenes Wetter durch.

Am Dienstag kommen in Verbindung mit einem neuen Tiefdruckgebiet über der Nordsee von Nordwesten her neue Niederschläge auf. Größere Niederschlagsmengen werden dabei voraussichtlich aber zunächst nicht erreicht. Meist fallen lediglich 2 bis 10 l/qm, im Südosten und im Bereich der zentralen Mittelgebirge regional auch bis 20 l/qm erreicht. Im äußersten Südwesten bleibt es niederschlagsfrei.

Dies ändert sich jedoch ab der Wochenmitte. Dann amplifiziert sich ein Trog über Westeuropa. Damit werden vorübergehend wärmere und feuchte Luftmassen in den Süden geführt. Gleichzeitig bleibt die Nordhälfte im Einflussbereich erwärmter Polarluft. Damit kommt die Kaltfront eines Tiefs über Südskandinavien kaum noch nach Süden voran. Entlang dieser wellenden Front sind am Mittwoch und Donnerstag kräftige Niederschläge möglich. Zudem können sich südlich der Front in der warmen Subtropikluft kräftige Schauer und Gewitter ausbilden.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der pseudopotentiellen Temperatur für Mittwoch, den 19.08.2026 um 18 UTC. Vorderseitig eines Troges über Westeuropa wird warme und feuchte Luft herangeführt. Es bildet sich eine Luftmassengrenze aus.

Bezüglich der Verlagerung der Front gibt es noch einige Unsicherheiten in den Wettermodellen. Damit existieren auch noch einige Fragezeichen hinsichtlich der genauen Schwerpunkte der Niederschläge. Voraussichtlich werden die höchsten Mengen in der südlichen Mitte erwartet. Dort sind in einem Streifen von West nach Ost innerhalb von 12 Stunden durchaus 20 bis 30 l/qm zu erwarten, stellenweise auch noch etwas mehr.

In der Nordhälfte fallen die Niederschlagsmengen bis Freitagfrüh in der Fläche deutlich geringer aus. Lediglich an den Küsten und im küstennahen Binnenland sind durch den Einfluss der warmen See höhere Mengen zu erwarten.

Auch zum Wochenende hin bleibt uns das wechselhafte und teils auch recht niederschlagsreiche Wetter erhalten. Im Verlauf des Freitags könnte ein Bodentief entlang der Luftmassengrenze in einem Streifen vom Süden bis in den Nordosten neue kräftige Niederschläge auslösen. Allerdings gibt es hierzu noch große Unsicherheiten.

Insgesamt werden in dieser Woche voraussichtlich am Alpenrand, in den Mittelgebirgen, sowie an der Nordseeküste die größten Niederschlagssummen erwartet. Dort sind stellenweise über 50 l/qm möglich. Aber auch in den übrigen Landesteilen sind häufig 10 bis 30 l/qm wahrscheinlich.

Die prognostizierten, akkumulierten Niederschläge bis einschließlich Freitag, den 21.08.2026. Am meisten Niederschlag fällt voraussichtlich am Alpenrand und entlang der Nordsee.

Die aufkommenden Niederschläge dürften somit in weiten Teilen des Landes zumindest für eine Linderung der Trockenheit sorgen.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Erwartet-uns-nun-der-langersehnte-1.png 544 1106 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-17 14:25:212026-08-18 11:44:26Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

Immer noch zu trocken …

28. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

In der vergangenen Woche gab es für viele in Deutschland seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder „Landregen“. Also Regen, der mit leichter bis mäßiger Intensität so richtig schön vor sich hin „plätscherte“ und so den Erdboden flächig und bis in gewisse Tiefe mit Wasser zu versorgen vermochte. Ganz im Gegensatz zu Starkregen, der in der Regel nur lokal auftritt und dessen Wasser meist nur oberflächlich dahinrinnt. Die Hoffnung war somit groß, dass es mit der Trockenheit und Dürre zu Ende gehen könnte. Doch Pustekuchen! 

Die niederschlagsreiche Wetterphase kristallisierte sich als nur kurzes Intermezzo heraus. Seit einigen Tagen herrscht in Deutschland wieder trockenes Hochdruckwetter vor. Anhand der gleitenden Niederschlagsbilanz für das laufende Frühjahr (siehe Abbildung 1, links) erkennt man, dass der Regen nicht ausreichte, das in den vielen Wochen zuvor aufgebaute Niederschlagsdefizit auszugleichen. Fast überall ist es folglich immer noch zu trocken, lediglich kleinräumig ist die Bilanz quasi ausgeglichen. Das sonnige „Strahlungswetter“ mit seinen immensen Verdunstungsraten tut nun sein Übriges, den Boden wieder auszutrocknen. 

Abbildung 1: Links: Niederschlagsbilanz des meteorologischen Frühlings bis 28. April 2025. Rechts: Abweichung zum Klimamittel 1991-2020 der Bodenfeuchte unter Gras bis 60 cm Tiefe. Quelle: DW 

Ein Blick auf die Grafik der Bodenfeuchte (siehe Abbildung 1, rechts) verdeutlicht, dass der Boden in vielen Regionen des Nordens und des Südens zumindest bis 60 Zentimeter Tiefe bereits wieder mehr oder weniger deutlich zu trocken ist. Nur in einem Streifen vom Westen bis in die Mitte sowie in einigen süddeutschen Mittelgebirgsregionen ist es (noch) feucht. Doch diese „Feuchtgebiete“ werden sich in den kommenden Tagen weiter zurückziehen. 

Denn zumindest bis zum Monatswechsel (30. April/1. Mai) bleibt Niederschlag die absolute Ausnahme. Hoch „Quendolin“ sorgt nicht nur für weitestgehend niederschlagsfreies, sondern eben auch wieder für sehr „verdunstungsfreundliches“ Strahlungswetter: Sonne von früh bis spät! Zum kommenden Wochenende (ab Freitag, 2. Mai) stellt sich die Wetterlage zwar um, allerdings dürften die aufkommenden Niederschläge zunächst eher konvektiven Charakter haben, also in Form von Schauern und Gewitter auftreten. Diese bringen nicht den so wichtigen, flächigen Landregen, sondern den hydrologisch eher unwirksamen Starkregen. 

Abbildung 2: Vom 28. April (2 Uhr) bis 8. Mai (2 Uhr) aufsummierte Niederschlagsmengen vom europäischen EZMW-Modell (links) und vom amerikanischen GFS-Modell (rechts). Quelle: DWD, EZMWF, NOAA 

Selbst wenn man dann weiter in die Ferne schaut, ist längst noch nicht gesichert, ob die ab dem Wochenende beginnende, eher tiefdruckdominierte Wetterphase auch wirklich landesweit nennenswerten Regen bringt. Exemplarisch dargestellt sind die vom US-amerikanischen GFS- und dem europäischen EZMW-Modell aufsummierten Niederschlagsmengen bis 8. Mai (siehe Abbildung 2). Demnach bestünde zumindest am Alpenrand Hoffnung auf etwas mehr Nass von oben, ansonsten ergibt sich ein eher heterogenes Bild mit insgesamt nicht wirklich erklecklichen Mengen. 

Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-28 17:19:232025-04-30 19:29:40Immer noch zu trocken …
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