Deutschlandwetter im Januar 2026

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Januar 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 3,1 °C +0,0 Grad
2 Geilenkirchen Nordrhein-Westfalen 3,0 °C +0,9 Grad
3 Düsseldorf Nordrhein-Westfalen 2,9 °C +0,4 Grad

Besonders kalte Orte im Januar 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen -5,4 °C -0,8 Grad
2 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen -4,6 °C -2,2 Grad
3 Carlsfeld Sachsen -4,4 °C -0,8 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Januar 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Freudenstadt-Kniebis Baden-Württemberg 147,7 l/m² 78 %
2 Todtmoos Baden-Württemberg 130,0 l/m² 62 %
3 St. Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 126,7 l/m² 65 %

Besonders trockene Orte im Januar 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Bad Lauchstädt Sachsen-Anhalt 12,2 l/m² 49 %
2 Freienbessingen Thüringen 12,6 l/m² 34 %
3 Hirschstein-Heyda Sachsen 13,3 l/m² 37 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Januar 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Altenstadt Bayern 140 Stunden 218 %
2 Kaufbeuren Bayern 140 Stunden 171 %
3 Attenkam Bayern 134 Stunden 189 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Januar 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Perl-Nennig Saarland 24 Stunden 56 %
2 Idar-Oberstein Rheinland-Pfalz 27 Stunden 61 %
3 Berus Saarland 28 Stunden 65 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Polarwirbel vor möglicher Aufspaltung – droht Mitteleuropa eine Kältephase?

Derzeit wird die Großwetterlage in Mitteleuropa von einem kräftigen, nahezu stationären Hochdruckgebiet mit seinem Zentrum über Finnland bestimmt. In dessen Einflussbereich gelangt kalte, kontinentale Luft in den Nordosten Deutschlands. Gleichzeitig sorgen Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik und in der Nähe Irlands für einen Zustrom deutlich milder Luftmassen in den Südwesten des Landes. So werden am heutigen Sonntag am Oberrhein Höchstwerte um +11 Grad erreicht, während die Temperaturen im Nordosten örtlich nicht über −8 Grad hinauskommen.
Auch in den kommenden Tagen bleiben diese ausgeprägten Temperaturgegensätze bestehen. Ursache hierfür ist eine insgesamt geringe Dynamik in der Atmosphäre. Der Jetstream, der insbesondere im Winterhalbjahr die Zugbahnen von Hoch- und Tiefdruckgebieten über Europa steuert, ist derzeit weit nach Süden verlagert. Infolgedessen fehlt atlantischen Tiefdruckgebieten der nötige Antrieb, um nach Mitteleuropa vorzudringen. Stattdessen werden sie – wie bereits in den vergangenen Wochen häufig beobachtet – nach Süden in den Mittelmeerraum umgelenkt.

Polarwirbel vor moeglicher Aufspaltung – droht Mitteleuropa eine Kaeltephase

Analysekarte für Sonntag, den 01.02.2026 um 12 UTC. Gerade für den Nordosten des Landes bleibt das Hoch Daniel über Finnland wetterbestimmend.

Zur zweiten Februardekade zeichnet sich nun ein weiteres meteorologisch interessantes Phänomen ab, das erheblichen Einfluss auf die Wetterentwicklung in Europa haben könnte: ein möglicher Polarwirbelsplit. Betrachtet man den zonalen Wind in der Stratosphäre auf dem 10-hPa-Niveau (rund 30 Kilometer Höhe), zeigen die Prognosen ab etwa dem 10. Februar eine deutliche Abschwächung. Einige Modelllösungen deuten im weiteren Verlauf sogar eine Umkehr der Windrichtung an. In diesem Fall würde sich der stratosphärische Polarwirbel aufspalten. Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses machen sich in der unteren Troposphäre in der Regel erst mit einer Verzögerung von etwa ein bis zwei Wochen bemerkbar. Durch die damit verbundene Umstrukturierung der großräumigen Druckverteilung kann es in den mittleren Breiten zu Kaltluftvorstößen aus polaren Regionen kommen. In den Medien wird ein Polarwirbelsplit daher häufig mit extremen Kältewellen in Europa und Deutschland gleichgesetzt. In der Praxis ist der Zusammenhang jedoch deutlich komplexer.

Polarwirbel vor moeglicher Aufspaltung – droht Mitteleuropa eine Kaeltephase 2

Ensemblevorhersage des zonalen Windes in 30 Kilometer Höhe. Es verdichten sich die Anzeichen eines Polarwirbelsplits ab der zweiten Februardekade.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass nicht jeder Polarwirbelsplit zwangsläufig eine markante Kältewelle in Mitteleuropa nach sich zieht. Entscheidend sind unter anderem die Lage, die Intensität und die Dauer der Aufspaltung. Zudem spielt die vorherrschende Wetterlage zum Zeitpunkt des Ereignisses eine wichtige Rolle für die spätere Entwicklung. Studien zeigen, dass eine bereits blockierende Zirkulation über Europa zum Zeitpunkt eines Polarwirbelsplits die Wahrscheinlichkeit für nachfolgende Kälteereignisse erhöht. Häufig etabliert sich in den Wochen danach ein blockierendes Hochdruckgebiet über Grönland, wodurch arktische Luftmassen nach Mitteleuropa vordringen können. Herrscht hingegen bereits zum Zeitpunkt des Polarwirbelsplits ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet über Grönland, bildet sich in den Folgewochen statistisch häufiger ein Trog über dem Ostatlantik aus. Auf dessen Vorderseite gelangt milde Luft nach Mitteleuropa, sodass winterliche Bedingungen im Flachland oder gar eine Kältewelle eher ausbleiben. Befindet sich Mitteleuropa zum Zeitpunkt des Ereignisses im Einflussbereich einer zyklonalen Westwetterlage, lässt sich kein statistisch signifikantes Signal ableiten. In diesen Fällen zeigen sich lediglich schwache Hinweise auf die spätere Ausbildung eines blockierenden Grönlandhochs.

Polarwirbel vor moeglicher Aufspaltung – droht Mitteleuropa eine Kaeltephase 3

Einfluss eines Polarwirbelsplitts auf das Wettergeschehen in Europa für verschiedene Wetterlagen während des Eintretens. Europa-Blocking führt am häufigsten zu Grönland-Blocking und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit für Kältewellen.

Ein Blick auf die Mittelfristprognose zeigt, dass einige Wettermodelle zum Einsetzen des Polarwirbelsplits ein Hochdruckgebiet bei Grönland andeuten. Gleichzeitig wird aber auch ein blockierendes Hochdruckgebiet über Westrussland simuliert und eher leichte Tiefdruckaktivität über Mitteleuropa. Ein weiterer Faktor ist zudem, dass über dem eurasischen Kontinent im Vergleich zu den letzten Wintern eine ausgeprägte und weit nach Europa reichende Schneedecke liegt. Dies begünstigt eine Stabilisierung des sibirischen Kältehochs, welches als eine Barriere für vom Atlantik vordringenden Tiefdrucksystemen fungieren kann.
Insgesamt ergibt sich somit kein eindeutiges Szenario. Eine Kältewelle in Mitteleuropa ab Ende Februar liegt etwas über der statistischen Eintrittswahrscheinlichkeit zu dieser Jahreszeit, ist aber auf keinen Fall sicher. Eines ist aber sicher, an Spannung mangelt es beim Wetter in den nächsten Wochen keineswegs!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Start in den Februar 

Am morgigen Sonntag ist der 01. Februar. Der Februar ist heutzutage der zweite Monat des Jahres. Im römischen Kalender war er der letzte Monat des Jahres, weshalb notwendige Schalttage an diesen Monat angehängt wurden. Verschiedene Kalenderreformen verschoben den Februar zwar von der letzten auf die zweite Position im Jahr, das Anhängen der Schalttage an den Februar wurde aber beibehalten. Mit normalerweise 28 Tagen ist der Februar der kürzeste Monat des Jahres, alle anderen Monate haben 30 oder 31 Tage. Durch das Anhängen der Schalttage haben wir alle vier Jahre einen 29. Februar, das nächste Mal wieder im Jahr 2028.

Der Februar wurde nach dem römischen Reinigungsfest Februar benannt. Der alte deutsche Name für den Februar ist Hornung, weil der Rothirsch zu dieser Zeit sein Geweih abwirft, das dann innerhalb weniger Monate wieder nachwächst. Weitere früher gebräuchliche Namen lauten Schmelz- oder Taumond.

Für alle Narren und Närrinnen gehört der Februar zu den wichtigsten Monaten des Jahres. In sehr vielen Jahren sind die Haupttage von Fas(t)nacht, Fasching oder Karneval in diesem Monat zu finden. Ob die närrischen Feierlichkeiten im Februar oder im März begangen werden, hängt davon ab, wann Ostern ist, dessen Terminierung wiederum vom ersten Frühlingsmond abhängt. In diesem Jahr ist beispielsweise die Weiberfastnacht am 12. Februar und Rosenmontag am 16. Februar. Am Aschermittwoch, den 18. Februar, ist dann alles wieder vorbei und die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern beginnt. Ob das Wetter in diesem Jahr allen Narren und Närrinnen wohlgesonnen ist oder ob es sich von seiner närrischen Seite zeigen wird, muss noch etwas abgewartet werden.

Wettertechnisch kann sich der Februar auf der einen Seite recht winterlich präsentieren, vorfrühlingshafte Phasen sind aber ebenso möglich. Auch die Tage werden wieder merklich länger. Während die Tageslichtdauer beispielsweise für Frankfurt am Main im Januar um etwa eine Stunde und sieben Minuten zunimmt, verlängert sich diese im Februar bereits um etwa eine Stunde und 35 Minuten. Im März liegt die Zunahme dann schon fast bei zwei Stunden.

Um nun beim Wetter zu bleiben: Welches Wetter ist zum Monatswechsel zu erwarten? Zusammengefasst: Zunächst ändert sich erst einmal wenig. Hoch DANIEL mit Schwerpunkt Fennoskandien bestimmt momentan das Wettergeschehen in erster Linie im Norden und Nordosten Deutschlands. Indirekt beeinflusst es aber auch den Westen Deutschlands, dergestalt, dass durch DANIEL das Vorankommen atlantischer Tiefausläufer blockiert wird und diese allenfalls in abgeschwächter Form Mitteleuropa erreichen. 

Start in den Februar

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Samstag, den 31.01.2026 12 UTC. 

Die Tiefausläufer lenken dabei milde und feuchte Meeresluft in den Westen und Süden Deutschlands, während in den Norden und Osten kalte Festlandsluft einfließt. Dadurch ergeben sich ganz ohne ausgeprägte Luftmassengrenze starke Temperaturgegensätze in Deutschland. So verharrt der Nordosten am heutigen Samstag bei Höchstwerten zwischen -4 und 0 Grad im Dauerfrost, am Rhein werden hingegen bis zu 9 Grad erreicht. Diese Temperaturgegensätze verstärken sich in den kommenden Tagen noch etwas. Insbesondere an den Küsten fühlen sich die Temperaturen noch deutlich kälter an, denn dort weht ein strammer Ost- bis Südostwind, der zeitweise stürmisch aufleben kann.

Daneben ist der Himmel an diesem Wochenende vielfach bedeckt, gebietsweise kann die Bewölkung aber auch auflockern und die Sonne kommt vorübergehend zum Vorschein. Dies ist insbesondere am heutigen Samstag am Alpenrand der Fall. Hier und da fällt etwas Regen, der insbesondere im Nordwesten, vereinzelt aber auch andernorts, teils gefrierend sein kann. Dann ist stellenweise mit Glatteis zu rechnen.

In der Nacht zum Sonntag wird es verbreitet frostig, nur am Rhein und westlich davon bleibt es meist frostfrei. In Vorpommern hingegen gehen die Temperaturen sogar auf Werte um -10 Grad zurück.

Am morgigen Sonntag sind am Rhein erneut Höchstwerte von bis zu 9, lokal auch 10 Grad möglich. Im Nordosten werden gerade einmal Höchstwerte zwischen -8 und -5 Grad erreicht. In der Nacht zum Montag ist in Vorpommern und in der Uckermark strenger Nachtfrost zu erwarten.
Am Montag gehen die Temperaturen dann noch ein klein wenig zurück und liegen tagsüber zwischen -9 Grad im Nordosten und 8 Grad am Rhein. Die Sonne zeigt sich immerhin wieder häufiger, insbesondere in Vorpommern und an den Alpen ist es auch längere Zeit sonnig.

In der Nacht zum Dienstag liegen die Tiefstwerte zwischen -14 Grad im Nordosten und 0 Grad im Westen, am Rhein bleibt es nur noch örtlich knapp frostfrei. Von Südwesten kommen jedoch neue Niederschläge auf, die nach aktuellem Modellstand als gefrierender Regen fallen. Im morgendlichen Berufsverkehr wäre in diesen Regionen dann auf jeden Fall Vorsicht geboten. 

Start in den Februar 2 

Vorhersage der Höchst- und Tiefsttemperaturen in Deutschland vom heutigen Samstag (31.01.) bis zur Nacht zum Dienstag (03.02.2026) 

M.Sc. Met. Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Außergewöhnliche Regenmengen im südöstlichen Afrika und deren Auswirkungen in Mosambik 

Regen zu dieser Jahreszeit (Sommer bis Frühherbst) ist im südöstlichen Afrika normal. Dort treffen von Dezember bis März bedingt durch die innertropische Konvergenzzone (ITCZ) und typischen Monsunwinde permanent feuchte Luftmassen aus dem Indischen Ozean bzw. der Straße von Mosambik auf Mosambik und die weiter landeinwärts gelegenen Staaten Malawi, Sambia, Simbabwe, das nördliche Südafrika und Eswatini. Dies verdeutlicht die folgende Abbildung, bei der Strömungslinien, die in einer Höhe von etwa 1200 Metern verlaufen, dargestellt sind.
 

Aussergewoehnliche Regenmengen im suedoestlichen Afrika und deren Auswirkungen in Mosambik

Abb. 1 Quelle: Springer Verlag, Southern African monsoon: intraseasonal variability and monsoon indices (Silvério, K.C., Grimm, A.M. Southern African monsoon: intraseasonal variability and monsoon indices. Clim Dyn 58, 1193–1220 (2022). https://doi.org/10.1007/s00382-021-05954-y) 

(Abbildung 1: Schematische Darstellung der Monsunsituation im südlichen Afrika. Dargestellt sind Strömungslinien in rund 1200 m Höhe. Tiefer Luftdruck über Angola (in der Kartendarstellung AL) sowie über der Straße von Mosambik (MCT) steht hohem Luftdruck über dem Südatlantik (SAH) und dem Südindik (SIH) gegenüber. Die blauen Linien stellt den Nordwest- (NWM) bzw. den Nordost-Monsun (NEM) dar. Letzterer trifft auf den Norden Mosambiks, was hier schematisch verdeutlicht wird. Die blaue Linie mit SETW zeigt den Südostpassatwind, der auf Zentralmosambik trifft. Die grün gestrichelte Linie kennzeichnet die typische Lage der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ), während CAB (Congo Air Boundary) beide Monsuneinflüsse trennt und an der Südflanke einen markanten Übergang feuchter Luftmassen im Norden zu trockeneren im Süden darstellt. Die Hintergrundfarben zeigen die durchschnittlich zu erwartende Monatsniederschlagsmenge in Litern pro Quadratmeter.)

Typische Monatsniederschläge liegen im Norden Mosambiks üblicherweise bei rund 200 Litern pro Monat. So gehen in diesen vier Sommermonaten etwa 80 Prozent des Jahresniederschlages nieder. Im Süden Mosambiks ist die Regenzeit nicht ganz so stark ausgeprägt. Dort kommt in diesen vier Monaten etwa die Hälfte des Jahresniederschlages zusammen.

Wiederholt auftretende Wettermuster sowie tropische Stürme haben diese Saison in Mosambik jedoch zu außergewöhnlichen Niederschlagsmengen geführt. Der Schwerpunkt richtete sich nicht nur auf den Norden, sondern vor allem auf die Mitte und auf den Süden des Landes. So fielen zwischen Weihnachten 2025 und dem 26. Januar 2026 in der zentralmosambikanischen Binnenlandprovinz Manica aufsummiert lokal über 1000 Liter pro Quadratmeter Niederschlag in nur fünf Wochen (das entspricht etwas mehr als der durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von Deutschland). Auch in der südlich gelegenen Provinz Gaza gab es mehr als 500 Liter auf den Quadratmeter in fünf Wochen. Höhepunkt der Niederschläge im Süden Mosambik war der Zeitraum zwischen dem 9. und 12. Januar 2026, in dem mehrere Wetterstationen täglich über 200 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen haben. Das ist eine Menge, die an einer solchen Wetterstation in der Regenzeit sonst in einem Monat zu erwarten wäre. 

Aussergewoehnliche Regenmengen im suedoestlichen Afrika und deren Auswirkungen in Mosambik 2

Hauptniederschlagsmengen in Litern pro Quadratmeter vom 24. Dezember 2025 bis 26. Januar 2026. Quelle: ERCC (Emergency Response Coordination Centre) der Europäischen Kommission  

Folge dieser enormen Regenmengen sind großflächige Überschwemmungen. Allein im Süden Mosambiks sind 640.000 Menschen direkt oder indirekt vom Hochwasser betroffen. Mindestens 125 Personen kamen ums Leben, über 75.000 Bürger harren in Notunterkünften aus und 392.000 Menschen wurden durch die Überschwemmungen vertrieben. Besonders in ländlichen Gebieten leben 90 Prozent der Mosambikaner in Lehmhäusern, die sich bei solchen Regenmengen sprichwörtlich auflösen, da der Lehm kontinuierlich ausgewaschen wird. Mehr als 72.000 Häuser stehen unter Wasser, sind darüber hinaus stark beschädigt oder ganz zerstört. Betroffen sind auch Schulen und Gesundheitseinrichtungen, die in Trümmern liegen. Dazu begünstigt die Überschwemmung die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen wie Cholera, weil Wasser oftmals verunreinigt ist. 70.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche sind zerstört und 34.000 größere Nutztiere kamen um. Wichtige Infrastruktur wie Straßen und Brücken sind ebenfalls betroffen. So ist die Hauptstraße in Mosambik, die von der Hauptstadt im Süden in die nördlichen Landesteile führt, unpassierbar. Dies gilt auch für Nebenstraßen, die als Pisten oftmals aus Naturbelag bestehen. 5000 Kilometer Straßen sind beschädigt. Der Limpopo, einer der Hauptflüsse Südostafrikas, trat über die Ufer, überschwemmte mehrere Orte und setzte in seinem Mündungsbereich die Stadt Xai-Xai unter Wasser. Erstmals seit 1977 mussten am Massingir-Staudamm an einem Hauptzufluss des Limpopo alle vierzehn Schleusen geöffnet werden, was fast zu einer rasanten Verdopplung der abfließenden Wassermenge geführt hat. Weitere Stauseen, die sich flussaufwärts befinden, sind voll und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auch dort Wasser abgelassen werden muss. Über Mosambik hinaus meldete Simbabwe 70 Todesopfer durch die Überschwemmungen. Die südafrikanischen Provinzen Limpopo und Mpumalanga verzeichnen 30 Todesfälle. 

Aussergewoehnliche Regenmengen im suedoestlichen Afrika und deren Auswirkungen in Mosambik 3

Überschwemmungen in Xai-Xai im Mündungsbereich des Limpopo. Quelle: OCHA bzw. UNOCHA (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten)  

Wissenschaftler haben die Folgen dieser Überschwemmungen für Südostafrika untersucht. Wiederkehrende Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen haben die ländlichen Gemeinden im unteren Limpopo-Flussgebiet in einem Kreislauf der Armut gefangen gehalten. Infolgedessen sind die Auswirkungen der Überschwemmungen für einkommensschwache und marginalisierte Gemeinden unverhältnismäßig schwerwiegend. Ein großer Teil der städtischen Bevölkerung, der unter informellen Bedingungen lebt, ist besonders anfällig für Überschwemmungen, was durch die rasche Ausdehnung der Städte, unzureichende Planung und unzureichende Grundversorgung noch verschärft wird. Schlechte Wohnverhältnisse und unzureichende Infrastruktur erhöhen die Gefährdung und Anfälligkeit für Überschwemmungen erheblich.

Extreme Niederschläge in dieser Region werden auch durch die El Niño-Southern Oscillation (Abk.: ENSO, ein globales komplex gekoppeltes Zirkulationssystem von Erdatmosphäre und Meeresströmung) beeinflusst. Ein dort aktuell negativer ENSO-Index zeigt ein schwaches La Niña-Ereignis während der diesjährigen Regensaison, was die Wahrscheinlichkeit und die Heftigkeit von starken Niederschlägen erhöht. Studien zum Klimawandel und dessen Auswirkungen für das südöstliche Afrika laufen derzeit. 

Die Regenzeit dauert noch an. Im Norden Mosambiks, der bisher von den stärksten Niederschlägen verschont blieb, gibt es derzeit stärkere Regenfälle, die der über der Straße von Mosambik befindliche Zyklon „Fytia“ verursacht. Dessen Zugbahn bewegt sich auf Madagaskar zu, was an der dortigen Westküste zu vielen Niederschlägen führen wird. Der Höhepunkt der Tropensturmsaison wird erst noch erwartet. 

Weiterführende Literatur (Quellenbezug): La Niña, Climate change, high exposure and vulnerability combined led to devastating floods in parts of Southern Africa, https://www.worldweatherattribution.org/la-nina-climate-change-high-exposure-and-vulnerability-combined-led-to-devastating-floods-in-parts-of-southern-africa/
 

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Transporte in der Seeschifffahrt und maritime Lüftungsberatung im Deutschen Wetterdienst

Das Problem der Schadensvermeidung beim Überseetransport von Waren wird seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts meteorologisch untersucht. Erste physikalische Zeitreihen sammelte die damalige Seewarte. Nach Gründung der Bundesrepublik übernahm das Seewetteramt Hamburg als Teil des Deutschen Wetterdienstes diese Tradition und unterstützte damit den Exportboom der wirtschaftsstarken 50er und 60er Jahre. In der Seefahrt wurde in den 1960er Jahren der Container in die Transportkette eingeführt. Allerdings nahmen in diesem vorteilhaften geschlossenen Transportbehälter meteorologisch bedingte Probleme eher zu, was zu weiteren Ursachenforschungen führte. Bis zum heutigen Tag gibt es allerdings auch Transportgüter, die konventionell und damit ohne Container verschifft werden. Während sich die Art und Menge der Güter sowie Größe und Fahrgeschwindigkeit der Schiffe veränderte, sind meteorologisch bedingte Gefahrenzonen wie kaltes Auftriebswasser, kräftige Gegensätze einiger Meeresströmungssysteme und Wärme bzw. Hitze in subtropischen und tropischen Regionen nahezu gleichgeblieben. 

Unter den Elementen, die laderaumbedingt zu Schäden führen können, wäre als erstes die Temperatur zu nennen. Unterschieden werden muss hierbei zwischen der Lufttemperatur, der Wassertemperatur an der Meeresoberfläche, der Oberflächentemperatur und der Innentemperatur in Lufträumen der Transportbehälter sowie der Warentemperatur selbst. Mögliche Temperaturbelastungen können hierbei aus vielen Überlegungen bestehen: Ist die Beladung unter Deck? Werden Schiffscontainer direkt von der Sonne angestrahlt? Wie sind Abfertigungszeiten an Zwischenhäfen und Umladestationen und wird hier die Ware im Freien oder in einer Halle gelagert? Für einen meteorologisch sicheren Transport von Materialien wurden auf den Hauptschifffahrtsrouten verschiedene Messreihen angelegt. Dabei wurde festgestellt, dass weiße Standard-Containern im Vergleich zu farbigen besser abstrahlen, dies gilt an ihrer Oberfläche genauso wie in deren Innenraum. Der Grad der Befüllung eines Containers ist ebenfalls wichtig mit Wärmemaxima an den Wänden des Behälters und unterhalb des Dachbereiches. Je niedriger eine Ware im Container transportiert wird, desto geringer ist der Unterschied der täglichen Temperaturextreme und desto später tritt das Temperaturmaximum auf, besonders bei Waren mit hoher Wärmekapazität. Daher ist es wichtig, das Profil der Innentemperatur und damit die Verteilung von Temperatureinflüssen auf die eingelagerten Waren zu kennen, um die Temperaturbelastung an einzelnen Stellen im Laderaum zu ermitteln. Für verschiedene Materialien wurden daher Einzelfall-Messkampagnen gestartet, beispielsweise auf einer Winterreise vom kalten China über wärmere Gewässer ins kalte Europa oder auf einer Sommerreise vom warmen Europa über den kühleren Nordatlantik ins warme Nordamerika. 

Ein besonderer Aspekt stellen hygroskopische Ladungen dar. Damit sind Waren gemeint, deren Eigenfeuchte im Austausch mit der Feuchte der Umgebung steht. Dies trifft besonders bei Agrarprodukten wie beispielsweise Reis, der von Südostasien oder vom indischen Subkontinent nach Europa transportiert wird, oder Rohkakao, seltener auch Kaffee oder Kautschuk, zu, welche von Westafrika nach Europa verschifft werden. Große Unterschiede bei der Warentemperatur bestehen insbesondere dann, wenn diese in exponiert stehenden Containern an Deck geladen sind. Bei Fahrten von tropischen bzw. subtropischen Regionen nach Europa sinkt die Außentemperatur und damit auch die Innentemperatur in Transportbehältern und letztlich die Warentemperatur. Damit steigt das Risiko von Kondenswasser. In allen Agrarprodukten ist Wasser gebunden, beispielsweise sind bei Rohkakao in einem 6-Fuß-Container mit einem Volumen von knapp 4 Kubikmeter etwa 1000 Liter Wasser im Kakao enthalten. Das meteorologische Element, um diese Prozesse zu beschreiben, ist die Feuchte, und hierbei stellt der Taupunkt eine sinnvolle Hilfsgröße dar. Als Taupunkt wird die Temperatur bezeichnet, bei der Luft mit Wasserdampf gerade gesättigt ist. Kühlt sich eine am Taupunkt befindliche Luftmasse ab, kondensiert die enthaltene Feuchtigkeit und einige Wassermoleküle scheiden als Tau oder Kondenswasser aus der Luftmasse ab und lagern sich an Oberflächen an. Wird beispielsweise Rohkakao in Abidjan in der Elfenbeinküste in Westafrika verladen, herrschen tagsüber um 30 Grad, nachts um 23 Grad bei einer Wassertemperatur um 27 Grad Celsius. Bei Umladung der Ware in einen Container liegt dessen Innentemperatur um 29 Grad mit einem Taupunkt um 26 Grad. Sinkt die Container-Innentemperatur bspw. während einer Fahrt nach Europa unter den Wert des Taupunktes, setzt Kondensation und Kondenswasserbildung ein. Diese Tröpfchen vergrößern sich, kühlt der Innenraum weiter ab. Das Ergebnis sind sogenannte Schweißwasserschäden, wenn die Ober- und Seitenflächen von Kondenswasser benässt sind. Dies trifft stärker für exponiert gefahrene als unter Deck transportierte Container zu. Schimmel- oder Fäulnisbildung kann die Folge davon sein, was die Ware dann bei der Löschung (Abladen der Fracht) unbrauchbar macht und zu wirtschaftlichen Verlusten führt. Um diesen Schadprozess zu verhindern, müsste die Innentemperatur der Behälter auf dem Weg von den Tropen nach Europa gesenkt werden, was durch einen Durchlüftungsvorgang erfolgt, welcher dann auch teilweise die Feuchtigkeit abführt. Technische Lösungen sind Beimengungen von Trockenmittel wie Granulat oder eine Zwischendecke zum Auffangen von Kondenswasser. Doch selbst diese Lösungen sind nicht das Maß aller Dinge, da bei einer Route deutlich mehr Kondenswasser auftreten kann als angenommen wird. Kühlt der Innenraum auf Werte unter den Gefrierpunkt ab, friert das Kondenswasser zu Eis und der Abtropfprozess ist gestoppt. Es taut jedoch wieder bei entsprechenden steigenden Temperaturwerten und tropft dann erneut. Bei frühlingshaften oder herbstlichen Nordatlantikpassagen können bei ruhigen Hochdrucklagen solche Prozesse tagelang andauern. Verfrachtet man Ladung aus kühlen Regionen (mittlere Breiten) in feuchtwarme (Tropen), kühlt die warme Luft an Außenflächen der Ware ab, nimmt die feuchtwarme Umgebungsluft etwas zu, unterschreitet den Taupunkt und setzt größere Mengen Kondenswasser schlimmstenfalls auf der Ware frei. 

Besonders für konventionelle Fracht hygroskopischer Güter in Laderäumen ist eine klimatologische Betrachtungsweise der Route vorteilhaft. Der Deutsche Wetterdienst kann diese für alle Routen erstellen. Noch besser ist eine Lüftungsberatung, welche die Abteilung maritime Beratung des Deutschen Wetterdienstes am Standort Hamburg anbietet. Hierbei werden gezielt die Notwendigkeiten herausgearbeitet, welche Ladeluke wann geöffnet werden muss, um Ventilationsprozesse der Laderäume in Gang zu setzen. Voraussetzung zur Berechnung hierfür ist, dass die aktuelle Innentemperatur und die relative Feuchte (bzw. die Trocken- und Feuchttemperatur) der jeweiligen Laderäume vorliegen, ebenso die aktuelle Außentemperatur (Lufttemperatur) sowie die relative Feuchte. Diese sind vom entsprechenden Schiff bestenfalls täglich mitzuteilen. Mit diesen Daten wird berechnet, ob eine Lüftung anzuraten, empfohlen, nicht empfohlen oder nicht durchgeführt werden sollte. Doch selbst bei einer berechneten empfohlenen Belüftung gibt es Situationen, wo eine Ventilation besser unterbleiben sollte. Führen Schiffsrouten durch Niederschlagsgebiete oder ist mit Nebel zu rechnen, bleiben die Ladeluken zu, ebenso bei hohem Schauerrisiko. Bei niedrigem Schauerrisiko sind die Luken nach Bedarf zu schließen, insbesondere dann, wenn ein Schauer näher kommt oder sich das Schiff einem solchen nähert. Ventilationen werden so tagsüber bei genügend Sicht durchgeführt. Bei hohen Windgeschwindigkeiten und/oder starkem Seegang kann Gischt mit Seesalzaerosol bzw. Luft mit höherem Luftsalzgehalt in geöffnete Ladeluken eindringen und neben der Feuchte zusätzlich einen Salzeintrag in die Fracht fördern. In diesem Fall wären durch die Sedimentation des ausgefallenen Salzes unten liegende Frachtstücke stärker betroffen als oben befindliche. Laderaumspezifische Beratungen können am Standort Hamburg des Deutschen Wetterdienstes beauftragt werden. 

Transporte in der Seeschifffahrt und maritime Lueftungsberatung im Deutschen Wetterdienst 

Kondenswassertropfen an der Decke eines Schiffscontainers auf einer Fahrt von Westafrika nach Europa. Ohne Kühlung des Innenraumes tropft das Kondenswasser auf die in Säcken geladene landwirtschaftliche Fracht ab. Quelle: Transport-Informationsservice des Gesamtverbands der Versicherer 

Transporte in der Seeschifffahrt und maritime Lueftungsberatung im Deutschen Wetterdienst 2

Schematische Darstellung eines Lüftungsvorgangs. Quelle: DWD 

Transporte in der Seeschifffahrt und maritime Lueftungsberatung im Deutschen Wetterdienst 3

Schematische Darstellung der Belüftung. Quelle: DWD 

Weiterführende Literatur: R.-W. Baak, Laderaummeteorologische Untersuchungen und Beratungen des Deutschen Wetterdienstes (ausführlichere Darstellung des Artikels); P. Grunau, Meteorologie für Nautiker: Eine Betrachtung über die wesentlichen Aspekte der Klimatologie, Meteorologie, Laderaum-Meteorologie, sowie der meteorologischen Navigation; R. Zöllner, Laderaummeteorologie 

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Glatt, aber wieso? 

Glätte hier, Glätte dort, das Winterwetter sorgt derzeit immer wieder für rutschige Straßen und Wege. In der Wettervorhersage fallen dann Begriffe wie überfrierende Nässe, Reif oder gefrierender Regen. Heute wollen wir uns daher ein wenig mit den unterschiedlichen Arten von Glätte oder Glatteis beschäftigen.

Reifglätte 

Die erste Sorte entsteht, wenn sich – wie der Name schon vermuten lässt – Reif bildet. Das heißt in Bodennähe entspricht die Temperatur der Feuchttemperatur, sodass sich der in der Luft vorhandene Wasserdampf als Eis auf Oberflächen ablagern kann.
Dieser Reif kann nun beispielsweise auf Gehwegen von Fußgängern zusammengedrückt und dadurch kurzzeitig flüssig werden. Bei negativen Oberflächentemperaturen gefriert er danach wieder und es wird glatt.

Eisglätte

Die zweite Art der Glätte ist tückisch. Sie entsteht, wenn auf den Straßen noch Wasser jeglicher Art vorhanden ist. Wenn nun durch einen nächtlichen sternenklaren Himmel oder durch herangeführte Kaltluft die Temperatur sinkt, gefriert das Wasser auf den Straßen. Auch Restnässe von einem vergangenen Niederschlagsereignis kann für spiegelglatte Beläge sorgen. Das macht die Vorhersage, wo und wann es gefährlich wird umso herausfordernder.

Glatteis

Vielleicht auch unter dem umgangssprachlichen Begriff Blitzeis bekannt, ist dieses Phänomen besonders gefährlich. Meteorologisch gesehen, müssen zuerst Regentropfen in einer Wolke entstehen. Dazu werden positive Temperaturen benötigt, hier spricht man auch von einer „warmen Nase“. Die Erklärung findet sich, wenn ein dazugehöriger Radiosondenaufstieg angeschaut wird – der Temperaturverlauf zeigt eine Ausbeulung nach rechts, ähnlich einer Nase (siehe Abb. 2). Die entstandenen Tropfen fallen auf ihrem Weg nach unten durch eine kalte Schicht, die jedoch nicht ausreicht, dass sie schon gefrieren. Die Tropfen sind nun unterkühlt und damit kälter als der Gefrierpunkt. Beim Auftreffen auf den Boden gefrieren sie sofort und können innerhalb sehr kurzer Zeit für gefährlich glatte Straßenverhältnissen sorgen.

Glatt aber wieso 

Abb. 1: Glatteis auf Oberfläche 

Glatt aber wieso 2

Abb. 2: Skizze eines Temperaturverlaufs für gefrierenden Regen 

Schwierig ist auch die Vorhersage bzw. die Detektion, da schon geringe Mengen reichen können. Wettermodelle sind nicht in der Lage jeden noch so kleinen Schauer präzise vorherzusagen. Gleichzeitig kann es sein, dass die Niederschlagsradare keine Signale zeigen, da der Sprühregen zu schwach ist oder die Wolken zu tief liegen, als dass der Radarstrahl sie erfassen könnte. Manchmal sind wir Meteorologen daher trotz der vielen Messgeräte blind und können lediglich auf Ihre Meldungen über die Warnwetter-App zurückgreifen. Daher vielen Dank für Ihre rege Aktivität dabei!

Schneeglätte

Diese Art der Glätte ist wohl die per Auge am einfachsten erkennbare. Überspitzt gesagt: Liegt Schnee? Ja! Gut, dann ist es glatt.

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, aber tatsächlich wird eine Schneedecke benötigt. Wenn diese, ähnlich der Reifglätte, festgetreten oder zusammengepresst wird, verflüssigt sich der Schnee. Wenn er dann wieder gefriert, ist die Oberfläche glatt und die Schneeglätte ist entstanden. Somit ist bei Altschnee die Wahrscheinlichkeit höher, dass es glatt ist, als bei Neuschnee. 

M.Sc. Met. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Wo spielt Wetter überall eine Rolle? 

Kein Thema schafft es so regelmäßig in die Nachrichten wie das Wetter. Da kann allenfalls der Verkehrsfunk mithalten. Aber auch sonst spricht jeder fast täglich über Wetter. Ob morgens beim Bäcker oder im Supermarkt, beim Warten auf die Bahn oder beim gemütlichen Kaffeeklatsch. Das Thema Wetter ist allgegenwärtig. Oftmals wird geschimpft, was denn mit dem Wetter los sei, dann wird über den Schnee und das Winterwetter gestöhnt oder sich beschwert, dass gerade bei einem selbst kein Schnee gefallen ist. Nur selten sind wirklich alle zufrieden. Das ist jedoch wenig verwunderlich, denn schließlich verfolgt jeder Mensch andere Interessen. Während beispielsweise Kinder eine ordentliche Schneedecke wollen, um Rodeln zu können, treibt es Autofahrern die Schweißperlen auf die Stirn, wenn mal wieder ein Verkehrschaos durch Schnee- und Eisglätte ausbricht. Große Differenzen gibt es auch beim Thema Niederschlag und Sonnenschein. Bauern brauchen beispielsweise Niederschläge für die Aussaat und die Zucht von Getreide. Demgegenüber stehen die Menschen die in ihrer Freizeit gerne Sonnenschein und trockenes Wetter hätten, um zum Beispiel an den See gehen zu können oder um einfach einen Kaffee im Freien zu genießen. Einige Bereiche, in denen Wetter eine Rolle spielt, wurden damit schon angeschnitten. Doch wo spielt Wetter noch eine Rolle und wo arbeiten Meteorologen eigentlich überall? 

Studierten Meteorologen stehen nach Abschluss des Studiums viele Wege offen. Neben dem „klassisch“ angesehenen Weg vor die Kamera oder ins Radio beziehungsweise in die (Flugwetter-) Vorhersage beim Deutschen Wetterdienst oder bei privaten Wetteranbietern kann man auch eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Oftmals vertiefen sich Meteorologen in Projektarbeiten im Bereich der Klimatologie, der Modellierung, der Hydrologie, der Stadtplanung oder im Agrarbereich. Ein weiterer Arbeitsbereich ist in der Energiemeteorologie angesiedelt. Dabei werden beispielsweise Berechnungen und Prognosen erstellt, wo es sich lohnen könnte, einen Windpark oder einen Solarpark zu bauen, beziehungsweise wie deren Ertrag aussieht. Im Versicherungsbereich finden sich ebenfalls Meteorologen sowohl bei Rückversicherern als auch bei Firmen, die zum Beispiel Niederschlags-, Wind- oder Hagelgutachten anfertigen. Selbst der Strom- und Gaspreis ist vom Wetter abhängig, weshalb in großen Energiefirmen ebenso Meteorologen beschäftigt werden. Diese erstellen Prognosen, wie viel Strom durch Wind- und Solarenergie in die Netze eingespeist werden kann. In der Wettervorhersage für Autorennen oder andere Events werden ebenfalls Meteorologen benötigt. Ein wichtiger Arbeitgeber ist zudem die Bundeswehr, denn auch sie beschäftigt eigene Meteorologen. Sowohl in der Ausbildung als auch bei weltweiten Wetterprognosen arbeiten der DWD und die Bundeswehr eng zusammen. 

Des Weiteren taucht der Begriff Wetter oder alles, was damit in Verbindung gebracht wird, in vielen Liedern auf. Beispielsweise geht es in „Leise rieselt der Schnee“, „36 Grad“, „Here comes the sun“ oder „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer“ ums Wetter.

Außerdem haben sich einige Dichter mit dem Thema Wetter befasst und Wetterbedingungen spielen eine grundlegende Rolle in ihren Werken. Zum Beispiel wäre dabei „Regenwetter“, „Der Erlkönig“ oder „Unterm weißen Baume sitzend“ zu nennen. Dies sind nur wenige Beispiele für Lieder und Gedichte. Vielleicht haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, ein selbst geschriebenes Gedicht oder komponierten Wettersong auf Lager? 

Eins ist abschließend auf jeden Fall sicher zu sagen. Das Thema Wetter beschäftigt viele Menschen Tag für Tag aufs Neue. Das war in der Vergangenheit bereits der Fall und wird sich sicherlich in der Zukunft nicht ändern, ganz nach dem Motto: 

„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, dann ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist“. 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

LEONIE – Die Schnee- und Eisbringerin! 

Zum Teil hochwinterlich präsentiert sich der heutige Wochenstart! Tief LEONIE, das sich heute Vormittag über dem Osten Deutschlands befindet, brachte seit gestern Nachmittag beziehungsweise in der vergangenen Nacht in einem breiten Streifen vom Süden bis in den Norden verbreitet 5 bis 15 cm, im Süden lokal bis zu 30 cm Neuschnee – zumeist innerhalb von 12 Stunden. Während dort die Verkehrsteilnehmer mit den zum Teil tief eingeschneiten Straßen und Wegen zu kämpfen hatten (und haben), war es im Osten und Nordosten das Glatteis, das zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt hat. Zwischen Ostsachsen und Mecklenburg-Vorpommern fielen bis heute früh verbreitet 5 bis 10 l/qm Regen innerhalb von 6 bis 12 Stunden auf die gefrorenen Böden. 

LEONIE Die Schnee und Eisbringerin

24 stündige Neuschneemenge in cm zwischen 25. und 26.01.2026, 7 Uhr. 

LEONIE zieht im Tagesverlauf ganz langsam und unter Abschwächung ost-nordostwärts und erreicht Dienstagfrüh Polen. Bis dahin werden weitere Schneefälle gegen den Uhrzeigersinn um den Tiefkern herumgeführt. Davon betroffen sind grob gesprochen die Regionen vom Norden bis zur bayerischen Donau, wo sich durchaus noch einmal der ein oder andere Zentimeter Neuschnee ansammelt. 

LEONIE Die Schnee und Eisbringerin 2

Aus Radardaten abgeleitete Niederschlagsart mit Verlagerungsrichtung der Niederschläge am 26.01.2026 um 7:54 Uhr. 

Das meiste fällt voraussichtlich in einem Streifen vom Spessart bis in den Bayerischen Wald sowie in Ostholstein, wo bis in die Nacht zum Dienstag durchaus nochmals bis zu 10 cm, lokal vielleicht auch noch etwas mehr an Neuschnee innerhalb von 12 Stunden zu erwarten ist. Im Norden ist der Schnee zudem recht nass, sodass es gerade in Ostholstein örtlich zu Schneebruch kommen kann. 

So gut wie gar nichts mitbekommen von Schnee und Glatteis (oder höchstens durch die Medien) hat man dagegen vor allem westlich des Rheins, wo LEONIEs Niederschläge nicht ankamen. 

In der Nacht zum Dienstag klingt der Schneefall allmählich ab, sodass der Dienstag selbst erst einmal recht ruhig startet. Wer nun aber auf anhaltenden, trockenen und vielleicht sogar sonnigen Hochdruckeinfluss hofft, bei dem sich das hauseigene Winterwonderland (zumindest da, wo Schnee liegt) genießen lässt, wird herbe enttäuscht. Denn der Blick geht schon wieder gen Atlantik, wo ein großräumiger Tiefdruckkomplex rund um die Tiefs MARILU und NORMA auszumachen ist. NORMA schickt uns im Lauf der zweiten Tageshälfte einen Ausläufer zu uns, der mit feuchtmilder Luft Regenfälle von Südwesten her auf Deutschland übergreifen lässt. Während diese im Westen und Südwesten zunächst meist unproblematisch sein dürften, wird es abends mit Vorankommen in die mittleren Landesteile interessant. Vor allem im Mittelgebirgsraum droht dann erneut Glatteis durch gefrierenden Regen. 

LEONIE Die Schnee und Eisbringerin 3

Prognose der Niederschlagsart für den 27.01.2026, 22 Uhr (ICON-D2). 

Mit Übergreifen der Niederschläge auf die Nordosthälfte in der Nacht zum Mittwoch gehen sie in Schnee über. Ähnliches wird im Laufe des Mittwochs auch wieder in Teilen Süddeutschlands der Fall sein. Kurzum: Spätestens ab der Nacht zum Mittwoch wird es wieder bunt auf den Radarbildern, die einen „wilden“ Mix aus Schneefall, Schneeregen, Regen und gefrierendem Regen zeigen werden. Und daran ändert sich wohl auch den Rest der Woche über nichts. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Februar 1956 – Ein Leben wie im Eisschrank 

Der diesjährige Winter war bisher kälter als die der vergangenen Jahre und zumindest in der Nordhälfte und im Osten gab es regional auch schon jede Menge Schnee. Dabei verlief der Januar bisher dennoch „nur“ durchschnittlich, verglichen mit der Periode 1991-2020. Wem dies schon kalt vorkam, wird staunen, was sich vor 70 Jahren ereignete. Im Februar 1956 suchte eine extreme Kältewelle Deutschland und weite Teile Europas heim. Die Durchschnittstemperatur lag damals in Deutschland mit -9,6 °C unglaubliche 10 Grad unter dem langjährigen Mittel von 1961-1990 und 11,1 Grad unter dem von 1991-2020. Ähnlich kalt war es zuvor auch schon im Februar 1929, welche die beiden kältesten Monate seit Messbeginn in Deutschland darstellen. 

Ältere Bürger werden sich sicher noch an diese Kältewelle aus Kindheitstagen oder ihrer Jugend erinnern. Damit auch die jüngeren unter uns eine Vorstellung davon bekommen, wie extrem diese Kälteperiode war, vergleichen wir den Februar 1956 zunächst mit kalten Monaten aus der jüngeren Vergangenheit. Der letzte deutschlandweit kalte Februar ereignete sich im Jahr 2012, als bei eisigen Temperaturen zahlreiche Flüsse zu Eis erstarrten. Damals lag die durchschnittliche Februartemperatur allerdings gerade einmal bei -2,5 °C, also rund 7 Grad über der von Februar 1956. Auch die kalten Monate Januar und Dezember 2010 waren mit -3,2 und -4,5 °C deutlich weniger eisig als dieser Ausnahmemonat. 

Um in Deutschland derart kalte Temperaturen zu erreichen, müssen viele Faktoren gleichzeitig zusammenspielen. Zum einen muss ein andauerndes Hoch über dem Atlantik Tiefdruckgebieten den Weg zu uns versperren, welche normalerweise von Westen feuchte und milde Luft im Gepäck haben. Zum anderen müssen sowohl Hochdruckgebiete über Skandinavien oder Nordosteuropa im Zusammenspiel mit tiefem Luftdruck im Mittelmeerraum mit einer östlichen bis nordöstlichen Strömung sibirische Kaltluft nach Deutschland transportieren. Außerdem kann eine Schneedecke die nächtliche Abkühlung in sternenklaren Nächten unterstützen. Diese Bedingungen waren 1956 gegeben. 

Februar 1956 – Ein Leben wie im Eisschrank

Abb. 1: Großwetterlage am 01.02.1956 (links) und 05.02.1956 (rechts). Dargestellt sind die 850 hPa pseudopotentielle Temperatur (Farbflächen, °C) und der Bodendruck (weiße Isolinien). Zur Orientierung ist Deutschland gelb eingerahmt. (Quelle: www.wetter3.de) 

Bereits Ende Januar nahm die extreme Kälteperiode ihren Anfang. Zum Monatswechsel lag ein kräftiges Hoch über Skandinavien und ein Tief über dem zentralen Mittelmeer (Abb. 1, links). Zuvor konnte sich über Sibirien ein massiver Kaltluftkörper bilden, der mit einer strammen Ostströmung nach Deutschland gelangte, ohne sich deutlich zu erwärmen. Dadurch verharrten die Temperaturen selbst tagsüber verbreitet bei -15 °C, in der östlichen Mitte stieg die Temperatur teils nicht über -20 °C. Im oberfränkischen Hof betrug die Höchsttemperatur unglaubliche -21,2 °C. Zu dieser Zeit lagen im Flachland nur wenige Zentimeter Schnee, in Teilen Ostdeutschlands war es sogar schneefrei. Daher schlugen die bitterkalten Nächte von vielfach -20, in der Mitte und im Süden örtlich sogar bis -30 °C, stellenweise als verheerende Kahlfröste besonders schlimm zu. Im Erzgebirge sank in Marienberg die Temperatur auf -35,5 °C. 

Februar 1956 – Ein Leben wie im Eisschrank 2

Abb. 2: wie Abb. 1, jedoch Großwetterlage am 08.02.1956 (links) und 10.02.1956 (rechts). (Quelle: www.wetter3.de) 

Ab dem 3. Februar sickerte im Nordwesten vorübergehend etwas mildere Luft ein (Abb. 1, rechts), sodass die Temperaturen dort tagsüber knapp über den Gefrierpunkt stiegen, im Süden blieb es weiterhin frostig. Schon in den Folgetagen baute sich über dem Atlantik ein neues Hochdruckgebiet auf, das bis ins Nordmeer und nach Westsibirien vordrang. An dessen Ostflanke zog am 8. Februar ein kleines Schneetief von Norden kommend über die Osthälfte Deutschlands und lud dort verbreitet satte 10 bis 20 cm Schnee ab (Abb. 2, links). 

Februar 1956 – Ein Leben wie im Eisschrank 3

Abb. 3: Gemessene Temperaturen (Tagesmaximum und Tagesminimum) in °C an den DWD-Wetterstationen Hamburg-Fuhlsbüttel, Dresden-Strehlen, Köln Botanischer Garten und München-Nymphenburg. (Quelle:DWD)  

Ab dem 9. Februar kam, verursacht durch ein Hoch über Großbritannien und der Nordsee, zusammen mit einem weiteren kräftigen Hoch über dem Nordpolarmeer und einem Tief über dem zentralen Mittelmeer, eine kräftige Nordostströmung in Gang, die erneut extrem kalte Luft nach Deutschland führte (Abb. 2, rechts). Außer im Nordwesten sank die Temperatur über der Schneedecke verbreitet auf -20 bis -30 °C. Schon in der Nacht zum 9. Februar fiel die Temperatur in Görlitz in der Lausitz auf -30,8 °C und kam tagsüber nicht über -21,3 °C hinaus. Der Höhepunkt dieser Kältewelle war in der Nacht zum und am 10. Februar erreicht (Abb. 3). Vor allem in Sachsen und Bayern sanken die Temperaturen verbreitet auf -25 bis -35 °C. In Waldsassen (Oberpfalz) stürzte die Temperatur sogar auf -36,3°C, in Wasserburg am Inn waren es -35,1 °C. Auch tagsüber blieb es bitterkalt. In der Südosthälfte lagen die Höchsttemperaturen unter -10, am Alpenrand sogar unter -20 °C. Im Oberallgäu betrug die Höchsttemperatur in Oy-Mittelberg kaum vorstellbare -24,0 °C, in Bad Kohlgrub nahe Garmisch-Partenkirchen wurden maximal -23,8 °C gemessen. Damit war es dort ganztags kälter als in einem gewöhnlichen Eisschrank. 

Februar 1956 – Ein Leben wie im Eisschrank 4

Abb. 4: wie Abb. 1, jedoch Großwetterlage am 15.02.1956 (links) und 18.02.1956 (rechts). (Quelle: www.wetter3.de) 

Zwischen dem 13. und 16. Februar kreisten mehrere kleine Tiefs über Mitteleuropa (Abb. 4, links) und brachten nun auch dem Westen Deutschlands eine ordentliche Packung Schnee (20 bis 40 cm Neuschnee im Flachland). Somit lag nun mit Ausnahme des Nordwestens fast flächendeckend im Tiefland eine 15 bis 30, gebietsweise sogar 50 cm mächtige Schneedecke. Zu allem Überfluss erneuerte sich danach nochmals die Ostströmung und es dominierte in weiten Teilen Europas Hochdruckeinfluss (Abb. 4, rechts und Abb. 5, links). Dauerfrost um -5 °C, teils auch um -10 °C, und eisige Nächte von -10 bis unter -20 °C waren die Folge. Im Brandenburgischen Wustrau-Ziehtenhorst wurden in der Nacht zum 24. Februar nochmals -30 °C erreicht. Bis zum 27. Februar sank die Temperatur in den Nächten gebietsweise unter -20 °C. 

Dennoch begann ab dem 25. Februar von Westen her eine leichte Milderung und erste Wetterstationen meldeten positive Temperaturen. Zum Monatsende stellte sich die Wetterlage grundlegend um (Abb. 5, rechts). Mit einer sich formierenden Westströmung wurde mildere Meeresluft herangeführt und es setzte allmählich Tauwetter ein. 

Februar 1956 – Ein Leben wie im Eisschrank 5

Abb. 5: wie Abb. 1, jedoch Großwetterlage am 22.02.1956 (links) und 29.02.1956 (rechts). (Quelle: www.wetter3.de) 

Die verheerende Kälteperiode ließ die meisten großen Flüsse Deutschlands zufrieren. Selbst der Rhein erstarrte an vielen Stellen zu Eis. In Mainz und weiter südlich konnte man auf den Eisschollen des Rheins spazieren gehen und bei Bingen bildete sich ein Eisstau. 

Dass wir nochmals einen ähnlich kalten Wintermonat wie vor 70 Jahren erleben werden, ist im Zuge des Klimawandels sehr unwahrscheinlich geworden, kann aber nicht völlig ausgeschlossen werden. Bei ähnlichen Wetterkonstellationen wie damals kann es nach wie vor in Mitteleuropa extreme Kältewellen geben. In der vorindustriellen Zeit lag die Wiederkehrzeit solcher Kältewellen bei 50 bis 100 Jahren, mittlerweile dürfte sie jedoch deutlich höher liegen. 

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Der Winter hat sein Pulver noch nicht verschossen! 

Tiefausläufer brachten und bringen feuchte Luft zu uns. Aus Osten strömt kalte Luft ins Land, aus Westen und Süden wird hingegen mildere Luft advehiert. Diese milde Luft macht sich nicht wirklich am Boden bemerkbar, sie ist eher „höhenaktiv“. Bedeutet: Der fallende Niederschlag schmilzt in einer gewissen Höhe und wird zu Regen. Dieser fällt dann in relativ kalte Luft am Boden, wo die Belagstemperatur von Straßen und Wegen teils unter 0 Grad liegt. Im Ergebnis friert der Regen auf Belägen und es bildet sich Glatteis. Das ist je nach Niederschlagsmenge recht dick oder auch mal dünner und damit unterschiedlich glatt.
Der Winter hat sein Pulver noch nicht verschossen

Karte Europa und Nordatlantik mit Analyse von Isobaren und Fronten von Samstag, 24.01.2026, 0 UTC/1 MEZ 

Verantwortlich für den aktuellen Zustrom feuchter Luft ist Tief LEONIE I bei den Britischen Inseln. Sie lenkt feuchte und milde Luft ins Land, die vor allem im Westen und Nordwesten etwas Regen bringt. Die kalte Luft aus Osten, herangeführt auf der Rückseite des Hochs über Russland, setzt sich im Laufe des Nachmittags durch und lässt den Regen wieder in Schnee übergehen. Es bleibt grundsätzlich glatt, nur die Gefahr von Glatteis geht zurück. 

 

Nach Süden und Osten hin ist es weitgehend niederschlagsfrei, wenn auch gebietsweise trüb durch Nebel oder Hochnebel. Nur im Südosten liegt ebenfalls etwas feuchtere Luft, aus der es stellenweise leicht nieseln oder sprühen kann. Diese verlagert sich in der Nacht zum Sonntag ost-nordostwärts und somit raus aus Deutschland. Bis dahin sind bei leichtem Niederschlag aber auch dort Glätte oder Glatteis möglich.
 

Der Winter hat sein Pulver noch nicht verschossen 2

Karte Europa und Nordatlantik mit Vorhersage von Isobaren und Fronten für Sonntag, 25.01.2026, mittags 

Im Laufe des Sonntags macht sich LEONIE II auf den Weg nach Norden und übernimmt bei uns die Wetterregie. Sie bringt ab den Nachmittagsstunden dem Süden Schnee und Schneeregen. Im Laufe des Abends und der Nacht zum Montag ziehen die Niederschläge nordwärts. An der Ostseite/Vorderseite des Tiefs wird in der Höhe relativ milde Luft in die östlichsten Regionen Deutschlands geführt. Der Schneefall kann dort also in Regen oder Schneeregen übergehen. Da die bodennahe Luft aber weiterhin kalt ist und meist unter 0 Grad liegt, droht gefrierender Regen und somit Glatteis. 

 Der Winter hat sein Pulver noch nicht verschossen 3

Deutschlandkarte mit Vorhersage von Schnee (weiß) und Regen (blau) aus dem ICON Modell für Montag, 26.01.2026 1 Uhr 

Wann genau und wie genau das Tief zieht, ist derzeit noch ungewiss. Das Potenzial einer überregionalen Glättelage ist aber gegeben. Sei es durch Schneefall oder durch Glatteis. Da die Luft reich an Feuchte ist, werden die Niederschläge teilweise kräftiger ausfallen. 

Der Winter hat sein Pulver noch nicht verschossen 4 

Modellvergleich der 12-stündigen Schneemenge von EZMW (links) und ICON (rechts) für Montag, 26.01.2026 06 UTC/7 MEZ 

In wenigen Stunden sind 5 Zentimeter Neuschnee wahrscheinlich. Über die Nacht hinweg kommen verbreitet 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen, regional sind bis Montagvormittag auch bis 15 cm innerhalb von 12 Stunden möglich.
 

Der Winter hat sein Pulver noch nicht verschossen 5 

Deutschlandkarte mit der Vorhersage des signifikanten Wetters aus dem ICON D2 Modell für Montag, 26.01.2026 1 Uhr  

Die Modelle sind sich noch nicht ganz einig, nähern sich aber mehr und mehr an. Unser Lokalmodell ICON D2 simuliert in der zweiten Nachthälfte für weite Teile Brandenburgs und die Bundeshauptstadt gefrierenden Regen. In den frühen Morgenstunden soll dieser aber nordwärts abziehen und von Schneefall abgelöst werden.

Apropos Norden: Hamburg wird es diesmal nicht so hart treffen wie in den ersten Tagen des Jahres. Aber an der Ostsee frischt mit Annäherung von LEONIE II der Nordostwind deutlich auf. In Böen sind teilweise um 65 km/h möglich. Schnee und Schneeregen fallen also eher waagerecht und können sich – wie sollte es auch anders sein – an oft ungünstigen Stellen akkumulieren.

Als Fazit bleibt zu ziehen: Es ist mal wieder eine spannende Lage mit großem Potential für überregionale Glätte und damit verbunden weitreichenden Störungen im Straßen- und Schienenverkehr. Und das Ganze auch noch zur besten Zeit: Montagmorgen!

Wer denkt, dass die letzten Tage des Januars entspannter werden, der irrt. Es geht mit einem Wechselspiel aus milderer und kälterer Luft weiter. Die Nächte sind verbreitet frostig, im Osten und Nordosten ist auch wieder/immer noch Dauerfrost ein Thema. Zudem stehen im Zustrom zeitweise feuchter Luft Schnee, Regen und damit einhergehend Glätte auf dem Programm. 

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst