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Das Weltwetter im Fokus! Wo wird es extrem?

8. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Hierzulande sorgt Tief Veit für einen kühlen, windigen und unbeständigen Witterungsabschnitt, der mehr an den April erinnert als an den Juni. Zwischen VEIT und dem Hoch über dem Atlantik stellt sich nämlich die Strömung auf West bis Nordwest, sodass die Luft aus dem Nordostatlantik nach Deutschland gelangt. Diese ist noch kühl, was sich schließlich bei den Temperaturen hierzulande bemerkbar macht. Zudem kann die Luft auf Ihrem Weg viel Wasser aufnehmen, welches sie anscheinend nur zu gerne über Deutschland wieder loswerden möchte. Als drittes Puzzleteil für typisches Aprilwetter im Juni kommt noch der Wind hinzu, der in Böen vor allem in Schauer- und Gewitternähe stark bis stürmisch daherkommt. Mehr zu dem Wetter in Deutschland sowie die heißen Aussichten können im gestrigen Thema des Tages nachgelesen werden. 

Abbildung 1: Prognostizierte Wetterlage für Europa und den Ostatlantik für Sonntag, 8. Juni2025 um 14 Uhr mit Tief VEIT über der westlichen Ostsee. (Quelle: TKB/DWD) 

Hier soll nun das Weltwetter in den Fokus rücken. Besonders Wetterextreme, die für humanitäre Einrichtungen bzw. sensible Regionen interessant sind, werden bevorzugt gesichtet und bearbeitet. Hierzu stehen den Meteorologen verschiedene Modelle und Extremwettertools zur Verfügung, die dazu genutzt werden verschiedene schematische Grafiken für Endnutzer zu generieren. Weitere Informationen zu der Extremwettervorhersage können gerne im Thema des Tages vom 16.06.2024 nachgelesen werden.

Doch wo sind denn gerade extreme Wetterphänomene zu verzeichnen. Für eine rasche Analyse bietet sich der sogenannte EWI (ExtremWetterIndex) an. Der „EWI“ identifiziert homogen und konsistent Regionen, in denen Extremwetterereignisse sowohl auf Basis klimatologischer Informationen als auch unter Berücksichtigung von Wahrscheinlichkeiten (Ensemble) simuliert werden. Das 90 %-Perzentil entspricht einem „reasonable worst case„. Das Endprodukt enthält absolute Werte für die Schwere der erwarteten Ereignisse im bewährten 3-Farben-Stil, wobei in den hervorgehobenen Regionen mindestens ein 20-jähriges Ereignis (für den Referenzzeitraum +/-14 Tage) erwartet wird. Demnach richtet sich der Blick derzeit zum einen auf den östlichen Pazifik, wo der Tropensturm BARBARA unter leichter Verstärkung entlang der mexikanischen Küste nordostwärts gezogen ist und nun unter Abschwächung auf den Pazifik flüchtet, im gleichen Atemzug rund um Mittelamerika aber neue tropische Tiefs in Entwicklung sind. Zum anderen rückt die Umgebung der Philippinen wo ebenfalls ein tropisches Tief ihr Unwesen treibt und sich durchaus zu einem tropischen Sturm entwickeln könnte in den Blickwinkel der Meteorologen.

Zunächst wollen wir mal die Entwicklungen in Mittelamerika genauer unter die Lupe nehmen. Der Tropensturm Barbara liegt komplex über See und wird auch im weiteren Verlauf nicht auf Land treffen. Dennoch sind die Auswirkungen am heutigen Sonntag und morgigen Montag voraussichtlich an der mexikanischen Westküste zu spüren, indem dort kräftiger Regen bis 50 l/m²/24h sowie eine größere Wellenhöhe zu verzeichnen sind. Im direkten Umfeld von BARBARA sollen dagegen innerhalb von 48 bis 72h 200 bis 400, lokal bis 600 l/m² niedergehen (siehe Grafik 2). Im weiteren Verlauf sorgen weitere tropische Tiefs sowie Höhenprozesse vor allem von Panama bis Guatemala für Starkregenfälle bis 150 l/m²/72h, gebietsweise bis 300 l/m²/72h. Diese sind ab Freitag (13. Juni) in Panama und Costa Rica teils klimatisch signifikant (siehe Grafik 3). 

Abbildung 2: 72-stündige Niederschlagsmengen verschiedener Modelle für Mittelamerika mit den höchsten Mengen westlich von Mexiko sowie in Costa Rica und Nicaragua. (Quelle: DWD) 

Abbildung 3: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Regenmengen im Umfeld von Tropensturm BARBARA und bei Costa Rica. (Quelle: DWD) 

Beim Wind sind die Regionen meist nur rund um Tropensturm BARBARA betroffen. Im Umfeld von Barbara sind demnach Windspitzen zwischen 85 und 150 km/h zu erwarten. An der Westküste von Mexiko sollten aber nur noch Böen bis 80 km/h auftreten (siehe Grafik 4). Die höchsten Windgeschwindigkeiten bezüglich BARBARA sind am morgigen Montag auf der Tagesordnung (vgl. Grafik 5). Ab kommenden Freitag könnte sich das Szenario von BARBARA wiederholen, indem ein neues tropisches Tief vor der Südwestküste Mexikos entlangzieht und ähnliche Windspitzen produziert. 

Abbildung 4: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Windgeschwindigkeiten im Umfeld von Tropensturm BARBARA. (Quelle: DWD)  

Abbildung 5: Modellvergleich für maximale Windgeschwindigkeiten im Umfeld von Tropensturm BARBARA für Montag, 9. Juni. (Quelle: DWD) 

Der zweite Schwerpunkt potentieller Extremwetterereignisse liegt wie angesprochen bei den Philippinen und dem Südchinesischen Meer. Dort sieht es bezüglich der Regenmengen und räumlichen Verbreitung noch heftiger aus. Vor allem der Norden und Westen der Philippinen sticht heraus. Dort sollen von Montag bis einschließlich Mittwoch regional 100 bis 250 l/m²/72h fallen. Einige Modelle simulieren lokal sogar bis 400 l/m²/72h (vgl. Grafik 6). Die Niederschläge in den Regionen an der Westküste sowie dem angrenzenden Binnenland sind demnach auch klimatisch signifikant, indem diese mindestens ein 20-jähriges Ereignis abbilden (vgl. Grafik 7). Im weiteren Verlauf sollen die Starkniederschläge schließlich Richtung Hainan wandern. 

Abbildung 6: 72-stündige Niederschlagsmengen verschiedener Modelle für die Philippinen und das Südchinesische Meer mit den höchsten Mengen im Norden und Westen der Philippinen. (Quelle: DWD) 

Abbildung 7: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Regenmengen im Küstenumfeld von Nord- und West Philippinen. (Quelle: DWD) 

Beim Wind sind auf den Philippinen voraussichtlich nur die Küstenregionen und die Hochlagen von Windspitzen zwischen 80 und 110 km/h betroffen. Diese Böenstärke ist aber durchaus klimatisch relevant. Über dem südchinesischen Meer schaukeln sich die Böen aber auf Spitzen bis 150 km/h hoch und treffen in dieser Stärke auch auf Hainan und später das chinesische Festland treffen, wo sich dies dann spürbar abschwächen. (vgl. Grafik 8). Den Sturmhöhepunkt auf den Philippinen wird dabei am Mittwoch und über Hainan und Südchina schließlich am Freitag erreicht (vgl. Grafik 9 I & II). 

Abbildung 8: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Windgeschwindigkeiten an den Küsten und den Hochlagen der Philippinen und über dem Meer. (Quelle: DWD) 

Abbildung 9: Modellvergleich für maximale Windgeschwindigkeiten über dem Südchinesischen Meer und den Philippinen für Mittwoch, 11. Juni und Freitag, 13. Juni. (Quelle: DWD) 

Die beschriebenen Wetterereignisse wurden schließlich auch schon letzten Donnerstag in dem sogenannten „Global Weekly Scan“ des „WMO Coordination Mechanism“ aufgenommen und sind weiter gültig (vgl. Grafik 10). 

Abbildung 10: Global Weekly Scan des WMO Coordination Mechanism von Donnerstag, 5. Juni. (Quelle: WCM) 

Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Das-Weltwetter-im-Fokus-Wo-wird-es-extrem-teil-1-.png 910 1279 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-08 19:21:372025-06-09 19:57:34Das Weltwetter im Fokus! Wo wird es extrem?

Durchwachsene Pfingsten, danach Weichenstellung auf Sommer!

7. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Anfang Juni oder Ende September? Beim reinen Blick aus dem Fenster könnte man derzeit vielleicht Schwierigkeiten bekommen, diese Frage ad hoc korrekt zu beantworten. Der Kalender bringt dann aber schnell Klarheit: Wir befinden uns im (meteorologischen) Frühsommer und nicht etwa im Herbst. 

„Das ist schon ungewöhnlich, oder?“ wurde am gestrigen Freitag im Zuge eines Beratungsgesprächs gefragt, als die Frage nach der Wetterentwicklung mit unbeständig, windig und nur mäßig warm beantwortet wurde. Tatsächlich sieht (oder sah?) so eigentlich ein typischer mitteleuropäischer Sommer aus. Hitzewellen und Trockenheit sind dagegen eigentlich eher die Ausnahme oder sollten es zumindest sein. Grund dafür ist, dass Deutschland in der Westwindzone liegt, die sich in unseren Breiten einmal um den Globus zieht und in der ein bunter Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruckeinfluss herrscht. 

Der tiefe Luftdruck wird uns am heutigen Samstag und auch am Pfingstsonntag ein treuer Wegbegleiter sein. Um das Kind oder besser das Tief beim Namen zu nennen: TIM ist gemeint. Dieser fühlt sich über dem Europäischen Nordmeer pudelwohl und hat sich dort mittlerweile scheinbar häuslich eingerichtet. Die Arbeit, die unser Wetter betrifft, delegiert er an andere Tiefs, die an seiner Südflanke ostwärts geführt werden. Zu nennen wäre hier zum einen ULI, der unser Wetter heute von Südskandinavien ausgehend mit seinen Ausläufern beeinflusst. Der Pfingstsonntag steht dann ganz im Zeichen von VEIT, der über den äußersten Norden Deutschlands hinwegzieht und für einen verbreitet sehr windigen, zum Teil sogar stürmischen Tag sorgen wird. Dazu gibt es zahlreiche Schauer und auch Gewitter, die lokal Sturmböen, kurzzeitig kräftigen Regen und zumeist nur kleinkörnigen Hagel im Gepäck haben können. 

Abb. 1: Luftdruck am Boden (weiße Linien) und Temperatur in rund 1500 m Höhe (Farbfläche) für Pfingstsonntag, 08.06.2025, 14 Uhr (ICON-Prognose). 

Eine Wetterberuhigung steht dann ab Pfingstmontag ins Haus. Während der Norden bis zur Wochenmitte noch unter Tiefdruckeinfluss verbleibt mit zeitweiligem Regen, macht sich ansonsten zunehmend hoher Luftdruck breit. Die Sonnenanteile nehmen folglich von Südwesten her Tag für Tag zu. Aber nicht nur der Sonnenschein, auch die Temperatur beseitigt nun sämtliche, potentielle Unklarheiten und stellt die Weichen klar Richtung Sommer! 

Auf der Ostflanke eines Tiefs, das von Südspanien langsam Richtung Biskaya zieht und dort in die Zirkulation eines Nordatlantiktiefs aufgenommen wird, gelangt langsam aber sicher eine subtropische Luftmasse zu uns. In der Folge werden am Dienstag über der Mitte und dem Süden verbreitet 20 bis 25 Grad erwartet, am Mittwoch dann bereits schon 25 bis 30 Grad (im Norden etwas kühler, am Oberrhein noch etwas wärmer). 

 

Abb. 2: Luftdruck am Boden (weiße Linien) und Temperatur in rund 1500 m Höhe (Farbfläche) für Donnerstag, 12.06.2025, 14 Uhr (ICON-Prognose).

Die zweite Wochenhälfte verspricht nach aktuellem Stand heiß zu werden. Ab Donnerstag könnten die Außenthermometer vielerorts Höchstwerte um oder über 30 Grad anzeigen. Zwar steigt in den westlichen Landesteilen wohl gleichzeitig auch das Gewitterpotential wieder an, Freibad- und Eisdielenbesitzer dürften sich aber trotzdem auch dort die Hände reiben. Am Wochenende ist tendenziell wieder ein Rückgang des Temperaturniveaus zu erkennen bei dann insgesamt ansteigendem Schauer- und Gewitterrisiko. Die Unsicherheiten hinsichtlich dieser Entwicklung sind allerdings noch recht hoch. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Durchwachsene-Pfingsten-danach-Weichenstellung-auf-Sommer-teil-1-.jpg 738 752 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-07 19:15:152025-06-09 19:21:05Durchwachsene Pfingsten, danach Weichenstellung auf Sommer!

Wie entsteht großer Hagel?

6. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Hagelkörner so groß wie Tennisbälle? Gerade im Frühling und im Sommer kommt es bei uns immer mal wieder zu unwetterartigen Gewittern mit großem Hagel. Beispielsweise zog am 28. Juli 2013 eine Superzelle vom Schwarzwald entlang der Schwäbischen Alb bis nach Franken und sorgte vor allem südlich von Stuttgart für massiven Hagelschlag. Die Hagelkörner erreichten teils Durchmesser von bis zu 8 cm. Eine Woche später produzierte eine weitere Superzelle sogar das bisher größte Hagelkorn Deutschlands. Dieser Eisbrocken wurde in Undingen im Landkreis Reutlingen gefunden und hatte einen Durchmesser von 14,1 Zentimeter. Doch es geht noch größer. Das größte Hagelkorn weltweit wurde in der Nähe von Vivian in South Dakota in den USA gefunden. Dieser Hagelbrocken hatte einen Durchmesser von unglaublichen 20,32 Zentimeter. 

Das weltweit größte Hagelkorn. Gefunden am 23.07.2010 in der Nähe von Vivian in South Dakota in den Vereinigten Staaten von Amerika. (Quelle:severe-weather.eu NWS Aberdeen) 

Wie kann derart großer Hagel entstehen? 

Damit Hagel entstehen kann, werden hochreichende und vor allem langlebige Gewitterzellen benötigt. In diesen Wolken sind sowohl Eiskristalle als auch unterkühlte Wassertröpfchen vorhanden. Zudem befinden sich dort Aerosole, die vereinzelt als Gefrier- und Kondensationskeime agieren können. Bei tiefen Temperaturen von unter -10 Grad sind allerdings nur wenige dieser Aerosole als Eiskeime geeignet. Beispielsweise liegt bei einer Temperatur von -20 Grad die Konzentration bei etwa 1 Eiskeim pro Liter Luft. Das bedeutet, dass in diesen Wolkenbereichen viele unterkühlte Wassertröpfchen und nur sehr wenige Eiskeime vorhanden sind. 

Durch die Deposition von Wasserdampf entstehen Eiskristalle, welche durch Anlagerung von weiteren Eiskristallen oder von unterkühlten Wassertröpfchen zu Graupelkörnern anwachsen können. Graupel ist die Vorstufe von Hagel. Laut Definition handelt es sich dabei um Eiskörner mit einem Durchmesser zwischen 2 und 5 Millimeter. In hochreichenden Gewitterwolken ist die Turbulenz meist ausreichend groß, dass das Graupelkorn durch Anlagerung von weiteren unterkühlten Wassertröpfchen und durch Diffusion von Wasserdampf zu einem Hagelkorn anwachsen kann. Dies geschieht in einem idealen Temperaturbereich zwischen -10 und -20 Grad. 

Damit sich nun große Hagelkörner bilden können, benötigt es eine lange Lebensdauer des Gewittersturms und hohe Vertikalgeschwindigkeiten. Diese sollten vor allem im wachstumsrelevanten Wolkenbereich mit Temperaturen zwischen -10 und -20 Grad vorhanden sein. Zudem ist ein hoher Flüssigwassergehalt in diesem Temperaturbereich förderlich. Da Einzelzellen recht kurzlebig sind, kann bei diesen Gewittersystemen kein größerer Hagel entstehen. Auch in Multizellengewittern, die aus einem Cluster von verschiedenen Einzelzellen bestehen, ist großer Hagel selten. Somit tritt großer Hagel mit Korngrößen von über 5 cm fast ausschließlich in Verbindung mit Superzellengewittern auf. Durch die rotierenden Aufwinde innerhalb einer solchen Zelle werden die Hagelembryos auf Spiralbahnen in den oberen Teil der Wolke transportiert. Auf der langen Bahn können sich eine Vielzahl an unterkühlten Wassertröpfchen anlagern, sodass daraus Hagelkörner mit einem sehr großen Durchmesser entstehen können, die unmittelbar auf der Vorderseite des Aufwindes der Zelle zu Boden fallen. 

Am vergangenen Mittwoch waren in der Modellwelt die Voraussetzungen für großen Hagel im Vorfeld gegeben. Allerdings konnten die Gewitter aufgrund ungünstiger Konstellationen nicht ihr volles Potential ausschöpfen, sodass nur mittelgroßer Hagel bis 5 Zentimeter beobachtet wurde! Details dazu können Sie im gestrigen Thema des Tages nachlesen. 

M.Sc.Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Wie-entsteht-grosser-Hagel-teil-1-.jpg 975 1300 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-06 19:09:192025-06-09 19:14:08Wie entsteht großer Hagel?

Schwere Gewitter in Süddeutschland – Ein Rückblick

5. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Für die Meteorologinnen und Meteorologen in der Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes bedeutete der gestrige Mittwoch (04. Juni 2025) in jedem Fall viel Arbeit, denn die Wetterlage war nicht nur komplex. Insbesondere in Süddeutschland deutete sich auch eine Schwergewitterlage an. Aber der Reihe nach…

Wie gestaltete sich die Wetterlage?

Auf der Vorderseite eines umfangreichen Tiefdruckgebiets auf dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland wurde feucht-warme und energiereiche Luft in die Südosthälfte Deutschlands geführt. Im Grenzbereich zu dieser Subtropikluft und der von Westen einströmenden mäßig-warmen Atlantikluft bildete sich eine markante Luftmassengrenze aus, die durch Hebungsimpulse aktiviert und verstärkte wurde. Gleichzeitig sollte sich im östlichen Alpenvorland ein sogenanntes Leetief entwickeln, an dessen Nordflanke nochmal feuchtere und damit besonders energiegeladene Luft aus Osten nach Südbayern geführt werden würde. Insgesamt waren dort sowie in den angrenzenden Gebieten die Bedingungen für eine sogenannte „dynamische Gewitterlage“ mit besonders starken und langlebigen Gewittersystemen gegeben. Denn die energiegeladene Luft wurde von starker Windscherung überlagert, also einer raschen Änderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe.

Abb 1: DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Mittwoch, den 04. Juni 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 03. April 2025, 02 Uhr 

Was simulierten die Wettermodelle?

Die Wettermodelle simulierten im Vorfeld am Montag und Dienstag zwei Gewitterschwerpunkte: Zum einen ein markanter Streifen von teils gewittrigen Starkregenfällen, der sich am Mittwochmorgen entlang der Luftmassengrenze von Frankreich ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz schieben sollte. Im Verlauf wurde dieser durch die Hebungsimpulse verstärkt und produzierte schließlich kräftige, gut organisierte Gewitterzellen. Dabei waren durchaus auch unwetterartige Entwicklungen mit heftigem Starkregen und Hagel bis 3 Zentimeter möglich.

Zum anderen waren die Gewitterzutaten im Süden für eine ausgewachsene Schwergewitterlage gegeben. In der energiereichsten Luft in Süd- und Südostbayern sollten sich am Nachmittag zunächst isolierte Superzellen, also kleinräumige, aber sehr starke und langlebige Gewitterzellen bilden. In einige Modellberechnungen passten alle meteorologischen Parameter zusammen und das Potenzial der Gewitterlage wurde voll umgesetzt. In extrem stark rotierenden Superzellen war demnach Großhagel bis 5 oder gar 8 cm zu befürchten. Im weiteren Nachmittagsverlauf rechneten die Modelle einen nachfolgenden größeren Gewitterkomplex, teils sogar in Form einer ausgeprägten Gewitterlinie. Dabei sollten mit einer markanten Winddrehung von Ost auf West teilweise Böen bis Orkanstärke und heftiger Starkregen zwischen 20 und 40 Liter pro Quadratmeter in kürzester Zeit auftreten.

 

Abb 2: Wettergefahrenkarte für Mittwoch, den 04. Juni 2025 

Was machte die Atmosphäre am Mittwoch schließlich daraus?

Im Laufe der Nacht zum Mittwoch griff bereits der schauerartige Regen auf den Südwesten und Westen über, blieb aber zumindest in Bezug auf die Gewittertätigkeit etwas hinter den Erwartungen zurück. Darüber hinaus zog im Laufe des Vormittags dichtere Bewölkung in den Süden Deutschlands ausgehend von Gewitterresten über der Schweiz. Dies behinderte die Sonneneinstrahlung. Die für den Aufbau hoher Energiewerte benötigte ungehinderte Einstrahlung blieb also aus bzw. setzte erst später ein. Damit konnte sich auch das Leetief nicht in der vorhergesagten Stärke entwickeln, sodass sich kaum Ostwind im Süden Bayerns durchsetzen konnte bzw. die Winddrehung auf West schon vor den Gewittern einsetzte. Das nahm der Gewitterlage, insbesondere der abends gerechneten Gewitterlinie mächtig Wind aus den Segeln. So ruderten die Wettermodell am Mittwoch im Tagesverlauf ein wenig zurück, die Prognosen wurden etwas abgemildert.

Abb 3: Vergleich der vorhergesagten Reflektivität für Mittwoch, den 04. Juni 2025, 20 Uhr MESZ auf Basis des ICON-D2-Laufs von Dienstagmittag (links) und Mittwochmittag (rechts). Man erkennt die stärkeren Gewitterzellen im Vorlauf 

Dennoch bildeten sich am Nachmittag über der Schweiz und Ostfrankreich teils kräftige Gewitterzellen, die in der Folge auf den Südwesten übergriffen und sich zu einer Gewitterlinie formierten. Gleichzeitig entwickelten sich in deren Vorfeld über Bayern ebenfalls einzelne kräftigere Zellen. Letztere verbrauchten die ohnehin nicht in der befürchten Ausprägung vorhandene Energie, sodass der Gewitterlinie auf dem Weg nach Ostbayern schließlich „die Luft“ bzw. die Energie ausging. In der Folge verclusterten die Gewitterlinie und die Gewitterzellen auf ihrem Weg nach Tschechien.

Abb 4: Animation der Radar-Reflektivität von Mittwoch, den 04. Juni 2025 zwischen 16 bis 23 Uhr MESZ  

Welche Auswirkungen hatten die Unwetter?

Zwar blieb der vorhergesagte Großhagel von 8 Zentimeter aus, in Essenbach in Niederbayern wurden am Abend immerhin noch knapp 5 Zentimeter registriert. Auch anderorts ist die Rede von golfballgroßen Hagelkörnern. Knapp verpasst wurde hingegen der Osten Deutschlands. Dort bildeten sich am Abend im Zittauer Gebirge kräftige Gewitter, die aber rasch auf polnischen Boden abzogen. In der Folge wurden in Polen Hagelkörner mit Korngrößen von bis zu 6 Zentimeter registriert. Einigermaßen glimpflich ging es dagegen in München ab. Kurz nach 20 Uhr zog ein Gewitter mit Hagel von 1 bis 2 Zentimeter über die Allianz Arena hinweg, sodass das Aufwärmtraining des Nations-League-Halbfinales zwischen Deutschland und Portugal unterbrochen werden musste. Der Anpfiff verzögerte sich dadurch um zehn Minuten. Während das Fußballspiel also stattfand, wurde das Campusfest in Regensburg mit 12000 Besuchern am Nachmittag hingegen vorsorglich abgebrochen.

Starkregen wurde lokal eng begrenzt ebenfalls gemessen. In den radarbasierten Niederschlagsprodukten konnten durchaus auch unwetterartige Mengen über 25 Liter pro Quadratmeter detektiert werden. Zudem meldeten einige Feuerwehren Einsätze aufgrund vollgelaufener Keller oder überfluteter Unterführungen.

Auch die Böen blieben etwas hinter den Erwartungen zurück, wenngleich die Auswirkungen sicherlich ein etwas anderes Bild sprechen. Knapp südlich der Donau wurde im oberbayerischen Burgheim um 21 Uhr MESZ eine orkanartige Böe mit 104 km/h (Windstärke 11) gemessen. Zudem meldeten Feuerwehren mehrere Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Auch ein Passagierflugzeug, das sich auf dem Weg von Berlin nach Mailand befand, kam aufgrund des Unwetters in Turbulenzen und musste kurzerhand außerplanmäßig in Memmingen eine Sicherheitslandung einleiten. An Bord wurden 8 Passagiere und ein Crew-Mitglied verletzt.

Auch in Erbach an der Donau und Donaustetten hinterließen die Gewitter deutliche Spuren. Dort wurden die Dächer mehrerer Reihenhäuser abgedeckt, sodass diese nicht mehr bewohnbar sind. Zudem wurde eine Straßenlaterne abgeknickt, ein Foto zeigt zurückgebliebene Stämme von Birken entlang einer Straße, deren komplette Baumkrone abgerissen wurde. Die Schäden zeigen bereits, welch extreme Böen hier am Werk waren. Aktuell wird vermutet, dass es sich dort um kleinräumig besonders starke Fallböen gehandelt haben könnte. Allerdings kann derzeit zumindest ein kurzlebiger Tornado auch nicht ausgeschlossen werden. Einzig eine Schadensanalyse vor Ort wird Aufschluss darüber geben können. Die Begutachtung und die abschließende Einschätzung werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen erfolgen.

Als Fazit kann man festhalten, dass die Gewitterlage nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen konnte, weil sich kurzfristig einzelne Parameter zu Ungunsten extremer Unwetter veränderten. Dennoch kam es lokal zu größeren Auswirkungen und Schäden, sodass die Warnungen im Vorfeld durchaus berechtigt waren, wenngleich das „Worst-Case-Szenario“ mit 8 Zentimeter Großhagel glücklicherweise ausblieb.
 

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Schwere-Gewitter-in-Sueddeutschland-Ein-Rueckblick-teil-1-.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-05 18:49:462025-06-09 19:08:14Schwere Gewitter in Süddeutschland – Ein Rückblick

Schwere Gewitterlage

4. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Sturmtief TIM sorgt in Deutschland für ordentlich „Action“ in der Wetterküche. Zwar liegt der Kern über dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland, jedoch reicht sein Einflussbereich bis nach Mitteleuropa. Das dazugehörige Frontensystem liegt zurzeit diagonal über Deutschland und trennt die schwülwarme und energiegeladene Luft im Südosten des Landes von der kühleren Luft im Nordwesten. 

Am heutigen Mittwoch stellt sich also im Südosten und in Teilen des Ostens eine schwere Gewitterlage ein. Bereits in den in den Mittagstunden zieht ein kräftiges, mit Gewittern durchsetztes Regengebiet an der Luftmassengrenze nach Nordosten. Später bilden sich daran teils heftige Gewitter, die sich in der energiereichen Luft ostwärts verlagern. Aber besonders im Südosten Deutschlands (östliches Baden-Württemberg und Südostbayern) muss man ab dem Nachmittag mit schweren Gewittern rechnen, die neben heftigem Starkregen auch Großhagel und schwere Sturm- oder gar orkanartige Böen mit sich bringen können. Zuvor sorgt dort der Föhn für aufgelockerte Bewölkung. Im südlichen Alpenvoland ist daher die Lage besonders tückisch, denn es kann passieren, dass der Föhn die Entstehung von Gewittern verhindert. Aber beim Föhnzusammenbruch frischt der Wind plötzlich bis auf Sturmstärke auf, ohne Anzeichen eines Gewitters. Es ist also Vorsicht geboten, vor allem für die Segler, die auf den südbayerischen Seen segeln. Im Nordwesten bleibt man von all dem verschont: Dort dominiert ein freundlicher Wechsel aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen.

 

Die markierten Bereiche zeigen die Gebiete, in denen Gewitter erwartet werden. Der rot markierte Bereich zeigt die Regionen mit der höchsten Unwettergefahr. 

Am Donnerstag macht sich hinter der Kaltfront deutlich ungemütlicheres und windiges Wetter breit. Die Sonne zeigt sich eher selten, stattdessen dominieren dichtere Wolkenfelder. Immer wieder ziehen Schauer und Gewitter durch. Es besteht aber keine Unwettergefahr mehr. Diese wechselhafte Wetterlage setzt sich auch am kommenden Wochenende fort. Dabei ziehen immer wieder Tiefausläufer durch, die Regen oder Schauer bringen, kurze Gewitter sind auch dabei. Die Temperaturen gehen etwas zurück, am Sonntag wird dann nur im Osten des Landes die 20-Grad-Marke überschritten. Ein eher unterkühltes, wechselhaftes und windiges Wochenende steht uns bevor. Am Pfingstmontag kommt voraussichtlich ein Hoch und sorgt wieder für freundlicheres Wetter und steigende Temperaturen.
 

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Schwere-Gewitterlage-teil-1.jpg 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-04 21:52:242025-06-09 18:39:07Schwere Gewitterlage

Deutschlandwetter im Frühjahr 2025

3. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Frühjahr 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 12,4 °C +2,8 Grad
2 Frankfurt am Main-Westend Hessen 12,3 °C +2,1 Grad
3 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 12,2 °C +1,9 Grad

Besonders kalte Orte im Frühjahr 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 6,1 °C +2,6 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 6,5 °C +2,9 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,5 °C +1,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Marktschellenberg Bayern 378,8 l/m² 94 %
2 Ruhpolding-Seehaus Bayern 363,5 l/m² 66 %
3 Aschau-Stein Bayern 345,3 l/m² 66 %

Besonders trockene Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Riedenburg Bayern 35,5 l/m² 23 %
2 Neu Benthen Mecklenburg-Vorpommern 38,5 l/m² 28 %
3 Grabow Mecklenburg-Vorpommern 38,6 l/m² 26 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 Borkum-Flugplatz Niedersachsen 785 Stunden 151 %
2 Bassum Niedersachsen 782 Stunden 181 %
3 Norderney Niedersachsen 781 Stunden 150 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oberstdorf Bayern 465 Stunden 108 %
2 Garmisch-Partenkirchen Bayern 503 Stunden 110 %
3 Schönau am Königssee Bayern 527 Stunden 135 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Jahreszeitenmittelwertes zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Jahreszeitenrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 03.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-03 18:41:582025-06-09 18:48:39Deutschlandwetter im Frühjahr 2025

Deutschlandwetter im Mai 2025

2. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland. 

Besonders warme Orte im Mai 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Waghäusel-Kirrlach  Baden-Württemberg  15,9 °C  +1,4 Grad 
2  Bad Bergzabern  Rheinland-Pfalz  15,9 °C  +2,0 Grad 
3  Rheinau-Memprechtshofen  Baden-Württemberg  15,6 °C  +2,0 Grad 

Besonders kalte Orte im Mai 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Carlsfeld  Sachsen  8,3 °C  +0,2 Grad 
2  Zinnwald-Georgenfeld  Sachsen  8,6 °C  +0,1 Grad 
3  Deutschneudorf-Brüderwiese  Sachsen  9,0 °C  -0,9 Grad 

Besonders niederschlagsreiche Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Bischofswiesen-Loipl  Bayern  214,2 l/m²  134 % 
2  Marktschellenberg  Bayern  194,8 l/m²  118 % 
3  Kreuth-Glashütte  Bayern  187,4 l/m²  97 % 

Besonders trockene Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Lunow  Brandenburg  12,2 l/m²  24 % 
2  Plau am See  Mecklenburg-Vorpommern  14,7 l/m²  32 % 
3  Lauterecken  Rheinland-Pfalz  15,1 l/m²  24 % 

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenschein  Anteil 
1  Norderney  Niedersachsen  318 Stunden  141 % 
2  Borkum-Flugplatz  Niedersachsen  318 Stunden  142 % 
3  Kitzingen  Bayern  302 Stunden  151 % 

Besonders sonnenscheinarme Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenscheindauer  Anteil 
1  Oberstdorf  Bayern  141 Stunden  85 % 
2  Garmisch-Partenkirchen  Bayern  148 Stunden  87 % 
3  Kiefersfelden-Gach  Bayern  163 Stunden  99 % 

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt. 

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. 

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990). 

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent). 

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse 

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-02 21:33:252025-06-03 21:44:58Deutschlandwetter im Mai 2025

Gewitternachlese

1. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Ein Tief nordwestlich der Britischen Inseln mit einem Trog westlich der Biskaya lenkte mit einer südwestlichen Strömung feuchte und sehr warme Luft vom Südwesten Europas nach Deutschland. Sie verdrängte die zuvor liegende trockenere Luftmasse nach Nordosten. Während im Osten der Hochdruckeinfluss noch überwog, gab es nach Westen durch die Nähe zum Tief bzw. Trog ausreichende Hebungsimpulse, um die Luftmasse zum Aufsteigen zu bringen und Schauer sowie Gewitter zu produzieren. Förderlich waren zudem wie so häufig die Mittelgebirgszüge. Dort führten erzwungene Hebung durch die Orographie oder konvergente Windstrukturen zur Auslösung der „Zellen“. 

Vorgeplänkel

Neben den erwähnten grundlegenden Zutaten wie der Luftmasse oder die aus der Wetterlage entspringenden Hebungsimpulsen lieferten auch die Simulationen der hochauflösenden Wettermodelle starke Signale für eine brisante Gewitterlage. So zeigte das ICON-D2 Modell in seinen Simulationen deutliche Hinweise auf Superzellen im Westen und der Mitte Deutschlands. Aufgrund der zu erwarteten heftigen Gewitter gab die Vorhersage- und Beratungszentrale eine sogenannte Vorabinformation vor der potenziell gefährlichen Gewitterlage am Nachmittag des Vortags (Freitag, 30.05.2025) heraus. Am Samstagvormittag wurde diese Vorabinformation dann aufgrund der aktuellen Erkenntnisse angepasst. Die Vorabinformation umfasste Teile West- sowie Südwestdeutschlands und erstreckte sich von dort bis in die mittleren Landesteile. 

24-stündige Niederschlagssumme bis zum 01.06.2025 08 MESZ. Messstationen (Zahlen) und aus Radarauswertungen (Flächendarstellung) 

Zählbares

Doch genug des Vorgeplänkels, was wurde denn in der Atmosphäre umgesetzt? Los ging es gegen 13 Uhr im äußersten Westen. In der Eifel entwickelten sich die ersten Gewitter, die sich rasch intensivierten und kurze Zeit später auch mit einer Unwetterwarnung versehen wurden. Exemplarisch sei hier eine Meldung der Station Lauperath-Scheidchen in der Südeifel genannt, die 20,3 Liter pro Quadratmeter (l/m²) in 29 Minuten registriert hat. Im Nachmittagsverlauf breiteten sich die Gewitter ostwärts über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nach Hessen und am Abend auch nach Unterfranken und Thüringen aus. Über Baden-Württemberg gab es am Abend einige davon unabhängige Neubildungen. Besonders über der Schwäbischen Alb entstanden kräftige Gewitter, die unter allmählicher Abschwächung ostwärts zogen. In Merklingen wurden beispielsweise 25,2 l/m² Niederschlag innerhalb von 31 Minuten gemessen. Die Unwetterschwelle bezüglich Starkregen liegt bei mindestens 25 l/m² in einer Stunde. Werte in dem Bereich von 20-25 l/m² in 30 Minuten waren so die obere Grenze, die gestern gemessen wurden, dann war in aller Regel der Kern des Gewitters weitergezogen und nachfolgende Niederschläge deutlich schwächer. Deutschlandweiter Spitzenreiter in Sachen Niederschlag innerhalb einer Stunde war Tönisvorst im Westen von Nordrhein-Westfalen mit 31,0 l/m² zwischen 22 und 23 Uhr.

Moment mal, mag da der ein oder andere sagen, waren die Gewitter dort nicht bereits viel früher unterwegs. Ja, das waren sie, aber die Luftmasse war noch nicht ausgeräumt, die Kaltfront noch viel weiter westlich. Die Bedingungen blieben dort deswegen sehr gut für neue Gewitter. Bereits am frühen Abend entstanden im niederländisch-deutschen Grenzgebiet nahe der Städte Venlo bzw. Nettetal besonders intensive Gewitter. Diese produzierten nicht nur heftigen Starkregen, sondern auch sehr großen Hagel. Zum Teil fielen Hagelkörner von mehr als 5 cm Größe vom Himmel, wie Nutzer der WarnWetter-App mit dort hochgeladenen Fotos eindrucksvoll dokumentierten. Solche Fotos können uns Meteorologen gerade bei kleinräumigen Phänomenen wie Hagel sehr helfen. Insbesondere wenn eine Vergleichsgröße wie zum Beispiel eine Münze oder eine Hand abgelichtet wurde. 

Mit Bildern belegte Hagelmeldungen von Nutzern der WarnWetter-App. 

Der Wind blieb wie erwartet unterhalb der Warnschwellen für Unwetter und erreichte Beaufort 8 oder 9. Tückisch war allerdings, dass die Böenfront dem eigentlichen Gewitter teils mehr als 20 km enteilt war und so Sturmböen deutlich vor dem eigentlichen Gewitter eintrafen.
In der Nacht zum Sonntag zogen die Gewitter weiter nach Nordosten und erreichten in den Frühstunden unter anderem den Großraum Hamburg und später die Ostsee. Dass die Gewitteraktivität so lange anhielt, zeigt, wie potent die Luftmasse und wie kräftig die Hebungsantriebe waren.

Aussichten 

Auch heute gab und gibt es wieder einige Gewitter. Diesmal im Fokus sind vor allem der Süden und der Osten des Landes. Neben Starkregen ist auch wieder Hagel, besonders im Süden auch größerer Hagel mit von der Partie. In den Folgetagen bleibt es unbeständig. Im Süden halten sich Reste der feuchten Warmluft, die am Mittwoch auch den Osten wieder erreicht. Nach Norden und Westen sorgt eine heute durchschwenkende Kaltfront dagegen nachhaltig für einen Luftmassenwechsel. Das heißt zwar nicht, dass es dort gewitterfrei bleibt, aber die Intensität der Gewitter ist deutlich geringer als im Osten und Süden. 

MSc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Gewitternachlese-teil-1.png 924 752 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-01 21:18:152025-06-03 21:29:37Gewitternachlese

Der Bergsturz von Blatten – Wenn die Alpen ins Rutschen geraten

31. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Am 28. Mai 2025 ereignete sich im Schweizer Lötschental ein dramatischer Bergsturz, der das Dorf Blatten nahezu vollständig unter Eis, Fels und Geröll begrub. Die gewaltige Masse von etwa drei Millionen Kubikmetern Material blockierte den Fluss Lonza und bildete einen aufgestauten See, wodurch nun weitere Überschwemmungen drohen.

Was führte zu diesem Ereignis?
Bereits Mitte Mai zeigten sich erste Anzeichen von Instabilität an der Flanke des „Kleinen Nesthorns“. Geologen beobachteten, dass sich der Berg innerhalb weniger Tage um 17 Meter bewegte, was auf eine bevorstehende Massenbewegung hindeutete. Die Nordostflanke des Berges rutschte schließlich in mehreren Phasen auf den darunterliegenden Birchgletscher, dessen Zunge unter dem Druck abbrach und eine gewaltige Eis- und Gerölllawine auslöste. 

 

Der Ort Blatten (Lötschental, Schweiz) vor und nach dem Bergsturz am 28.05.2025 

 

Der Bergsturz von Blatten ist kein Einzelfall: In den letzten Jahren wurden vermehrt große Fels- und Bergstürze in den Alpen beobachtet, wie beispielsweise am Piz Cengalo im Jahr 2017.

Experten sehen den Klimawandel als einen entscheidenden Faktor für die zunehmende Instabilität in den Alpen. Der Permafrost, also dauerhaft gefrorenes Gestein, wirkt wie ein „Klebstoff“ für die Berge. Durch steigende Temperaturen taut dieser Permafrost zunehmend auf, wodurch die Bindung im Gestein verloren geht und es zu Fels- und Bergstürzen kommen kann. Zudem führen starke Niederschläge dazu, dass sich Wasser in Felsspalten sammelt, beim Gefrieren ausdehnt und das Gestein sprengt. Auch das Abschmelzen der Gletscher trägt zur Destabilisierung bei, da sie nicht mehr als stützende Masse wirken.
 

Dass in Blatten keine Menschen zu Schaden kamen, ist nicht zuletzt dem funktionierenden Frühwarnsystem zu verdanken. Schon Tage vor dem Bergsturz registrierten Sensoren und visuelle Beobachtungen die zunehmende Bewegung am Hang. Die Behörden reagierten rasch: Das Dorf wurde evakuiert, Straßen gesperrt und der Zivilschutz aktiviert. Solche Präventionsmaßnahmen werden in den Alpen zunehmend wichtig – nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Österreich, Deutschland und Italien, wo ähnliche Gefahrenzonen bestehen.

Bergstürze sind aber nur ein Aspekt der wachsenden Herausforderungen im Alpenraum. Auch Murgänge, Gletschersee-Ausbrüche oder instabile Moränen nehmen zu – allesamt Prozesse, die mit steigenden Temperaturen, auftauendem Permafrost und veränderten Niederschlagsmustern zusammenhängen. Wissenschaftler arbeiten daran, solche Prozesse besser zu verstehen, zu modellieren und vorherzusagen.

Das Ereignis von Blatten zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, die Auswirkungen des Klimawandels ernst zu nehmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um Mensch und Natur zu schützen. Vielleicht gelingt es uns, die Alpen nicht nur als Ort der (fragilen) Schönheit zu erhalten, sondern auch als stabilen Lebens- und Naturraum. 

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/05/Der-Bergsturz-von-Blatten-–-Wenn-die-Alpen-ins-Rutschen-geraten-teil-1.png 709 690 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-05-31 21:07:002025-06-03 21:17:06Der Bergsturz von Blatten – Wenn die Alpen ins Rutschen geraten

Starkregen, Hagel und einzelne Tornados: Ein Rückblick auf letzten Mittwoch

30. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Gut zu tun hatten unsere Warnmeteorologen am vergangenen Mittwoch. Überraschend war das jedoch nicht, denn die von den Wettermodellen prognostizierten Gewitterzutaten, lieferten bereits einige Zeit im Vorfeld Hinweise darauf, dass es ordentlich krachen kann. 

Deutschland lag an jenem Tag auf der Südflanke von Tief OLE, das von Schleswig-Holstein ostwärts zur Ostsee zog und sehr feuchte und instabil geschichtete Luft (starke Temperaturabnahme mit der Höhe) aus der Biskaya im Gepäck hatte. Diese Luftmasse konnte sich vor allem auf den Süden und die Mitte ausbreiten, während auf den Norden bereits OLEs Kaltfront übergegriffen hatte, die dort kühlere und trockenere Luft einströmen ließ. 

Bereits in der Nacht zum Mittwoch zogen im Westen aus Belgien schauerartige Regenfälle auf, die sich ostwärts in die Mitte ausweiteten und neben dem ein oder anderen Liter Regen auf den Quadratmeter auch einzelne Böen bis Sturmstärke mit sich brachten. Zum Beispiel meldete Aachen um 2 Uhr eine Böe von 76 km/h, Wuppertal um 3 Uhr 74 km/h. Ursache dafür war der kräftige Höhenwind, der durch die schauerartigen Verstärkungen lokal bis zum Boden heruntergemischt werden konnte. 

Während sich diese Regenfälle zunehmend in den Süden verlagerten und so die Gewitterentstehung dort hemmten, konnten sich vor allem über der breiten Mitte und anfangs auch im Nordosten ab dem frühen Nachmittag zahlreiche Gewitter entwickeln. Hier und da gingen diese mit Starkregen (häufig etwa 10 bis 20 l/qm in kurzer Zeit), stürmischen Böen und kleinkörnigem Hagel einher. Lokal kamen aber auch deutlich höhere Regenmengen zusammen. 

24 stündige Niederschlagsmenge vom 28. bis 29.05.2025, 8 Uhr MESZ, ab 10 mm. Zahlen zeigen Messwerte, die Flächendarstellung steht für aus Radardaten abgeleitete Mengen. 

Durch die vorherrschenden Strömungsverhältnisse kam es teilweise dazu, dass Gewitterzellen immer wieder über denselben Ort zogen oder sich rückseitig neugebildet haben. Dieses Schicksal traf beispielsweise Worms am Abend als dort 43,7 l/qm innerhalb einer Stunde beziehungsweise 53 l/qm in zwei Stunden zusammenkamen. Von derselben Gewitterlinie betroffen war auch die Station Wilhelmsfeld in Nordbaden wo innerhalb weniger Stunden rund 80 l/qm vom Himmel stürzten. Ein weiterer Korridor mit hohen Regenmengen spannte sich zwischen Ostthüringen und Westsachsen auf. 

24 stündige Niederschlagsmenge vom 28. bis 29.05.2025, 8 Uhr MESZ, ab 10 mm. Zahlen zeigen Messwerte, die Flächendarstellung steht für aus Radardaten abgeleitete Mengen. 

Nun gab es einen Bereich, der etwa vom Westen bis in die zentrale und südliche Mitte reichte, in dem zur feuchten und instabilen Luftmasse auch noch eine erhöhte Windscherung dazukam, sprich eine kräftige Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe. Dadurch konnten sich die Gewitter dort organisieren, das heißt, ihr jeweiliger Auf- und Abwindbereich waren voneinander getrennt, wodurch die Zellen langlebiger und kräftiger wurden. Mit Hilfe der stark gegliederten Orographie im dortigen Mittelgebirgsraum war zudem auch ein gewisses Maß an Richtungsscherung vorhanden, das heißt die Windrichtung dreht mit der Höhe. Mehr zum Thema Windscherung finden Sie zum Beispiel im Thema des Tages vom 18.04.2025 (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/4/18.html). 

Foto des Tornados in Biebergemünd am 28.05.2025 (Quelle: Jörg Müller DWD) 

Alles in allem waren dadurch ausreichend gute Bedingungen geschaffen, dass sich vereinzelt sogar Tornados entwickeln konnten. Einer wurde im südosthessischen Biebergemünd kurz nach 15 Uhr gesichtet, der dort zum Teil schwere Schäden hinterließ. Ein weiterer Tornado wirbelte nur wenig weiter nordöstlich nahe Steinau an der Straße. Dieselbe Zelle brachte etwas später bei Schweinfurt wohl nochmals einen Tornado hervor. Zumindest liefert das vorhandene Bildmaterial starke Hinweise dafür, dass sich dort erneut einer gebildet hat. 

Auch wenn der heutige Freitag in Sachen Wetter recht ruhig verläuft, bleiben kräftige Gewitter ein Thema! Am morgigen Samstag drohen im Westen, am Sonntag dann in der Südost- und Osthälfte kräftige Gewitter mit lokalem Unwetterpotenzial. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/05/Starkregen-Hagel-und-einzelne-Tornados-Ein-Rueckblick-auf-letzten-Mittwoch-teil-1.jpg 738 734 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-05-30 20:48:282025-06-03 21:06:04Starkregen, Hagel und einzelne Tornados: Ein Rückblick auf letzten Mittwoch
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