• Login
  • Registrieren
Windinfo.eu
  • NEWS
  • CHAT
  • WINDWARNER
  • WETTER
    • Regenradar
    • Isobarenkarte Europa
    • Föhndiagramme
    • Wassertemperatur in Europa
    • Wettervorhersage Videos
    • Langzeitprognose
    • Windskala – Windrechner
  • WEBCAMS + SPOTS
    • Webcam Finder
      • Webcam Ostsee
      • Webcam Nordsee
      • Webcam Alpsee
      • Webcam Altmühlsee
      • Webcam Ammersee
      • Webcam Bodensee
      • Webcam Bostalsee
      • Webcam Brombachsee
      • Webcam Brückelsee
      • Webcam Chiemsee
      • Webcam Edersee
      • Webcam Eibsee
      • Webcam Epplesee
      • Webcam Forggensee
      • Webcam Förmitztalsperre
      • Webcam am Kochelsee
      • Mandichosee – Lechstaustufe
      • Webcam Norderney
      • Webcam Rügen
      • Webcam Simssee
      • Webcam Staffelsee
      • Webcam Starnberger See
      • Webcam Tegernsee
      • Webcam Walchensee
      • Webcam Wörthsee
    • Webcam Finder
      • Webcam Achensee
      • Webcam Attersee
      • Webcam Mattsee
      • Webcam Mondsee
      • Webcam Millstättersee
      • Webcam Neusiedlersee
      • Webcam Ossiachersee
      • Webcam Traunsee
      • Webcam Wolfgangsee
      • Webcam Zell am See
      • Webcam Genfer See
      • Webcam Luganersee
      • Webcam Silsersee
      • Webcam Silvaplaner See
      • Webcam Urnersee
      • Webcam Zürichsee
      • Webcam Comersee
      • Webcam Gardasee
      • Webcam Kalterer See
      • Webcam Lago Maggiore
      • Webcam Lago di Santa Croce
      • Webcam Reschensee
      • Webcam Sardinien
      • Webcam Trieste
      • Webcam Vieste – Gargano
  • ACTIVITY
  • GROUPS
    • MEMBERS
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: Waldbrandgefahr

Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

4. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Gute 36 °C, im Laufe des Nachmittags wahrscheinlich 37 °C bis knapp 38 °C stehen auch heute schon wieder ganz oben auf der Temperaturhitliste. Mittlerweile zählt man schon gar nicht mehr mit, wie oft dieses Jahr schon die 35 °C-Marke geknackt wurde. Die Statistik dürfte vermutlich jeden Rahmen dessen sprengen, was man bisher kannte. Aber dabei gibt es immerhin eine gute Nachricht: Spätestens ab Donnerstag geht es mit der Temperatur erst einmal nach unten. Dann legt sich eine Kaltfront aus Richtung Nordsee diagonal über Deutschland hinweg und trennt den Nordwesten vom Südosten. Dann werden auf der kühleren Seite noch 22 bis 27 °C, auf der wärmeren Seite 28 bis 31 °C erreicht, wobei das Allgäu und das Alpenvorland ebenfalls etwas weniger warm daherkommen.

Spurlos geht dieser Temperatur- und Luftmassenwechsel nicht an uns vorüber. Heute Abend, wahrscheinlich die Nacht hindurch, und auch am morgigen Mittwoch in bereits abgeschwächter Form muss mit einigen Gewittern gerechnet werden. Hauptschwerpunkt heute Abend ist zunächst der Schwarzwald. Später entwickeln sich auch im Westen einige Gewitter. Diese ziehen allesamt nordostwärts und wachsen zu einem oder zwei größeren Clustern zusammen. Diese bleiben die Nacht hindurch aktiv und erreichen gegen Morgen den äußersten Nordosten, wo sie schließlich gen Ostsee und Polen von dannen ziehen. Hauptgefahr dabei: in erster Linie heftiger Starkregen, aber auch Hagel sowie Sturm- bis hin zu orkanartigen Böen.

Am Mittwoch zieht sich die Hauptaktivität an Gewittern auf eine Linie südlich der Donau zurück. Allerdings kann sich im Tagesverlauf auch zwischen Rhein und Elbe nochmal ein kräftigeres Gewitter bilden, das dann bis zum Abend Richtung Polen zieht. Am Donnerstag gewittert es dann hauptsächlich nur noch aus den Alpen heraus, bevor sich dann endgültig Hochdruck über das Land legt und der restlichen Wetteraktivität den Stecker zieht.

Damit kommen wir zu den ersten Folgeproblemen dieser Witterungsphase: Die anhaltende Trockenheit. Gewitter sind gut und schön, aber helfen aufgrund ihrer nur sehr begrenzten Ausdehnung nicht nachhaltig dabei, den Wasserhaushalt wieder gerade zu rücken. In vielen Landesteilen herrscht eine ausgewachsene Dürre. Im Deutschlandmittel sind bisher im Jahr etwa 360 mm Niederschlag gefallen. Das Soll für den Zeitraum 1991-2020 liegt bei knapp 450 mm zu diesem Zeitpunkt. Das heißt es fehlen statistisch gesehen bereits etwa ein bis zwei komplette Monatsniederschlagsmengen. Insbesondere der Juli war im Südwesten teilweise extrem trocken. An zwei Stationen ist nicht mal 1 mm Niederschlag gefallen während des gesamten Monats.

Monatssumme und Relative Abweichung des Monatsniederschlags für Juli 2026 in Deutschland. (Quelle: DWD)

Das hat wiederum Folgen für die Wälder. Die Waldbrandgefahr ist in größeren Teilen des Landes weiterhin enorm hoch und erreicht oftmals die zweithöchste Stufe im Waldbrandgefahrenindex. Nachdem es bislang schon einige größere Brände gab (z.B. Nationalpark Müritz), bleibt es glücklicherweise bei eher kleineren Flächenbränden. Aber auch diese halten die Feuerwehren bereits ordentlich auf Trab. Das Problem: Auch weiterhin ist keinerlei nennenswerter Niederschlag in Sicht. Entweder fällt nur sehr lokal ergiebiger Regen durch Gewitter, oder Tiefausläufer bringen in der Fläche nur wenige Millimeter, die ebenfalls nicht weiterhelfen. Eine Witterungsumstellung ist bis Ende der Mittelfrist weiterhin nicht in Sicht.

Übersicht des Waldbrandgefahrenindex für die kommenden Tage bis zum Samstag, 08.08.2026. (Quelle: DWD)

M.Sc. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Wetter-Waldbrand-Wasserdurst-1.png 750 1331 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-04 15:47:102026-08-06 17:19:43Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

25. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Samstag verlagert sich Hoch NORBERT allmählich nach Südosteuropa und macht damit den Ausläufern der Tiefdruckgebiete EVELINE und FLOORA, die über Nordeuropa hinwegziehen, Platz. Damit hält vor allem in der Nordhälfte des Landes im Laufe des Wochenendes wechselhaftes Sommerwetter Einzug. In der neuen Woche bahnt sich dann eine neue Hitzewelle an. An der Südwestflanke eines umfangreichen Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über Südosteuropa kann eine heiße Luftmasse, die ihren Ursprung im Süden Spaniens hat, nach Mitteleuropa transportiert werden. Die Intensität und Andauer der Hitzewelle ich noch mit ein paar Fragezeichen zu versehen.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Mittwoch, den 29.07.2026 um 12 UTC (Quelle:DWD)

Die teils verbreitet propagierten Höchstwerte von über 40 Grad in Deutschland zeichnen sich jedoch nicht ab. Hier schießt nach wie vor das amerikanische GFS-Modell mit in der Südhälfte flächendeckend um 40, punktuell bis 44 Grad, den Vogel ab. Diese Prognosen sind in die Welt der Fabeln zu verweisen, denn kein weiteres bekanntes Wettermodell berechnet diese Spitzenwerte in der kommenden Woche. Nach derzeitigen Prognosen werden der Donnerstag und der Freitag die heißesten Tage der Woche mit Maxima zwischen 34 und 38, lokal um 39 Grad in der Südhälfte und 28 bis 34 Grad in der Nordhälfte.

Prognose des Temperaturverlaufs von Samstag, den 25.07.2026 bis Freitag, den 31.07.2026 für den Südwesten, die Mitte und den Nordosten (Quelle:DWD)

In puncto Niederschlag schaut der Südwesten weiterhin in die Röhre. In der Nordhälfte fällt vor allem am Sonntag zeitweise schauerartiger und mitunter gewittrig durchsetzter Regen und auch vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand gibt es an diesem Wochenende einzelne Schauer und Gewitter. Zum Start in die neue Woche fallen vor allem quer über der Mitte und am Alpenrand noch einzelne Schauer. Im weiteren Wochenverlauf tröpfelt es allenfalls im Norden noch ein wenig, während es sonst zunächst meist trocken bleibt. Erst in der zweiten Wochenhälfte stehen örtlich kräftige Hitzegewitter auf der Agenda. Flächendeckender Regen bleibt jedoch aus, sodass sich insbesondere im Südwesten und äußersten Westen die Trockenheit weiter verschärft.

Akkumulierter Niederschlag von Samstagmorgen, den 25.07.2026 bis Samstagmorgen, den 01.08.2026 (Quelle:DWD)

Beispielsweise fielen vom Niederrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet seit Monatsbeginn in der Fläche nur zwischen 1 und 10 l/qm und bis Monatsende zeichnen sich nur wenige weitere Liter pro Quadratmeter ab. Normalerweise summiert sich der Niederschlag dort im gesamten Juli auf 50 bis 70 l/qm.

Die ausbleibenden Niederschläge in Verbindung mit der zunehmenden Hitze und der sich damit verstärkenden Verdunstung sorgen dafür, dass die Waldbrandgefahr (Link Waldbrandgefahrenindex) in der Südhälfte wieder deutlich zunimmt und am Mittwoch bereits flächendeckend die Stufe 4 erreicht.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Gebietsweise-anhaltende-Trockenheit-und-neue-Hitze-1.png 714 1004 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-25 14:52:252026-07-28 17:21:04Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

Trockenheit im Südwesten Deutschlands

10. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Der Südwesten Deutschlands erlebt derzeit eine ausgeprägte Trockenphase. Bereits im Frühjahr sorgten häufige Hochdruckwetterlagen für ein deutliches Niederschlagsdefizit. Zwar folgte auf die erste Hitzewelle Ende Mai vorübergehend eine kühlere und wechselhaftere Witterungsphase mit zahlreichen Schauern und einzelnen Gewittern, die gefallenen Niederschläge reichten jedoch bei weitem nicht aus, um das zuvor entstandene Defizit auszugleichen.

Während der anschließenden außergewöhnlich intensiven Hitzewelle Ende Juni blieb nennenswerter Regen erneut weitgehend aus. Abgesehen von einzelnen, im Flächenmittel wenig ergiebigen Gewittern fiel kaum Niederschlag. Gleichzeitig stieg bei Höchsttemperaturen von örtlich über 40 °C die Verdunstung auf ein sehr hohes Niveau. Mit dem Ende der Hitzewelle zogen zwar größere Gewitterkomplexe über Teile des Südwestens hinweg und brachten regional kräftige Regenfälle. Ein Blick auf die Bodenfeuchte zeigt jedoch, dass das Wasser vielerorts nur die obersten Bodenschichten erreichte und somit lediglich vorübergehend für Entlastung sorgte. Die tieferen Bodenschichten blieben dagegen weiterhin deutlich zu trocken.

Seit einigen Tagen hat sich über Frankreich erneut eine ausgeprägte Hitzeglocke etabliert. Während der Nordosten Deutschlands unter dem Einfluss vergleichsweise kühler Meeresluft wiederholt von Schauern und Gewittern profitierte, blieb es im Südwesten am Rand des Hochdruckgebietes bislang trocken. Die Kombination aus hohen Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und zeitweise lebhaftem Wind ließ die Verdunstung weiter ansteigen und trocknete insbesondere den Oberboden innerhalb kurzer Zeit erneut deutlich aus.

Der Bodenfeuchtemonitor zeigt einen ausgetrockneten Oberboden (0-10 cm) im Südwesten.

Ursache der wiederkehrenden Trockenphasen ist die großräumige Zirkulation über Europa. Seit dem Frühjahr etablierten sich immer wieder blockierende Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa. Diese unterbrechen oder verlagern die für Mitteleuropa typische West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, sodass niederschlagsbringende Frontensysteme häufig nach Norden oder Süden abgelenkt werden. Zwischenzeitlich gelangten zwar mit westlichen Strömungen etwas kühlere und feuchtere Luftmassen nach Deutschland, diese gingen jedoch meist nur mit schauerartigem Regen einher und brachten kaum flächendeckende, ergiebige Niederschläge. Auch großräumige Gewitterkomplexe, die im Sommer häufig für eine nachhaltigere Wasserversorgung sorgen, traten bislang nur selten auf.

Auch wenn die derzeitige Wetterlage durchaus Parallelen zum Dürresommer 2018 aufweist, ist die Situation nach aktuellem Stand noch nicht vergleichbar. Dennoch zeigen sich bereits deutliche Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit. Viele Pflanzen leiden unter Trockenstress, die Wasserstände zahlreicher Flüsse gehen zurück und die Waldbrandgefahr ist in weiten Teilen des Südwestens hoch.

Der Waldbrandgefahrenindex zeigt fast überall eine hohe Waldbrandgefahr in den nächsten Tagen.

Auch in den kommenden Tagen zeichnet sich zunächst keine grundlegende Änderung der Wetterlage ab. Es ist trocken und im Südwesten auch hochsommerlich heiß. Erst zum Ende der kommenden Woche deuten die Wettermodelle auf zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Damit würde feuchtere und zunehmend schwüle Luft nach Deutschland gelangen, wodurch das Potenzial für kräftige Schauer und Gewitter ansteigt. Im weiteren Verlauf deutet sich aus heutiger Sicht eine Rückkehr zu einer gemäßigt temperierten Westwetterlage mit zeitweiligen Niederschlägen an, sodass die Trockenheit ab dann voraussichtlich gelindert wird.

Diplom Meteorologe Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Neue-Hitze-im-Suedwesten-1.jpg 1049 1488 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-10 13:33:272026-07-14 00:05:12Trockenheit im Südwesten Deutschlands

Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

29. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wer in den letzten Tagen Zeitung gelesen oder Nachrichten geschaut hat, dem dürften die gehäuften Meldungen über Waldbrände in verschiedenen Regionen der Bundesrepublik aufgefallen sein. So brach am Samstagnachmittag am Rotenfels bei Bad Münster am Stein-Ebernburg in Rheinland-Pfalz ein Feuer aus, in einem Gebiet in dem schon häufiger alte Kampfmittel gefunden wurden – derartige Munition führte dann auch zu diversen Explosionen in dem vom Waldbrand betroffenen Gebiet. In der Gohrischheide im Landkreis Meißen an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg breitete sich ebenfalls am Samstagnachmittag ein Waldbrand aus, auch hier mit erschwerten Löschbedingungen durch Munitionsbelastung. Weitere Brände gab es beispielsweise in den Landkreisen Stendal und Harz in Sachsen-Anhalt sowie in der Oberpfalz.

Die Deutschlandkarte des Waldbrandgefahrenindex für den gestrigen Sonntag, den 28.06.2026.

Ein Blick auf die Deutschland-Karte des Waldbrandgefahrenindex des DWD zeigt, dass am Sonntag für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Gefahrenstufe bestand, im Osten und Süden Deutschlands sogar gebietsweise die höchste Warnstufe. Am Samstag hatte sich bereits ein ähnliches Bild ergeben, was nicht verwundern dürfte, da wir uns am Wochenende mitten im Höhepunkt der historischen Hitzewelle befanden. So wurden am Samstag verbreitet Tageshöchsttemperaturen zwischen 37 und 41 °C gemessen (41,5 °C in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt), erwähnungswürdig niedriger blieb es nur an der Küste und in Hochlagen, wobei selbst auf Helgoland 30,4 °C und auf dem Brocken in 1135 m Höhe 29,3 °C gemessen wurden. Etwas niedriger blieben die Temperaturen ebenfalls im Nordwesten, wo hereinziehende hohe Bewölkung von Gewittern aus den Niederlanden sowie die teils schweren Gewitter im Nordosten Deutschlands die Einstrahlung dämpften. Am Sonntag hatte sich der Hochdruckschwerpunkt des Hitzedoms noch weiter in den Osten verlagert, der Tageshöchstwert von 41,7 °C wurde in Neißemünde-Coschen an der polnischen Grenze gemessen, während im Nordwesten niedrigere Temperaturen um 32 °C dazu beitrugen, dass hier verbreitet nur die Waldbrand-Gefahrenstufe 3 (mittlere Gefahr) herrschte. Ein weiterer Faktor für Letzteres war die Verteilung der Luftfeuchtigkeit. So wurden in besagter Region insbesondere am Samstag nicht nur die höchsten Taupunkte als absolutes Feuchtigkeitsmaß gemessen, sondern es herrschte auch aufgrund der weniger heißen Temperaturen die höchste relative Luftfeuchte. Hinzu kam insbesondere im Norden noch der gefallene Niederschlag aus der Schwergewitterlage in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag. Hier sei erwähnt, dass mitunter eben jene hohe Luftfeuchtigkeit am Sonntag dazu beitrug, dass auch im Nordwesten, trotz der vergleichsweise niedrigen Temperaturen, verbreitet vor sehr starker Wärmebelastung gewarnt wurde.

Die Berechnung des Waldbrandgefahrenindex (WBI), welcher fortlaufend weiterentwickelt wird, ist komplexer als die einheitliche Abschätzung über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag. Eine einfließende Größe ist zum Beispiel das Gewicht der brennbaren Biomasse, welche abhängt von der Feuchte der Schicht aus Blatt- und Nadelresten am Waldboden, der Bodenfeuchte in Abhängigkeit von der Wald- und Bodenart und dem Blattflächenindex als Maß dafür wie dicht die Vegetation mit Blättern bedeckt ist. Über diese Größen wird eine Bilanz für die dreidimensionale Verteilung von Wasser und Ein- und Ausstrahlung errechnet, quasi ein Mikroklima des Waldes. Des Weiteren wird die Laufgeschwindigkeit einer potenziellen Feuerfront mit einbezogen, wobei die Windgeschwindigkeit maßgeblich mit einfließt. Letzten Endes wird der WBI anhand von stündlichen Messwerten von Temperatur, relativer Feuchte, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate sowie der lang- und kurzwelligen Strahlung berechnet. Die Karten und Tabellen auf dem DWD Portal werden dann als maximale Gefahrenstufe für den jeweiligen Tag herausgegeben, welche generell aufgrund des Tagesgangs von Temperatur und relativer Feuchte am Nachmittag zu erwarten ist.

Der Waldbrandgefahrenindex ausgehend vom Sonntag (28.06.2026) und für die darauf folgenden vier Tage.

Der Blick auf die Verteilung des Waldbrandgefahrenindex als Vorhersage ausgehend vom gestrigen Sonntag zeigt eindrücklich, dass mit dem heutigen Montag das Ende der Hitzewelle eingeläutet wurde und dass wechselhafteres Wetter bevorsteht. Die am heutigen Montag erwarteten Maximaltemperaturen liegen verbreitet zwischen 25 und 28 Grad, an der Küste darunter, nur im äußersten Südosten wird bei Temperaturen über 30 Grad weiterhin vor starker Wärmebelastung gewarnt. Da trotz der vergleichsweise niedrigen Temperaturen weiterhin sehr viel Wasser in der Luft enthalten ist, liegt die relative Feuchte recht hoch, was für das schwülwarme Wetterempfinden verantwortlich ist – insbesondere in Gewitternähe. Stichwort Gewitter: Ein weiterer Faktor für das verbreitete Herunterstufen des Waldbrandgefahrenindex – vor allem im Süden und Osten von der höchsten auf die niedrigste Warnstufe – sind die bereits gefallenen und noch erwarteten Niederschläge in den kommenden Tagen. In der vergangenen Nacht und am heutigen Montag sind in einem breiten Streifen quer über Deutschland verbreitet zwischen 5 und 20 l/m² zusammengekommen, teils auch deutlich darüber – entsprechend der andauernden Schwergewitterlage. Außen vor sind dabei bisher noch der Nordwesten sowie der äußerste Osten und Südosten, was sich auch im Waldbrandgefahrenindex abbildet. Am Dienstag und Mittwoch werden im Westen die höchsten Temperaturen erwartet – vom Oberrhein bis nach Rheinland-Pfalz und Südhessen teils über 30 Grad. Außerdem steht im Westen kaum Niederschlag an. Im Süden und Osten hingegen werden ab Dienstagabend erneut schwere Gewitter erwartet, die sich im Verlauf der Nacht voraussichtlich zu größeren Gewitter-Clustern zusammenschließen und potenziell mit extrem heftigem Starkregen über 40 l/m² in kurzer Zeit aufwarten. Auch der Mittwoch gestaltet sich insbesondere in der Südhälfte der Republik äußerst wechselhaft mit verbreitet auftretenden Gewittern sowie Dauerregen vor allem im Alpenvorland. Und am Donnerstag geht es wechselhaft weiter, wenn die Kaltfront eines Tiefs über der Nordsee Deutschland überquert. Soweit dieser Rück- und Ausblick auf den Zusammenhang zwischen Wetter und Waldbrandrisiko.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Wie-das-Wetter-die-Waldbrandgefahr-bestimmt-1.png 564 392 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-29 13:00:292026-07-13 22:48:13Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

Wie trocken ist es in Deutschland?

26. März 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Im Thema des Tages vom vergangenen Sonntag (22.03.2026) wurde präsentiert wie der Waldbrandgefahrenindex des DWD vor der gestrigen Wetterumstellung insbesondere in östlichen Landesteilen auf die zweithöchste Stufe (4/5) gestiegen ist, landesweit verbreitet auf die dritte Gefahrenstufe, um im Anschluss dann deutlich abzunehmen. Betrachtet man die aktuelle Vorhersage auf der Website des DWD so zeigt sich, dass der Waldbrandgefahrenindex tatsächlich verbreitet auf Stufe 1 zurückgesetzt wurde, nur im Nordosten ist er weiterhin erhöht und wird in den kommenden Tagen auch wieder etwas ansteigen. Das hängt zum einen mit der Vorgeschichte, vor allem aber mit dem bereits gefallenen und noch anstehenden Niederschlag zusammen.

Mit dem Durchzug der Kaltfront von Nordwesten im Verlauf des gestrigen Tages (Mittwoch, dem 25.03.2026) und der regen rückseitigen Schaueraktivität sind für weite Landesteile 24-stündige Niederschlagsmengen um 5 l/m² gemessen worden, vor allem in Staulagen auch um 10 l/m² oder mehr. Die östlichen Landesteile sind dabei allerdings außen vor, hier sind – abseits der Staulagen – verbreitet nur um 1 bis 2 l/m² in 24 Stunden gefallen.

Auch für die heute verbreitet auftretenden Schauer wird insbesondere im Osten nicht viel Niederschlag erwartet – was sich auch jetzt bereits abzeichnet – und nach einem darauffolgenden trockenen Freitag unter Zwischenhocheinfluss bringt die am Samstag von Nordwesten aufziehende Front erst allmählich einige wenige Liter Regen in den Osten. Und damit voraussichtlich erneut deutlich weniger als in westlichen Landesteilen.

In Hinblick auf die Vorgeschichte des Niederschlags lohnt sich eine Rückschau auf verschiedenen zeitlichen und räumlichen Skalen. Das landesweite Mittel der für die Bodenfeuchte relevanten Parameter Niederschlag und Temperatur lässt sich recht anschaulich in einem sogenannten Thermopluviogramm darstellen, für verschiedene zeitliche Skalen (Monat/Jahreszeit/Jahr).

Abweichungen der deutschlandweit gemittelten Temperatur und Niederschlagssummen im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961-1990), für verschiedene zeitliche Mittel (Monat/Jahreszeit/Jahr). Die linke Abbildung zeigt die Werte für das Jahr 2025, die rechte für die bisher verfügbaren zeitlichen Mittel im Jahr 2026.

Hier zeigt sich, dass auch wenn der Februar im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 überdurchschnittlich nass ausgefallen ist, der Winter durch die negative Abweichung im Dezember und Januar insgesamt zu trocken war. Erwähnenswert ist auch dass der Januar 2026 im Vergleich zur Referenzperiode eine leicht negative Temperaturabweichung zeigt, während im Jahr 2025 alle dargestellten zeitlichen Mittel eine positive Abweichung aufweisen. Nach der Einordnung der gemittelten Anomalie des Niederschlags lohnt sich ein Blick auf kleinere räumliche und zeitliche Skalen.

Prozentuale Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel (1971-2000), für den Winter 2026.

Hier zeigen sich zum Beispiel im Rhein-Main Gebiet leicht positive Abweichungen (in diesem Fall im Vergleich zur Referenzperiode 1971 bis 2000), sonst jedoch verbreitet negative Abweichungen, insbesondere auch für Regionen im Osten mit Werten von über 40 %.

Die Auswirkungen der länger andauernden negativen Niederschlagsabweichungen zeigen sich besonders eindrücklich im sogenannten pflanzenverfügbaren Wasser. Es gibt ein Maß für das in den Bodenporen gespeicherte Wasser welches der Vegetation zur Verfügung steht, und wird als prozentualer Anteil der maximal nutzbaren Feldkapazität angegeben. Für mehr Details zu diesen etwas abstrakt anmutenden Größen lohnt sich ein Besuch auf der hervorragend dokumentierten Website des Dürremonitors des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung.

Zeitlicher Verlauf der Bodenfeuchte für die Station Harzgerode, im Vergleich zu den Jahren 1991 bis 2020, dem Jahr 2025, und dem langjährigen Mittel.

Für die Station Harzgerode in einer Region mit stark negativen Niederschlagsanomalien für den vergangenen Winter zeigt sich, dass nachdem es um diese Zeit im letzten Jahr bereits – gemessen an der Bodenfeuchte – sehr trocken war, die aktuell gemessenen Werte jenseits der Messreihe seit 1991 liegen. Der Wert liegt jetzt bereits unter dem langjährigen Mittel für den Sommer, wo die Bodenfeuchte aufgrund der erhöhten Evapotranspiration (dem Gesamtverdunsten von Wasser aus Bodenflächen und Pflanzen) sein mittleres jahreszeitliches Minimum aufweist. Es bleibt abzuwarten inwieweit das wechselhafte Wetter der kommenden Tage diese Entwicklung ändern kann, und wie sich der Niederschlag insgesamt in den kommenden Wochen in dieser für die Bodenfeuchte essenziellen Jahreszeit entwickelt.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/03/Wie-trocken-ist-es-in-Deutschland-1.png 805 1473 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-03-26 17:17:332026-05-11 14:10:56Wie trocken ist es in Deutschland?

Die Vegetationsbrandgefahr im Frühjahr

22. März 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

„F1 – Brennt Bahndamm“ hieß es für die Feuerwehren im Haunetal bei Bad Hersfeld in Hessen am vergangenen Freitag in einer Alarmmeldung in den Mittagsstunden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich, dass nicht nur der Bahndamm sondern auch anliegendes Gestrüpp und größere Feld-/Wiesenabschnitte in Brand geraten waren. Während die Brandursache erst einmal im Unklaren blieb, kam vor allem die Frage auf, wie sich ein Vegetationsbrand so früh im Jahr bereits so groß ausdehnen konnte, denn eigentlich dachte man, dass „so etwas nur im Sommer“ passieren könne.

Vor allem im Frühjahr gibt es zunächst wenig frisches Grün, weshalb altes, trockenes gras sehr feueranfällig werden kann – bei passender Witterung.

Hier muss jedoch genauer auf den aktuellen Bewuchs geschaut werden: Während es draußen schon langsam wärmer und vor allem trockener wurde, hat die Natur gerade erst mit dem Austrieb begonnen und noch befindet sich viel altes, abgestorbenes Gras und sonstiges organisches Material in der Natur, das nur sehr zögerlich von frischem Grün ersetzt wird.

Gibt es nun, wie in den vergangenen Wochen häufig zu beobachten gewesen, kaum Niederschlag, so trocknet dieses abgestorbene Gras immer weiter aus. Dies bietet nahezu ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Vegetationsbrände, sollte es eine externe Zündquelle geben. Diese kann natürlich ein technischer Defekt, etwa an einem Zug, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder natürlich auch Vorsatz sein.

Generell neigen Vegetationsbrände vor allem im März immer häufiger dazu, sich schnell auf größere Flächen auszudehnen, da in der Vergangenheit vermehrt ein zu trockenes Frühjahr verzeichnet wurde und somit große Flächen trockenen Grases oder Gestrüpps vorhanden waren. Zwar sind die Flammenlängen dann meistens nicht so groß wie bei ausgedehnten Waldbränden im Sommer, nichtsdestotrotz erfordert es ein rasches Eingreifen von Feuerwehrkräften, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Dies gelang den Einsatzkräften im Haunetal glücklicherweise rasch, sodass größerer Schaden ausblieb.

Mit Blick auf die Vegetationsbrandgefährdung in den kommenden Tagen zeigt sich, dass sowohl der Graslandfeuerindex, als auch der Waldbrandgefahrenindex steigen und eine erhöhte Feuergefahr vorhersagen. Wichtig hierbei ist, dass es aber erst einer Zündquelle bedarf und dann lediglich das Brandpotential abgeschätzt wird.

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD steigt in den kommenden Tagen noch deutlich an und erreicht ab Dienstag regional die zweithöchste Warnstufe. Erst ab Donnerstag ist die Gefahr erstmal gebannt.

Aufgrund der anhaltenden Hochdruckwitterung bleibt es weiterhin trocken, was das Brandrisiko weiter erhöht und den Waldbrandindex am Dienstag und teils noch am Mittwoch bis auf die Stufe 4 von 5 ansteigen lässt, womit eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch der Graslandfeuerindex erreicht am Mittwoch regional die Stufe 4 von 5 und somit eine hohe Gefahr für Brände und deren (rasche) Ausbreitung.

Der Graslandfeuerindex zeigt ebenso wie der Waldbrandindex ein ansteigendes Feuerrisiko, das erst zum Donnerstag wieder absinkt.

Erst mit dem Wetterumschwung ab Mittwoch/Donnerstag sinkt die Vegetationsbrandgefahr durch aufkommende Regenfälle rasch ab. Später im Frühjahr mit Austreiben von neuem Gras und der restlichen Vegetation sollte die Brandgefahr an sich wieder sinken, sofern es nicht komplett trocken bleibt.
Wie sich das Vegetationsbrandrisiko dann im Sommer 2026 verhält, ist heute noch nicht abzusehen.

M.Sc. Meteorologe Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/03/Die-Vegetationsbrandgefahr-im-Fruehjahr-1.png 1000 1333 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-03-22 16:47:372026-05-11 14:13:23Die Vegetationsbrandgefahr im Frühjahr

Zunehmende Trockenheit und ihre Auswirkungen

5. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Während die meisten Bundesbürger – der Autor des Artikels eingeschlossen – die vielen Sonnenstunden der letzten Tage und Wochen und das oft milde Wetter in vollen Zügen genossen, ist dieser Witterungsverlauf für die Natur nicht so positiv und bringt bereits erste Probleme mit sich. Wir geben einen kleinen Überblick. 

Die letzten beiden Monate sowie die ersten Apriltage waren in vielen Regionen ungewöhnlich niederschlagsarm. Die Trockenheit begann bereits Anfang Februar. So fielen im bundesweiten Durchschnitt im Februar nur 23,4 mm (entspricht Liter pro Quadratmeter) Niederschlag, was nur etwa der Hälfte der üblichen Menge entspricht. Besonders trocken war es im Norden und Nordwesten des Landes sowie in Niederbayern, wo verbreitet nur 2 bis 10 mm vom Himmel kamen. Der März verlief sogar noch trockener. Mit lediglich 17,3 mm wurden nur etwa 30 % des vieljährigen Mittels registriert. Erneut regnete vor allem in der Norddeutschen Tiefebene kaum, aber auch im Thüringer Becken und in Mittelfranken war Regen Mangelware. Regional kamen lediglich 1 bis 5 mm und damit weniger als 10 % der durchschnittlichen Regenmenge zusammen (Abbildung 1). Vor allem im Norden war die Niederschlagsarmut in beiden Monaten besonders stark. Östlich und südlich von Hamburg wurden in beiden Monaten zusammen weniger als 10 mm gemessen. In Grambek landeten zum Beispiel gerade einmal 8,8 mm (4,2 mm im Februar, 4,6 mm im März) Wasser im Niederschlagsmesstopf. Doch nicht nur dort, sondern fast landesweit wurde in März zu wenig Niederschlag beobachtet, was die roten Farben in Abbildung 1 (rechts) eindrucksvoll zeigen. Nur in Teilen des Südens, insbesondere südlich der Donau, regnete es öfter und im östlichen bayerischen Alpenrand war sogar ein Niederschlagsüberschuss zu verzeichnen. In Berchtesgaden beispielsweise kam mit 144 mm das 1,5-fache der durchschnittlichen Regenmenge zusammen. Zu nasse Regionen blieben im März aber die Ausnahme. Die ersten Apriltage knüpften nahtlos an. Bis auf ein paar Tropfen am Alpenrand hat es im aktuellen Monat noch überhaupt nicht geregnet. 

 

Abbildung 1: Radarbasierte und an Messtationen angeeichte Niederschlagsmenge (mm) im Monat März 2025 (links) und die dazugehörige Abweichung (%) zum vieljährigen Mittel (rechts). 

Der fehlende Niederschlag hat bereits Auswirkungen auf die Natur. Schon seit mehreren Wochen ist die Waldbrandgefahr immer wieder erhöht; so auch aktuell und in den kommenden Tagen. Der Waldbrandgefahrenindex liegt fast überall bei 3 bis 4 (Abbildung 2). Es muss also regional mit einer hohen Gefahr möglicher Waldbrände gerechnet werden. Waldbesucher sollten sich al-so angemessen verhalten. Es gab auch schon Berichte von brennenden Bahndämmen aufgrund einer defekten Bremse an einem Zug, da bei derartigen Bedingungen Funkenflug schnell einen Flächenbrand auslösen kann. Selbst erste kleine Waldbrände wurden aus NRW und Thüringen gemeldet. 

Abbildung 2: Waldbrandgefahrenindex des DWD von Samstag (05.04.2025) bis Montag (07.04.2025) in Deutschland. 

Die Bodenfeuchte in den oberen 60 cm ist aktuell stark unterdurchschnittlich. Abgesehen vom Alpenvorland sind die Böden teils markant trockener als Anfang April üblich. Besonders hohe negative Abweichungen werden für weite Teile des norddeutschen Binnenlands berechnet. Da auch in den nächsten Tagen häufig die Sonne scheint und die Luft sehr trocken ist, sorgt die Verdunstung dafür, dass die teils schon ungewöhnlich starke negative Abweichung der Bodenfeuchte weiter zunehmen wird. In einigen Regionen im Norden ist die Bodenfeuchte für die Jahreszeit sogar auf einem Rekordtief. Abbildung 3 zeigt beispielhaft die berechnete Bodenfeuchte für die Schichttiefe 0 bis 60 cm eines lehmigen Sandbodens unter Gras bei Cuxhaven. Dabei beschreibt die orange Kurve den Verlauf in 2025 und die blaue Kurve den Ver-lauf vom Vorjahr. Außerdem werden der mittlere Bereich (20. bis 80. Perzentil, bezogen auf den Zeitraum 1991-2020) als dunkelgraue sowie der maximale Bereich als hellgraue Fläche dargestellt. Der fast durchgängige Rückgang der Bodenfeuchte seit Anfang Februar ist ebenso bemerkenswert wie die Tatsache, dass seit Mitte Februar die Bodenfeuchte durchgängig (und teils erheblich) unter dem bisherigen Minimum liegt. 

Abbildung 4: Bodenfeuchte (% nFK) unter vorherrschender Landnutzung im Oberboden (0 bis 10 cm Bodentiefe) in Deutschland (links) und im Nordwesten Deutschlands (rechts). 

Dieser Trend zeigt sich natürlich auch in den obersten 10 cm Bodentiefe (Abbildung 4). Da im Winter und zum Beginn des Frühlings die Verdunstung noch relativ gering ist, ist die Wasserversorgung in den meisten Regionen trotz Trockenheit zwar noch gut bis ausreichend, im Norden und Nordwesten herrscht aber bereits regional leichter, kleinräumig sogar markanter Trockenstress. Aufgrund der aktuell zunehmenden Verdunstungsraten nahmen im Verlauf dieser Woche die Gebiete mit Trockenstress zu und werden sich auch in der kommenden Woche ausweiten. 

Abbildung 4: Bodenfeuchte (% nFK) unter vorherrschender Landnutzung im Oberboden (0 bis 10 cm Bodentiefe) in Deutschland (links) und im Nordwesten Deutschlands (rechts). 

Auch bei der Binnenschifffahrt gibt es erste Einschränkungen. Da wegen der ausgesprochen mauen Schneesituation in den Alpen zusätzlich zum geringen Niederschlag auch noch der Wassereintrag durch Schneeschmelze fehlt, ist der Rheinpegel für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrig. Der für die Schiff-fahrt wichtige Pegel in Kaub am Mittelrhein liegt aktuell bei nur noch 96 cm, weshalb bereits jetzt die Schiffe nicht mehr voll beladen werden können. In den kommenden Tagen soll der Pegel Berechnungen zufolge unter 90 cm sinken. Sollte der Pegel sogar unter die kritische Marke von 78 cm fallen, dürften große Schiffe nur noch zu 30 % beladen werden. 

Die aktuelle Wetterlage lässt nicht auf ein rasches Ende der Trockenheit hoffen. Der Hochdruckeinfluss hält auch in der kommenden Woche an. Einige Modellberechnungen zeigen zwar in der Osthälfte zum Ende der Woche regional etwas Regen. Dieser wird aber – sofern er überhaupt eintritt – das Niederschlagsdefizit bei Weitem nicht ausgleichen können. Im Westen und Südwesten soll es bis einschließlich des kommenden Wochenendes sogar gänzlich trocken bleiben. 

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Zunehmende-Trockenheit-und-ihre-Auswirkungen-teil-1-.png 557 1251 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-05 20:43:052025-04-09 20:53:46Zunehmende Trockenheit und ihre Auswirkungen

Große Tagesgänge – Vom Winter in den Frühling in wenigen Stunden

6. März 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

In den Frühstunden braucht es dieser Tage meist noch eine dicke Jacke. Häufig liegen die Temperaturen kurz nach Sonnenaufgang um den Gefrierpunkt. Ausnahmen sind Teile des Westens sowie Kamm- und Kuppenlagen, die über der kalten Grundschicht liegen. Dort wurden zum Teil Tiefstwerte deutlich im positiven Bereich gemessen. Exemplarisch seien die Werte von heute früh, dem 06.03.2025 von Kubschütz und Sohland an der Spree (beide in Sachsen) genannt. Während in Kubschütz die Temperatur nicht unter 7,0 Grad sank, wurden in Sohland an der Spree -4,5 Grad als Tiefstwerte gemessen, dabei liegen die beiden Orte nur etwa 15 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.
 

 

Gemessene Minimumtemperatur am 06.03.2025. Stationswerte mit Kasten sind Bergstationen. (Quelle: DWD) 

Verantwortlich für die großen Temperaturunterschiede in den Frühstunden war eine Inversion, also eine Umkehr der üblicherweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe. Durch die klare und windarme Nacht konnte sich bodennah die Luft sehr stark abkühlen und in Senken und Tälern sammeln. Darüber blieb es deutlich milder. Für vertiefende Informationen zum Thema Inversion sei auf ein entsprechendes Thema des Tages verwiesen: Thema des Tages vom 24.10.2021

Doch nicht nur in Sachsen gab es solch starke Temperaturkontraste, auch entlang der Schwäbischen Alb oder in den westdeutschen Mittelgebirgen waren die Starttemperaturen sehr unterschiedlich. Diese Unterschiede verschwinden allerdings im Laufe des Tages. Die mittlerweile hohe solare Einstrahlung (Sonnenstand vergleichbar wie Anfang Oktober) vermag es die dünne Kaltluftschicht von meist wenigen hundert Metern, zum Teil auch deutlich dünner, am Boden zu erwärmen und so für eine Angleichung der Temperaturen zu sorgen. Dies ist im Winter aufgrund der deutlich schwächeren solaren Einstrahlung häufig nicht der Fall.
.
Der niedrige Ausgangswert und die kräftige Erwärmung tagsüber sorgen dann für große Tagesgänge der Temperatur. Gebietsweise betragen diese mehr als 20 Kelvin (K). Das heißt, der Höchstwert am Nachmittag liegt um mindestens 20 K höher als der Tiefstwert in der Früh. Dies trifft natürlich vor allem auf die Senken und Tallagen zu. Am gestrigen Mittwoch lagen zwischen Tiefst- und Höchstwert in Bamberg beispielsweise 21,8 K (-5,9 und 15,9 Grad), in Jena 20,8 K (-2,0 und 18,8 Grad) und in Arnsberg-Neheim (NRW) 23,4 K (-5,9 und 17,8 Grad). Statt der Winterjacke braucht es da maximal noch eine dünne Jacke.
 

Gemessene Minimum- und Maximumtemperatur am 05.03.2025. Stationswerte mit Kasten sind Bergstationen. (Quelle: DWD) 

Geringer waren die Tagesgänge auf Kuppen und an den Küsten von Nord- und Ostsee. In Kubschütz ging es gestern zum Beispiel von 5,5 auf 16,8 Grad hinauf. Ein Anstieg von „nur“ 11,3 Kelvin. In Stötten auf der Schwäbischen Alb betrug der Anstieg 9,7 Kelvin. Zum Teil unter 5 Kelvin Anstieg wurden auf den Inseln von Nord- und Ostsee registriert. Negativer „Spitzenreiter“ war hier wenig überraschend, Helgoland. Der Tagesgang betrug dort nur 2,4 Kelvin (5,5 und 7,9 Grad).

Heute und in den kommenden Tagen ändert sich nichts Entscheidendes an der meteorologischen Situation. Damit treten auch weiterhin hohe Tagesgänge auf. Wobei das Temperaturniveau meist noch ein oder zwei Kelvin höher liegt als am gestrigen Mittwoch oder heute. Die Folge dieser aktuellen und zuletzt trockenen Witterung ist eine mittelhohe, regional sogar hohe Waldbrandgefahr. Eine Änderung zu unbeständigerem Wetter ist erst in der kommenden Woche zu erwarten.

Waldbrandgefahrenindex am 06.03.2025 (Quelle: DWD) 

MSc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/03/Grosse-Tagesgaenge-Vom-Winter-in-den-Fruehling-in-wenigen-Stunden-teil-1-1.png 790 512 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-03-06 11:14:102025-03-07 12:11:13Große Tagesgänge – Vom Winter in den Frühling in wenigen Stunden
Search Search

Neueste Beiträge

  • Schweißtreibender QUIRIAKUS
  • Noch ganz stabil? Atmosphärische Instabilitäten, Turbulenz und Klimawandel
  • Wetter, Waldbrand, Wasserdurst
  • Aktuelle Schwierigkeiten bei der Gewittervorhersage
  • Deutschlandwetter im Juli 2026

Kategorien

  • Allgemein (90)
  • Brand News (45)
  • Stories (10)
  • Tipps & Tricks (4)
    • Gesundheit (3)
  • Wetter (2.316)
    • Thema des Tages (2.299)
    • Wetterlexikon (1.341)
      • Klima (1.015)
    • Wind (579)

Archiv

  • August 2026 (6)
  • Juli 2026 (36)
  • Juni 2026 (31)
  • Mai 2026 (32)
  • April 2026 (29)
  • März 2026 (32)
  • Februar 2026 (28)
  • Januar 2026 (31)
  • Dezember 2025 (31)
  • November 2025 (31)
  • Oktober 2025 (31)
  • September 2025 (30)
  • August 2025 (31)
  • Juli 2025 (31)
  • Juni 2025 (32)
  • Mai 2025 (31)
  • April 2025 (33)
  • März 2025 (36)
  • Februar 2025 (27)
  • Januar 2025 (32)
  • Dezember 2024 (31)
  • November 2024 (30)
  • Oktober 2024 (33)
  • September 2024 (30)
  • August 2024 (31)
  • Juli 2024 (32)
  • Juni 2024 (30)
  • Mai 2024 (30)
  • April 2024 (30)
  • März 2024 (32)
  • Februar 2024 (29)
  • Januar 2024 (31)
  • Dezember 2023 (31)
  • November 2023 (30)
  • Oktober 2023 (31)
  • September 2023 (29)
  • August 2023 (35)
  • Juli 2023 (34)
  • Juni 2023 (35)
  • Mai 2023 (32)
  • April 2023 (30)
  • März 2023 (30)
  • Februar 2023 (28)
  • Januar 2023 (33)
  • Dezember 2022 (30)
  • November 2022 (30)
  • Oktober 2022 (31)
  • September 2022 (30)
  • August 2022 (32)
  • Juli 2022 (31)
  • Juni 2022 (32)
  • Mai 2022 (32)
  • April 2022 (30)
  • März 2022 (32)
  • Februar 2022 (27)
  • Januar 2022 (31)
  • Dezember 2021 (31)
  • November 2021 (30)
  • Oktober 2021 (34)
  • September 2021 (30)
  • August 2021 (30)
  • Juli 2021 (33)
  • Juni 2021 (31)
  • Mai 2021 (30)
  • April 2021 (33)
  • März 2021 (33)
  • Februar 2021 (30)
  • Januar 2021 (38)
  • Dezember 2020 (39)
  • November 2020 (33)
  • Oktober 2020 (38)
  • September 2020 (32)
  • August 2020 (33)
  • Juli 2020 (22)
  • Juni 2020 (22)
  • Mai 2020 (16)
  • April 2020 (13)
  • März 2020 (15)
  • Februar 2020 (15)
  • Januar 2020 (16)
  • Dezember 2019 (9)
  • November 2019 (13)
  • Oktober 2019 (13)
  • September 2019 (16)
  • August 2019 (7)

Schlagwörter

Bodenseeschifferpatent Druckgradienten Eis Frost Gewitter Herbstwetter Hitze Hitzewelle Hochdruck Hochdruckeinfluss Hochdruckgebiet Hochnebel Hurrikan Kaltfront Klimawandel Luftdruckmuster Meereisrückgang Nebel Niederschlag Regen SBF-Binnen SBF-Binnen unter Segeln SBF-See Schnee Sommer Sommerzeit Sonnenschein Sportboot-Patente Sportbootführerschein Starkregen Sturm Sturmböen Sturmtief Temperatur Thema des Tages Tiedruckgebiet Tiefdruckgebiet Tiefdruckgebiete Trockenheit Wetter Wetterumschwung Wettervorhersage Wind Winter Winterwetter
Search Search
© Copyright - Windinfo.eu
  • Link zu Facebook
  • Link zu Youtube
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen