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Schlagwortarchiv für: Wetterwechsel

Zwischen Sturm und Spätsommer

4. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Freitag zeigt sich das Wetter in Deutschland von zwei sehr unterschiedlichen Seiten. Während der Süden noch einmal sommerliche Wärme genießen kann, wird es im Norden und in Teilen der Mitte ausgesprochen ungemütlich. Verantwortlich dafür ist Tief VILJA, das neben Schauern und Gewittern vor allem kräftigen Wind im Gepäck hat.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Freitag den 04.09.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Schon abseits der Gewitter weht der Südwest- bis Westwind stark bis stürmisch mit Böen um 70 km/h (Bft 8). Besonders am Nachmittag können sich zudem einzelne kräftige Gewitter entwickeln. Dann legt der Wind noch einmal deutlich zu und schwere Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) sind wahrscheinlich. Damit steigt auch die Gefahr durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume. Wälder und Parks sollte man bei entsprechenden Warnungen daher besser meiden.

Spitzenböen (Farbe) und Luftdruck (Linie) von Modell ICON D2 für Freitagnachmittag um 15:00 Uhr. Die gelben und orangen Farben entsprechen Böen der Starke 7 bis 9 Bft (60 bis 80 km/h).

Doch nicht nur der Wind ist heute ein Thema. In einem Streifen vom nördlichen Niedersachsen bis nach Mecklenburg fällt gebietsweise länger anhaltender und kräftiger Regen. Dabei können bis zu 60 l/qm zusammenkommen – regional also eine Niederschlagsmenge, die dort etwa einem ganzen Monatsniederschlag entspricht.

Insgesamt gestaltet sich der Freitagnachmittag im Norden und in Teilen der Mitte damit ausgesprochen ungemütlich. Dazu passen auch die Temperaturen, die dort lediglich 18 bis 24 Grad erreichen.

Ein völlig anderes Bild bietet der Süden. Dort sorgt Hochdruckeinfluss für reichlich Sonnenschein und einen kurzen sommerlichen Höhepunkt. Mit 29 bis 32 Grad wird es verbreitet heiß. Wer also noch einmal Freibad- oder Biergartenwetter sucht, findet davon im Süden deutlich mehr als im Norden.

Am Samstag beginnt sich die Wetterlage allmählich zu beruhigen, allerdings längst noch nicht überall. Im Süden und Südosten fällt zunächst zeitweise Regen, bevor es im Tagesverlauf zunehmend trockener wird und sich häufiger die Sonne zeigt. Im Nordosten ist von einer Wetterberuhigung dagegen noch wenig zu spüren. Dort ziehen weiterhin Schauer und einzelne kurze Gewitter durch. Dazu bleibt es windig, mit Böen bis etwa 70 km/h, insbesondere an der Ostseeküste.

Erst am Sonntag setzt sich die Wetterberuhigung auch im Nordosten durch. Hochdruckeinfluss gewinnt zunehmend in ganz Deutschland die Oberhand, Schauer werden kaum noch ein Thema sein und gebietsweise scheint für längere Zeit die Sonne. Damit wird der Sonntag seinem Namen durchaus gerecht. Die Höchsttemperaturen liegen am Samstag zwischen 18 und 28 Grad, am Sonntag zwischen 19 und 30 Grad.

Auch am Montag bleibt uns das freundliche Wetter zunächst erhalten. Bei viel Sonnenschein wird es verbreitet spätsommerlich warm. Lange Bestand hat diese ruhige Wetterphase allerdings nicht.

Bereits ab Dienstag kündigt sich von Westen der nächste Wetterwechsel an. Neue Tiefausläufer bringen wieder mehr Wolken sowie gebietsweise Regen und Schauer. Auch einzelne Gewitter können auftreten. Gleichzeitig wird die zuvor warme Luft zunehmend verdrängt und die Temperaturen gehen zurück.

Spätestens am Mittwoch ist vom kurzen spätsommerlichen Intermezzo nicht mehr viel übrig. Bei wechselhaftem Wetter mit weiteren Niederschlägen steigen die Temperaturen voraussichtlich kaum noch über 23 Grad. Dazu macht sich der Wind wieder deutlicher bemerkbar und kann zeitweise kräftig auffrischen.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Zwischen-Sturm-und-Spaetsommer-1.png 915 1286 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-04 15:47:252026-09-14 14:36:14Zwischen Sturm und Spätsommer

Wo bleibt der Regen im September?

17. September 2023/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Es waren regenreiche Tage im August. Mit 125 Liter pro Quadratmeter fiel dieser in der Fläche deutlich zu nass aus. Rund 60 % übertraf der Niederschlag das Soll des klimatologischen Mittels (sowohl bezogen auf die Referenzperiode 1961 bis 1990 als auch auf 1991 bis 2020). Im bisherigen September fehlt allerdings der Niederschlag in vielen Teilen des Landes. Zwar gab es durchaus vom Westen bis in den Nordosten sowie an den Alpen insbesondere am 12. und 13. September teils heftige Starkregenfälle, die örtlich zu Überflutungen und vollgelaufenen Kellern führten, in der Fläche lässt die Niederschlagsbilanz im September bisher jedoch zu wünschen übrig.
Mithilfe von Radardaten lassen sich die im September bisher gefallenen Niederschlagsmengen recht gut abschätzen. Diese bieten den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den Punktmessungen der Wetterstationen auch in der Fläche verfügbar sind. So werden auch lokal eng begrenzte Unterschiede sichtbar, die gerade bei kleinräumig auftretenden Schauern und Gewittern teilweise recht groß sein können. Verschneidet man die Radardaten jedoch zusätzlich noch mit den Messwerten der Stationen aus dem DWD-Messnetz, wird die Abschätzung noch etwas genauer.

Bei der Betrachtung der Gesamtniederschlagsmenge in Deutschland seit Monatsbeginn (1. September) in Liter pro Quadratmeter (auch „absolute Niederschlagsmenge“ genannt; siehe Abbildung 1) fallen auf den ersten Blick die Farben Blau und Grün ins Auge. Insbesondere in der Südhälfte, im Osten sowie im Nordwesten sind also meist weniger als 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter seit Monatsbeginn niedergegangen. Schaut man jedoch die gelb bis violett eingefärbten Bereiche an, kann man vom Westen bis in den Nordosten einen Streifen mit Niederschlagsmengen zwischen 40 und 80, vereinzelt über 100 Liter pro Quadratmeter erkennen. Diese Werte lassen sich bei einem Vergleich mit den Wetterstationen im DWD-Messnetz auch bestätigen. Die Station Bad Salzuflen (Nordrhein-Westfalen) weist derzeit eine Niederschlagsmenge von 103 Liter pro Quadratmeter auf. Anders sieht es an den Stationen in Karlsruhe-Rheinstetten (Baden-Württemberg) oder in Altomünster-Maisbrunn (Bayern) aus. Dort wurden bisher lediglich 0,1 Liter pro Quadratmeter registriert, der Niederschlag blieb dort also bisher aus.

Aber wie ordnet man die absoluten Niederschlagsmengen nun ein? Um die sogenannten absoluten Niederschlagsmengen besser interpretieren zu können („Welche Niederschlagssummen sind viel für die Region und Jahreszeit, welche wenig?“), setzt man sie in einen klimatologischen Kontext. Dabei werden die aktuell gemessenen Daten mit den bis zum Analysetag (Sonntag, 17.09.2023) mittleren langjährigen Niederschlagsmengen von 1991 bis 2020 verglichen. Entsprechend erhält man bei der relativen Betrachtung eine Prozentzahl, wobei Werte unter 100 % ein Niederschlagsdefizit (rote bis hellgrüne Flächen) beschreiben, Werte über 100 % (blaue bis violette und weiße Flächen) stellen eine zu nasse Witterung dar. Die dunkelgrünen Flächen repräsentieren hingegen Regionen, in denen der Regen ungefähr der im Mittel zu erwartenden Niederschlagsmenge entspricht (siehe Abbildung 2).

Dabei überwiegen in Deutschland derzeit die roten bis hellgrünen Flächen. Dies entspricht einem Anteil von 0 bis 70 % des bisherigen Monatssolls. Insbesondere in der Südhälfte sowie im Nordwesten war es also deutlich zu trocken im bisherigen September! Im Gegensatz dazu wurde das Niederschlagssoll im einem breiten Streifen vom Westen bis in den Nordosten bereits weitgehend erfüllt oder sogar regional übertroffen (siehe dunkelgrüne bis violette Flächen). Insbesondere zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover kam bei kräftigen Gewittern so viel Niederschlag zusammen, dass die Bilanz dort aktuell 200 % der üblichen Regenmenge aufweist.

Nach dieser längeren weitgehend trockenen Witterungsperiode steht allerdings ab der kommenden Nacht zum Montag ein Wetterwechsel ins Haus, wie man dem vom 16.09.2023 bereits entnehmen konnte. Damit stehen auch wieder etwas wechselhaftere Tage an. Abbildung 3 zeigt die Vorhersage der akkumulierten Niederschlagsmengen bis nächsten Sonntagmorgen, den 24.09.2023 (Wettermodell ICON des DWD). Insbesondere im Südwesten und Nordwesten sollten kräftigere Niederschläge die bisherige Niederschlagsbilanz aufbessern können. Ob von München bis Berlin lediglich einstellige Niederschlagsmengen fallen werden, muss jedoch noch abgewartet werden.

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.09.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2023/10/DWD-Wo-bleibt-der-Regen-im-September-2.png 720 558 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-09-17 12:34:582023-11-09 15:32:53Wo bleibt der Regen im September?
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